Thomas Cook-Pleite: Worauf Sie achten müssen

  • Mehr als 140.000 deutsche Kunden von Thomas Cook-Pleite betroffen
  • Reisende können Geld zurückfordern
  • Deutliche Unterschiede zwischen Pauschal- und Individual-Touristen
Zwei Flugzeuge von Thomas Cook auf einem Flughafen

Der britische Touristikkonzern Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet und seinen Flugbetrieb eingestellt. Wie sich das auf Tochterunternehmen wie Öger Tours oder Bucher Reisen auswirkt, ist noch unklar. Aktuell sind auch 140.000 deutsche Kunden betroffen, die bei Thomas Cook Reisen gebucht haben. Allein 21.000 davon wollten heute und morgen in den Urlaub oder nach Hause fliegen. Darunter sind auch viele Bremer.

André Czech Wir haben vor 2 Wochen eine Pauschalreise über Ögertours (auch TC) gemacht...unseren Reiseunterlagen lag ein Sicherungsschein in Höhe des Reisepreises bei Insolvenz bei.

Christian-Wencke Stockinger - 23. September 2019, 11:39 Uhr.

Ich habe kommenden Freitag eine reine Hotelleistung in Bangkok gebucht und weiß auch noch nicht ob ich anreisen kann.Ich habe zwar einen Voucher von Thomas Cook Signature Deutschland bin mir aber nicht sicher ob das Hotel den noch anerkennt und einen Sicherungsschein gibt es dafür auch nicht.Habe das Hotel jetzt direkt angeschrieben.

Olaf Weber - 23. September 2019, 12:55 Uhr.

 Ich wollte nächste Woche fliegen. Öger T. gebucht, mal sehen was wird.

Conny Meyn - 23. September 2019, 13:03 Uhr.

Schutz für Pauschaltouristen

Zumindest Pauschalreisende können auf schnelle Hilfe hoffen. Für Individual-Touristen wird es dagegen deutlich schwieriger, aus dem Urlaub zurückzukehren oder ihr Geld wiederzubekommen.

Jedes Unternehmen, das Pauschalreisen anbietet, muss eine Insolvenzabsicherung nachweisen. Darauf hat die Verbraucherzentrale Bremen hingewiesen. Als Pauschalreisen gelten Touren, bei denen der Kunde mehrere Reisebestandteile wie Flug, Unterkunft oder Mietwagen als Gesamtpaket bei einem Anbieter gebucht hat. Kann die Reise gar nicht mehr angetreten werden, bekommt der Urlauber seine Kosten vom Insolvenzabsicherer zurückerstattet, das sind üblicherweise Banken oder Versicherungen,.

Ist man schon am Ferienort, müssen sich Pauschalreisende normalerweise keine großen Sorgen wegen des Rückflugs machen. Bei einer Insolvenz muss der Reiseveranstalter, bei dem man den Urlaub gebucht hat, für einen kostenlosen Ersatz sorgen, falls der Ferienflieger nicht mehr startet. Geld gibt es auch zurück, wenn bereits gebuchte Leistungen wie zum Beispiel Ausflüge wegfallen. Wer Pech hat und das Hotel vor Ort noch einmal zahlen muss, kann die Summe vom Insolvenzabsicherer zurückfordern.

Individualtouristen auf sich gestellt

Ganz anders ist die Lage für Urlauber, die Flug und Unterkunft selbst gebucht haben. Für sie gibt es keine Insolvenzabsicherung. Das heißt konkret: Wer am Urlaubsort festsitzt, muss sich selbst seinen Rückflug kümmern. Wenn das länger dauert, müssen Individualtouristen zusätzliche Kosten für Hotel, Mietwagen und Verpflegung erst einmal selbst vorstrecken. Das Geld kann dann später über den Insolvenzverwalter zurückgefordert werden. Allerdings ist fraglich, ob man tatsächlich den vollen Betrag zurückerstattet bekommt – das hängt unter anderem von der Konkursmasse ab.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. September 2019, 6 Uhr