Energieversorger SWB ruft zum Wassersparen auf

  • Wegen Trockenheit wird zu verantwortungsvollem Verbrauch geraten
  • System könnte an seine Grenzen stoßen
  • Steigt der Verbrauch weiter, drohen laut SWB Versorgungslücken
Offener Wasserhahn
SWB rät zum sparsamen Umgang mit Wasser. Bild: Radio Bremen

Das Energie-Unternehmen SWB rät zu einem verantwortungsvollen Wasserverbrauch. Noch sei die Trinkwasserversorgung gesichert. "Aktuell allerdings beobachten wir, dass sich der tägliche Wasserverbrauch beunruhigend steigert", sagte SWB-Sprecher Alexander Jewtuschenko buten un binnen.

Im niedersächischen Lauenau (Landkreis Schaumburg) war am Wochenende die Trinkwasserversorgung zusammengebrochen. Die Feuerwehr hatte die Bevölkerung mit Brauchwasser versorgen müssen. So weit ist es in Bremen nicht.

Steigt der Verbrauch extrem, stößt das System an seine Grenzen

"Die Trinkwasserversorgung für Bremen und Bremerhaven ist für eine bestimmte Kapazität ausgelegt – für Industrie und Privathaushalte gesamt", sagte Jewtuschenko buten un binnen. "Das funktioniert seit Jahrzehnten gut." Auch Spitzenverbräuche könnten eine Zeit lang sicher bewältigt werden. "Bei extremen Steigerungen wie derzeit stößt das System aber an seine Grenzen", sagte Jewtuschenko.

Durch Corona sind viele Bürgerinnen und Bürger zu Hause und nicht wie sonst zu dieser Zeit im Urlaub. Viel mehr Menschen als sonst verbrauchen also gleichzeitig Wasser. Dann haben wir außergewöhnlich viele Tage hintereinander Temperaturen höher als 30 Grad. Das führt logischerweise dazu, dass häufiger geduscht und der Rasen täglich bewässert wird. Zusätzlich ist es im Moment offenbar angesagt, sich Pools in den Garten zu stellen.

SWB-Sprecher Alexander Jewtuschenko

In Zahlen bedeutet das: Jeden Tag werden in Bremen 13 Millionen Liter mehr verbraucht als üblich, in Bremerhaven 4 Millionen Liter. "Bei einem täglichen Trinkwasserverbrauch von 120 Litern pro Kopf wäre das vergleichbar mit einer Steigerung der Einwohnerzahl von Bremen um 80.000 Menschen und in Bremerhaven um 33.000", rechnet Jewtuschenko vor. Steige der Verbrauch weiter, könne es tatsächlich zu Versorgungslücken beim Trinkwasser kommen. "Und das geschätzt binnen weniger Tage bis zu einer Woche", so Jewtuschenko.

Die Ressourcen gehen nicht zur Neige

Das sei allerdings kein Problem fehlender Ressourcen. Die sind laut SWB "für Jahrzehnte gesichert". Vielmehr könne das Gesamtsystem von Aufbereitung bis Leitung an seine Grenzen stoßen. Als erste Maßnahmen würde dann der Druck in den Leitungen verringert. Beim Verbraucher käme dann weniger Wasser an. Zudem könnte beispielsweise Autowaschanlagen oder anderen nicht essenziell wichtige Verbrauchern der Hahn abgedreht werden.

"Soweit wollen wir es aber gar nicht erst kommen lassen", sagte Jewtuschenko. Konkret heiße das: seltener duschen, den Rasen nicht jeden Tag sprengen, Pools gar nicht oder nur halb füllen. "Das würde schon reichen, wenn es einfach jeder so macht."

Dank Hoch Detlef: Der Sommer ist zurück in Bremen

Video vom 5. August 2020
Mehrere Personen rennen ins Wasses.
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. August 2020, 18 Uhr