Bundesweit einmaliger Pflege-Studiengang startet in Bremen

  • Das Bachelor-Fach soll den Pflegeberuf attraktiver machen
  • Grundlage ist das neue Pflegeberufe-Reformgesetz der Bundesregierung
  • Die Ausbildung befähigt zu Jobs in Heimen, Kliniken, Behörden und bei Kassen
Studenten sitzen in einem Raum und hören einem Dozenten zu, der vor ihnen steht.
Der neue Bachelor-Studiengang an der Hochschule dauert dreieinhalb Jahre und ist bisher bundesweit einmalig. Bild: DPA | Carmen Jaspersen

An der Bremer Hochschule startet am Montagnachmittag ein neuer Pflege-Studiengang. Er ist international ausgerichtet und der bundesweit erste Studiengang nach dem neuen Pflegeberufe-Reformgesetz. Damit soll die Arbeit in der Pflege attraktiver werden. Das Bachelor-Studium dauert dreieinhalb Jahre, in denen die Studenten unter anderem lernen, wie sie Studien zu medizinischen Themen verstehen oder mit pflegebedürftigen Menschen umgehen.

Internationale und praktische Elemente

Hierzu gibt es an der Hochschule unter anderem einen besonderen Übungsraum, der mit Kameras und Mikrophonen ausgestattet ist. So können die Studenten verschiedene Szenarien durchspielen, die ihnen später im Berufsleben begegnen könnten. Schauspieler stellen dabei zum Beispiel einen Pflegebedürftigen nach, den eine Studentin bei einem Hausbesuch auf dem Boden findet.

Je nachdem, wie sie dann reagiert, wird der Schauspieler agieren. Der kann das dann unter Umständen ganz gut mitmachen. Aber vielleicht hat er eine leichte Demenz in seiner Rolle. Die anderen Studierenden sitzen in anderen Räumen, können sich direkt per Split Screen anschauen, was da passiert, und sich schon Notizen machen.

Matthias Zündel, Professor an der Hochschule Bremen

Neben diesen praktischen Übungen steht auch ein Auslandssemester auf dem Lehrplan und einige der Vorlesungen werden in englischer Sprache gehalten.

Mehr Lohn als ohne Studium

Am Ende haben die Absolventen einen Bachelor-Abschluss und sind außerdem Pflegefachkraft. Damit können sie dann in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, aber auch bei Gesundheitsämtern und Krankenkassen arbeiten. Die Doppel-Qualifikation schlägt sich auch im Gehalt nieder: In Krankenhäusern oder Behinderteneinrichtungen zum Beispiel liegt das Einstiegsgehalt ohne Schichtzulagen bei rund 3.260 Euro brutto, etwa 430 Euro mehr als ohne Studium.

Laut der Hochschule Bremen wird mit dem Studium der Beruf nicht nur aufgewertet, er helfe auch die Qualität in der Versorgung von pflegebedürftigen Menschen zu verbessern. Pflegefachkräfte würden dringend benötigt, sagt Bremens Wissenschafts-Staatsrat Tim Cordßen. Er sei froh, dass es diesen neuen Studiengang gibt. Durch eigenständige Forschung könne Pflege insgesamt auch weiterentwickelt werden.


Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 21. Oktober 2019, 7 Uhr