Infografik

Bremens Kinder sind gesünder – dennoch sind Experten besorgt

Viele Krankheiten treten laut einer Studie bei Kindern in Bremen seltener auf. Aber chronische Erkrankungen sind verbreitet – körperliche und psychologische.

Krankes Mädchen liegt im Bett und hält ein Fieberthermometer mit der Temperatur 39,3 Grad in der Hand
Jedes vierte Kind in Bremen leidet laut der DAK-Studie an einer potentiell chronischen körperlichen Krankheit. Bild: DPA | imageBROKER

Kinder in Bremen sind gesünder als der Bundesdurchschnitt, das bescheinigt eine Studie der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Und doch sind die Experten besorgt. Was zunächst wie ein Widerspruch anmutet, wird durch einen Blick in die Ergebnisse schnell klarer. Die meisten Krankheiten treten in Bremen zwar seltener auf, potenziell chronische Erkrankungen sind dennoch weit verbreitet.

Asthma, Neurodermitis, Heuschnupfen: Jedes vierte Kind leidet demnach unter einer chronischen körperlichen Erkrankung. Und sieben Prozent aller Untersuchten hat eine psychologische Krankheit, die chronisch verlaufen könnte. Schulangst und ADHS, die sogenannte Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, kommen dabei am häufigsten vor. Jungen sind von chronischen Krankheiten insgesamt stärker betroffen als Mädchen.

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Asthma und chronisches Übergewicht

Für ihren Kinder- und Jugend-Report hat die Krankenkasse DAK-Gesundheit nach eigenen Angaben zusammen mit der Universität Bielefeld die Gesundheitslage von Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahre bundesweit analysiert. In Bremen sind die Daten von etwa 3.100 Kindern untersucht worden.

Vor allem Fettleibigkeit, die sogenannte Adipositas, wird in Bremen durchschnittlich häufiger diagnostiziert. 27 Prozent mehr Fälle gab es 2016 in der Hansestadt als auf Bundesebene. Die Krankheit steigert bei Kindern das Risiko einer Depression um das Dreifache.

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Auch Neurodermitis, Karies und Asthma werden häufiger beobachtet. Asthma-Sprays gehören zu den fünf meistverwendeten Arzneimitteln bei Kindern, meldet die Krankenkasse.

Jedes fünfte Kind hatte psychische Probleme

Insgesamt waren fast 90 Prozent aller untersuchten Kinder mindestens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Die Mehrheit litt an einer Erkrankung der Atemwege, etwa Grippe oder Bronchitis. Mehr als jedes dritte Kind hatte 2016 eine Infektion. Windpocken war die Häufigste unter den Infektionskrankheiten, denen mit einer Impfung vorgebeugt werden kann. Ein Viertel aller Kinder musste wegen Augenbeschwerden behandelt werden. Meistens handelte es sich um Korrekturen der Kurz- oder Weitsichtigkeit.

Etwa jedes fünfte Kind war von psychischen Problemen betroffen. Daran erkrankten häufiger Jungen als Mädchen (24 versus 18 Prozent). Am verbreitetsten waren Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, wie Sprechprobleme, Legasthenie und ADHS.

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Die Experten zeigten sich auch wegen der Anzahl von Rückenbeschwerden besorgt: Etwa sechs Prozent aller Jugendlichen ab zwölf Jahre mussten wegen Schmerzen am Rücken zum Arzt. So wie das chronische Übergewicht hingen auch die Rückenprobleme oft mit Mangel an Bewegung zusammen.

Den Daten zufolge haben Kinder von Eltern ohne Ausbildungsabschluss viel häufiger Zahnkaries als Kinder von Akademikern. Auch chronisches Übergewicht und Verhaltensstörungen wären unter Kindern von Eltern ohne Ausbildung verbreiteter.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Februar 2019, 19:30 Uhr