Sonne im Frühling: Darum müssen Bremer ihre Haut schon jetzt schützen

Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, schon jetzt die Haut vor der Sonne zu schützen. Eine Bremer Hautärztin erklärt die Gründe und was man tun kann.

Eine Hand hält eine Sonnenbrille Richtung Himmel der Sonne entgegen.
Wenn im Frühling die Sonne scheint, darf der Sonnenschutz nicht fehlen. Bild: Imago | Petra Schneider

Die Sonne strahlt in Bremen und Bremerhaven. Müssen wir jetzt zur Sonnencreme greifen? Auch wenn es in den letzten Tagen noch recht kühl war, gibt es laut Bundesamt für Strahlenschutz immer mehr unbewölkte Tage, wodurch die UV-Einstrahlung in Nordeuropa stärker geworden ist. Was genau bedeutet das für sonnige Frühlingstage in unserer Region? Das Bundesamt und die Bremer Hautärztin Silke Matzke beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie stark ist die Sonne im Frühling schon?
Es kommt auf die Tageszeit an, aber die Sonnenstunden reichen auch im Frühling schon aus, um den ersten Sonnenbrand des Jahres zu verursachen. Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der UV-Strahlung, die zu einem Sonnenbrand führen kann. Je höher dieser ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten. Ab Anfang April werden in ganz Deutschland bereits UV-Index-Werte von 3 erreicht. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt deshalb bereits ab diesem Wert Sonnenschutzmittel anzuwenden.
Wie schützt man sich in der Sonne am besten?
Ein textiler Lichtschutz, sprich lange Ärmel oder gegebenenfalls Hut, ist immer am besten. Das kann sinnvoller sein als Eincremen, weil es mehr Licht abfängt. Es sollten dabei eher dunkle Farben wählt werden, denn diese lassen weniger Licht an die Haut. Für die Regionen am Körper, die der Sonne dennoch ausgesetzt sind, wie beispielsweise Gesicht, Hände und Dekolleté, sollte man zur Sonnencreme greifen, so die Bremer Dermatologin Silke Matzke. Und das durchaus auch schon im Frühjahr.
Ab wann muss ich meine Haut schützen – auch schon bei kurzen Aufenthalten draußen?
Es kommt mit auf den Hauttypen an. Je heller die Haut ist, desto empfehlenswerter ist es. Nach dem Winter ist die Haut weniger an die Sonne gewöhnt und hat ihre natürlichen UV-Barriere noch nicht wiederaufbauen können. Das heißt, zusätzlich zur Sonneneinstrahlung ist die Haut im Frühjahr einfach viel empfindlicher.
Schulter einer Frau, deren Haut wegen einem Sonnenbrand ganz rot ist.
Auch wenn es nicht gleich ein Sonnenbrand ist, UV-Strahlen tragen zur Alterung der Haut bei. Bild: Imago | Science Photo Library
Ist die Sonne über Norddeutschland genau so gefährlich wie in südlicheren Regionen?
UV-Strahlung ist überall gleich risikoreich für die menschliche Gesundheit – egal, wo man sich auf der Welt befindet. Die Gefahr durch die UV-Strahlung wird in kühleren Gegenden jedoch oft unterschätzt, da UV-Strahlung für den Menschen nicht wahrnehmbar ist. Der irrtümliche Glaube herrscht, dass erst bei großer Wärme auch die UV-Strahlung hoch ist.
Lässt sich durch "vorbräunen" ein Sonnenbrand vermeiden?
Die Bräunung ist eine Schutzreaktion der Haut auf bereits durch UV-Strahlung geschädigte Hautzellen. Durch Bräunung verdickt sich die Hornhaut und eine Lichtschwiele wird aufgebaut. Dadurch wird zwar der Hauteigenschutz etwas erhöht, aber nur etwa um den Lichtschutzfaktor 4. Es dauert nur minimal länger bis ein Sonnenbrand auftritt. Sonnenbrände treten auch bei gebräunter Haut auf. Durch "Vorbräunen" im Frühjahr lassen sich Sonnenbrände nicht vermeiden.
Was ist, wenn man die Sonnencreme mal zu Hause vergisst?
Ein einzelner Sonnenbrand kann für manche Menschen keine weiteren gesundheitlichen Folgen haben, für andere kann es der Anfang einer Hautkrebserkrankung sein. Die Haut vergisst keine Sonneneinstrahlung. Alles, was man im Leben an Sonne sammelt, schadet vielleicht nicht jetzt, aber die Haut vergisst es nicht, sie altert durch UV-Strahlung anders.
Wie gefährlich ist die Sonne für Kinder?
Sonnenbrände in der frühen Jugend sind ein hoher Risikofaktor, später an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Kinder sollten daher eingecremt und möglichst angezogen in der Sonne unterwegs sein.

Erwachsene sollten deshalb bei Kindern besonders auf Schutz vor der Sonne achten. Säuglinge gehören überhaupt nicht in die pralle Sonne.

Cornelia Baldermann, Bundesamt für Strahlenschutz
Müssen nur helle Hauttypen Sonnencreme tragen?
Egal welcher Hauttyp: Die wichtigsten Sonnenschutzregeln sollte jeder beherzigen, um Hautschäden zu vermeiden. Alle Hauttypen können einen Sonnenbrand bekommen. Es gilt allerdings: Je heller, und damit empfindlicher, die Haut gegenüber UV-Strahlung ist, desto eher treten Sonnenbrände auf und desto höher ist das Risiko für Hautkrebserkrankungen.

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Autorin

  • Johanna Kroke Studentische/r Redakteurin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 3. Mai 2021, 23:30 Uhr