Interview

Leiter der "Seute Deern"-Bergung: "Es bewegt sich gar nichts"

Am Samstag wurden die Bergungsarbeiten in Bremerhaven vorerst eingestellt. Wie es mit dem Schiff heute weitergehen soll, erklärte Hans-Joachim Möller im buten un binnen-Interview.

Die Seute Deern, aus der Wasser gepumpt wird und an dessen Seite orangene Luftsäcke angebracht sind.
Warum musste die Bergung der "Seute Deern" abgebrochen werden?
Wir haben ja Wasser aus dem Schiff gepumpt, ungefähr 2.000 Tonnen. Zuerst fiel der Pegel im Schiff, aber danach blieb er gleich. Da machte es keinen Sinn mehr, dagegen anzupumpen. Also irgendwo läuft Wasser nach.
Läuft das Wasser durch die maroden Blanken nach?
Das ist zu vermuten. Oder wir haben unten im Schlickbereich ein Loch im Schiff. Das können wir nicht sehen und ist durchaus möglich.
Es hätte also keinen Sinn gemacht, auch über Nacht weiterzupumpen?
Nein. Dafür haben wir die Pumpenkapazität nicht. Wir haben jetzt neue Pumpen bestellt. Die werden noch in der Nacht auf Sonntag angeliefert. Das sind drei Pumpen mit einer Kapazität von 6.000 Kubikmeter. Die werden dann installiert und am Sonntag ab 13 Uhr machen wir weiter.
Ist das Schiff beim ersten Versuch denn überhaupt auch nur ein paar Zentimeter hochgekommen?
Die Zuschauer hatten zwar schon das Gefühl, dass das Schiff hoch kommt. Aber das ist nur der Stand der Hafenwassers, der sich verändert. Also am Schiff an sich hat sich nichts getan. Es liegt nach wie vor im Schlick und da bewegt sich gar nichts.
Sind Sie enttäuscht?
Nein, ich bin nicht enttäuscht. Das gehört eben zum Geschäft. Bei Bergungen ist es nunmal so, dass man auch mal Rückschläge hat. Aber wir haben ja gesagt, dass wir 20 Tage brauchen und das war der 18. Tag. Also wir liegen noch in der Zeit.

Autorin

  • Anke Kültür

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. September 2019, 19:30 Uhr