Infografik

Zeitplan für "Seute Deern"-Bergung verschiebt sich erneut

Voraussichtlich ab 14 Uhr am Samstag wird das Wasser aus dem havarierten Dreimaster in Bremerhaven abgepumpt. Wenn alles klappt, schwimmt das Schiff danach wieder von selbst.

Ein Mann mit Arbeitskleidung und Helm steht vor dem Segelschiff und zeigt einen breiten Gurt.
Der Sachverständige Martin Claus zeigt einen der Gurte, die Luftsäcke auf beiden Seiten der "Seute Deern" zusammen halten sollen.

Seit Dienstag arbeiten sich Taucher durch den Schlamm unter der "Seute Deern" im Alten Hafen von Bremerhaven vor. Gurte sollen unter dem abgesunkenen Dreimaster durchgezogen werden, um damit insgesamt 20 Luftsäcke auf beiden Seiten zu verbinden. Ist das havarierte Schiff auf diese Weise stabilisiert, kann am Wochenende mit dem Abpumpen begonnen werden. Damit hat sich die ursprüngliche Planung ein paar Tage nach hinten verschoben. Das Bremerhavener Wahrzeichen soll danach möglichst von selbst wieder auftauchen, so die Experten.

Bergung der Seute Deern
Ein Mann mit Helm und Arbeitskleidung steht vor dem Segelschiff und zeigt einen Luftsack.
Luftsäcke sollen die "Seute Deern" stabilisieren, damit sie beim abpumpen nicht kentert. Die Bergung wird von Jörn Haumüller geleitet.

"Wir nähern uns dem Schlussakt", sagte Lars Kröger, Projektleiter am Deutschen Schifffahrtsmuseum für die geplante Sanierung der "Seute Deern", noch Mitte der Woche. "Was momentan vonstatten geht, muss immer wieder neu entschieden werden, dafür kann man keine Pläne aus dem Regal ziehen." Zunächst war das Schiff gesichert, dann Teile der Masten demontiert worden. Seit Montag sind alle sichtbaren Lecks von Tauchern abgedichtet. Sie lagen ursprünglich über Wasser und stammen hauptsächlich von einem Brand im Februar. Der Kiel steckt laut des Sachverständigen Martin Claus im Schlamm, zum Zustand könne daher noch nichts gesagt werden, hieß es im Zuge der Bergungsarbeiten.

Zukunft auch bei erfolgreicher Bergung unklar

Ein Mann in Arbeitskleidung zeigt einen Taucherhelm
Taucher Torsten Tiedemann ist bei den zweieinhalb stündigen Tauchgängen über seinen Helm stets in Kontakt mit den Kollegen an Land.

Bergungsleiter Jörn Haumüller sagte, es sei nicht völlig ausgeschlossen, dass beim Abpumpen Stabilität verloren gehe, das Schiff zu schnell auftauche, zur Seite kippe oder kentere. "Es ist aber relativ unwahrscheinlich, dass das passiert."

Die Zukunft der "Seute Deern" bleibt jedoch auch bei erfolgreicher Bergung unklar. "Bei der Sanierung ist die Pause-Taste gedrückt", sagt Projektleiter Kröger. Der Fall müsse neu bewertet und gegebenenfalls auch neu verhandelt werden. Mehr als 30 Millionen Euro waren dafür anteilig von Bund, Land und Stadt in Aussicht gestellt worden. Das letzte Wort haben nach der Bergung dann der Stiftungsrat des Deutschen Schifffahrtsmuseums und die Politik.

Autor

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 17. September 2019, 16 Uhr