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So verhalten Sie sich in Seenot richtig

Schwimmen, Surfen, Segeln – vor allem im Sommer sind das beliebte Wassersportarten. Damit Sie nicht in Gefahr geraten, sollten Sie diese 7 Tipps der Seenotretter von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) beachten.

Das Seenotrettungsboot Hertha Jeep der DGzRS birgt Rettungsschwimmer der Berufsfeuerwehr Greifswald von einer Rettungsinsel im Strelasund bei Stahlbrode.
Bild: dpa | Stefan Sauer

1 Immer eine Schwimmweste tragen

"Ich mach das schon ewig so, ich kann das!" – Sätze wie dieser sind auf See fatal, sagen Seenotretter der DGzRS. Egal wie ruhig das Wasser, erfahren der Skipper oder fit die Crew ist, eine Schwimmweste sollte man auf einem Boot immer tragen. Sie erhöht die Überlebenschancen im Wasser, wenn jemand ohnmächtig wird. Denn durch die Schwimmweste wird der Kopf immer über Wasser gehalten.

2 Eine Orientierungs-App nutzen

Auf größeren Segelbooten gibt es häufig ein Funkgerät und ein GPS-Gerät. Auf kleinen Ruderbooten oder beim Surfen hat man so etwas meistens nicht dabei. Dafür hat die DGzRS die App "Safetrx" entwickelt. Sie kann die Position senden und alarmiert im Notfall eine Kontaktperson, die dann wiederum einen Notruf machen kann.  Außerdem kann man über einen Knopf selbst einen Notruf samt aktueller Position absetzen, wenn man das Handy vorher wasserdicht verpackt hat.

3 Surfbretter mit Handynummer beschriften

Im einen Moment liegt das Surfbrett noch am Strand, im nächsten Moment treibt es weit draußen im Meer, weil eine Welle schneller da war als der Besitzer. Wenn jemand ein einsames Surfbrett findet, sorgt das oft für eine groß angelegte Suche der Seenotretter nach dem vermissten Surfer. Beschriftet man das Bord mit seiner Handynummer, kann man angerufen werden und Bescheid geben, dass das Brett verloren gegangen ist.

4 Nie das Boot verlassen, bevor es Sie verlässt

Nichts ist so sicher wie das eigene Boot. Solange an Bord nicht alles in Flammen steht oder das Schiff rasend schnell sinkt, sollte man dort bleiben, empfehlen die Seenotretter der DGzRS. Denn auch ein nasses Schiff sei sicherer als eine Rettungsinsel. Solange also ein Wassereinbruch unter Kontrolle ist, sollte man an Bord auf die Seenotretter warten.

Diese Fakten rund um Seenotrettung sollten Sie kennen

Grafische Darstellung einer Rettungsinsel mit Blick auf das Meer. Die vorbeiziehenden Wolken sind klickbar und mit Infokacheln versehen. 2 3 1 350 Menschen bei 2.100 Einsätzen haben die Seenotretter 2018 gerettet. Der Aufwand für Seenotrettungen 2017: 39 Millionen Euro Ein Einsatz kostet maximal 400 Euro pro Stunde. Rettungen bei akuter Seenot kosten den Geretteten nichts. 1.000 Menschen arbeiten auf den Booten – 800 von ihnen ehrenamtlich
Bild: Radio Bremen

5 Medikamente gegen Seekrankheit mitnehmen

Vor allem bei stürmischem Wetter ist eine Rettungsinsel kein gemütlicher Ort. Sie schaukelt hin und her und macht Mitfahrende schnell seekrank. Deswegen sollte man an Bord eines Schiffes eine Tasche (eine sogenannte "Grab-Bag") mit Tabletten gegen Seekrankheit für die Insel bereit legen. Außerdem befindet sich darin frisches Trinkwasser, ein Funk- und GPS-Gerät und Seenotsignale.

6 Wenn man über Bord geht: Fötus-Stellung einnehmen

Dass schwimmen einen Schiffbrüchigen warmhält, ist laut DGzRS ein Mythos. Arme und Beine kühlten zuerst aus und das Schwimmen beschleunige diesen Vorgang auch noch. Die Schwimmweste hält einen Menschen über Wasser. Im Wasser sollte man die Beine anwinkeln und umarmen, sich zu einem kleinen Paket zusammenkauern, raten die Seenotretter. Das speichere am meisten Körperwärme. Nur Leistungsschwimmer könnten unter Umständen einen Schwimmversuch starten. An Bord des Bootes, von dem jemand gefallen ist, sollte immer ein Crew-Mitglied auf den Schiffbrüchigen zeigen und Sichtkontakt halten.

7 Eine Rettung aus echter Seenot kostet nichts

Wenn jemand an Bord verletzt ist, jemand allein auf dem Wasser treibt oder eine andere wirklich gefährliche Situation entsteht, dann ist der Einsatz der Seenotretter kostenlos. Niemand müsse sich schämen, die Seenotretter anzufunken, wenn er auf Grund gelaufen ist oder ein anderes technisches Problem hat, heißt es bei der DGzRS. Aber wenn kein akuter Notfall besteht, berechnen die Retter für ihren Einsatz pro Stunde 200 Euro, maximal 400 Euro pro Einsatz.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 28. Juli 2019, 19:30 Uhr

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