Science Fiction im Keller: Wie sich dieses Ehepaar ein Raumschiff baute

Zwei Science-Fiction-Fans haben einen Tresorraum zum Raumschiff-Simulator umgebaut. Eine Geschichte zweier Nerds aus Bremerhaven.

Uwe Lührs sitzt auf dem Kapitäns-Stuhl im Raumschiff-Simulator, seine Frau Cora Kathmann steht neben ihm
Das Ehepaar Uwe Lührs und Cora Kathmann hat sich einen Raumschiff-Simulator im Keller gebaut. Bald wird er als Escape Room vermietet.

Einen selbstgebauten Raumschiff-Simulator in einem Tresorraum – das hat das Ehepaar Uwe Lührs und Cora Kathmann im Keller ihres Geschäfts "Der Spielspass" in Bremerhaven. Beide sind große Star-Trek-Fans und bezeichnen sich augenzwinkernd als Nerds. Künftig wollen sie den Simulator dann als Escape Room mit eingebauten Rätseln anbieten.

Mal gibt es Kampfsituationen, mal eine Raumschiffpanne

"Wir haben Uniformen, wir gucken alle Filme und Serien, wir sind schon arg vernarrt in Star Trek und Science-Fiction", sagt Uwe Lührs. "Völlig infiziert." Seine Frau Cora Kathmann ergänzt: "Ich würde mich schon fast als Nerd bezeichnen, das ist noch mal eine Stufe über Fan." Statt auf der Couch landen die beiden nach Feierabend gerne mal in ihrem Raumschiff. Die 3,2 Tonnen schwere Tresortür wollen sie noch besser einbinden, der Rest des Raumschiffs steht. Alle Konsolen sind da, Wissenschaft, Kommunikation, Technik, Steuer, Waffen. "Alles, was man braucht, um mit einem Raumschiff zu fliegen", sagt der 54-Jährige. Mit Captain und einer Rumpf-Crew von fünf Leuten. Der Kommunikationsoffizier verkündet neue Nachrichten, der Wissenschaftsoffizier setzt den Kurs durch die Asteroiden, der Steuermann den WARP-Antrieb. Mal gibt es Kampfsituationen und Alarmstufe Rot, mal eine Raumschiffpanne. Weltweit programmieren Anhänger Missionen.

Uwe Lührs und Cora Kathmann sitzen auf der Brücke ihres Raumschiff-Simulators
Von der Brücke des selbstgebauten Raumschiff-Simulators brechen Uwe Lührs und Cora Kathmann auf in ferne Galaxien.

Alles war in zwei Wochen zusammengebaut

"Wir haben alles selbst gebaut, mit ein bisschen Hilfe", sagt Lührs. Das ist ihm wichtig. In den USA gibt es reichlich solcher selbstgebauter Raumschiffe, in Deutschland weniger. Anfangs war die Einrichtung im Keller spartanisch, mit normalen Tischen und Monitoren. "Wir haben das Ganze in zwei Wochen zusammengebaut." Es gibt von schon reichlich Interesse am Simulator, obwohl sie noch gar nicht an die Öffentlichkeit gegangen sind. Trotzdem zählt für das Ehepaar der Spaß an der Sache und die Gemeinsamkeit mit Gleichgesinnten.

Man ist ein bisschen verrückt, wenn man so etwas macht. Aber es gibt genug andere verrückte Sachen. Wir haben eben eine Raumschiffbrücke.

Uwe Lührs

Als der Star-Trek-Hype groß war, gab es auch eine größere Community. "Da sind die Leute in Uniform auf der Straße herumgelaufen und haben diesen Kult gepflegt." Bei den Fortsetzungen sei das Flair etwas verflogen. Und auch um die Science-Fiction-Vereine ist es stiller geworden. Das Ehepaar gehört dem der "Star-Ship Academy" an, neben "Starfleet Command Bremerhaven" und "Starbase 471 e.V.", einer von drei solcher Clubs in Bremerhaven.

Am Sonntag führen die Trekkies übrigens eine Rally mit dem Motto "Nach Hause in die Zukunft" durch. Förderung kommt von der Stadt. Teilnehmende Crews müssen Aufgaben im Raum Lehe lösen, um nach Hause in die Zukunft gelangen. Wer verkleidet kommt, zahlt keine Startgebühr. "Und wenn es nur ein altes Blechsieb auf dem Kopf ist", sagt Lührs und lacht. "Es gibt ja genug Science-Fiction-Filme, in denen Leute so komisch durch die Gegend laufen." Die beste Besatzung gewinnt eine Weltraum-Mission im Raumschiff-Simulator.

  • Joschka Schmitt

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sonntag aus Bremerhaven, 12. Mai 2019, 13:45 Uhr