Darum wirbt Olaf Scholz für ein starkes Europa

Bei der Bremer Schaffermahlzeit hat Ehrengast Olaf Scholz dafür geworben, die EU zu stärken. Deutschland müsse bereit sein, sich finanziell mehr zu engagieren, sagte der Hamburger Bürgermeister.

Die Europäische Union zeige – bei aller Reformbedürftigkeit – wie ein freier Markt funktionieren könne und demokratische Standards gewahrt werden, sagte Scholz in seiner Rede im Bremer Rathaus. Globalisierung biete Chancen, brauche aber auch Regeln – und das Vertrauen der Bürger. Tarifbindung und Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmern spielten dabei eine große Rolle. Die globalen Kräfteverhältnisse haben sich verschoben, sagte Scholz in Bremen. Die USA gingen eigene Wege. Auch China und Russland seien keine einfachen Partner. Europa müsse jetzt zeigen, dass es in einer globalisierten Welt etwas ausrichten und seine Bürger schützen könne. Und Deutschland, davon ist Scholz überzeugt, kann seine Interessen am besten in einem starken Europa vertreten. Dafür müsse es bereit sein, sich finanziell noch stärker zu engagieren. Für einen neuen Aufbruch in Europa brauche es einen gerechten Arbeitsmarkt, eine gemeinsame Außen-, Sicherheits, und Verteidigungspolitik und eine stabile Währung.

Der Hamburger Bürgermeister gilt als Kandidat auf den Posten den Finanzministers in der geplanten Großen Koalition im Bund. Zu den SPD-internen Personaldebatten und dem Verzicht von Martin Schulz auf den Posten des Außenministers, sagte Scholz in Bremen nichts.

Zu den prominenten Gästen der Schaffermahlzeit gehörten in diesem Jahr außerdem die Präsidentin der Deutschen Welthungerhilfe, Bärbel Diekmann, sowie der Musiker Herbert Grönemeyer. Die bei der traditionsreichen Veranstaltung gesammelten Spenden kommen dem Haus Seefahrt zugute, einer Stiftung für mittellose Seeleute und ihren Angehörigen.

Der Politiker Olaf Scholz auf einem Stuhl, vor ihm das Bremer Buch der Stadt.

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Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 9. Februar 2018, 20 Uhr