Ryanair schließt Basis in Bremen: Verbindungen bleiben erhalten

  • Die zwei in Bremen stationierten Flugzeuge von Ryanair sollen abgezogen werden
  • Ebenso hat Ryanair seine Gewinnziele gekappt
  • Als Grund nennt die Fluggesellschaft die Streiks des Personals
Zwei Ryanair-Flugzeuge stehen sich an einem Flughafen gegenüber.
Ryanair ist der größte Billigflieger Europas. In Bremen sollen stationierte Flugzeuge abgezogen werden. Bild: DPA | Marcel Kusch

Ryanair will seine Basis in Bremen schließen und die beiden dort stationierten Flugzeuge abziehen. Das teilte der irische Billigflieger am Montag mit.

Für Ryanair-Boss Michael O'Leary sind vor allem Piloten und Flugbegleiter schuld. Durch ihre Warnstreiks habe sich das Geschäft eingetrübt, schreibt er in einer Pressemitteilung. Deshalb werde die Fluggesellschaft die Standorte Bremen und Eindhoven in den Niederlanden ab 5. November schließen. Darüber hinaus werde die Basis in Weeze am Niederrhein drastisch verkleinert, heißt es weiter.

Trotzdem wollen die Iren Bremen treu bleiben. Die meisten Verbindungen blieben erhalten und würden künftig von den Zielflughäfen aus bedient, erklärte O'Leary.

Bremer Flughafen: Absicht zur Schließung zur Kenntnis genommen

Unklar ist noch, ob es sich bei den sogenannten "winter cuts" um eine vorübergehende Maßnahme handelt. Der Bremer Flughafen geht jedenfalls davon aus. Man habe "die Absicht zur Schließung von deutschen Basen, darunter auch Bremen im Winter 2018, zur Kenntnis genommen", teilte der Flughafen Bremen mit. Der Winterflugplan 2018 und der Sommerflugplan 2019 für Bremen seien zurzeit auf der Ryanair-Webseite geladen und buchbar.

Eine Schließung der Bremen-Basis im Winter bedeutet lediglich, dass die Bereitstellung der Crews der Ryanair-Maschinen in diesem Zeitraum nicht mehr aus dem Standort Bremen, sondern von anderen im Umlauf des Flugzeuges befindlichen Standorten erfolgt.

Andrea Hartmann, Pressesprecherin Flughafen Bremen

Gewinnziele korrigiert

Ryanair hatte seine Bremer Basis 2007 eröffnet. Dazu hatte die Airline ein eigenes Abfertigungsterminal vom Flughafen gekauft. Dies hat Ryanair in diesem Sommer wieder zurückgegeben.

Ebenso hat Ryanair seine Gewinnziele gekappt. Die Fluggesellschaft korrigierte ihre Prognose für das laufende Jahr und sorgte damit für kräftige Kursverluste. Ryanair-Aktien verloren am Vormittag bis zu zwölf Prozent an Wert. Auch die Aktien anderer Fluggesellschaften gerieten in den Abwärtssog.

Ryanair nennt Streiks als Grund

Der Gewinn dürfte im Geschäftsjahr 2018/19 (Ende März) bei 1,10 bis 1,20 Milliarden Euro liegen, teilte Ryanair in Dublin mit. Bislang war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden ausgegangen. Als Grund für die Senkung gab Ryanair die Streiks in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Portugal an. Allein Ende vergangener Woche waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen. Das fliegende Personal will höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen nach dem jeweiligen nationalen Recht erreichen.

Steigende Kosten für Flugbenzin sind indes ein Problem, das die gesamte Branche betrifft. Bereits Ende vergangener Woche hatte der Ryanair-Konkurrent Easyjet seine Gewinnprognose eingeengt. Der um Sonderposten bereinigte Vorsteuergewinn dürfte zwischen 570 und 580 Millionen britische Pfund (639 bis 651 Millionen Euro) erreichen, hieß es am Freitag.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 1. Oktober 2019, 14 Uhr