Einigung nach vier Jahren: Neuer Tarifvertrag bei Rheinmetall Bremen

  • IG Metall und Rheinmetall unterschreiben Tarifvertrag
  • Gewerkschaft spricht von einem der längsten Tarif-Prozesse ihrer Geschichte
  • Bremer Rheinmetall-Niederlassung war 2002 aus Tarifvertrag ausgestiegen
Ein Firmenschild von Rheinmetall Defence
Der Tarifvertrag gilt für bis zu 1.500 Beschäftigte. Bild: DPA | Philipp Schulze

Beim Rüstungsunternehmen Rheinmetall Electronics (RME) in Bremen sind am Vormittag jahrelange Tarif-Auseinandersetzungen beendet worden: Unternehmensleitung und IG Metall haben einen Tarifvertrag für bis zu 1.500 Beschäftigte unterzeichnet. Als letzter Streitpunkt hatten sich beide Seiten beim Altersschutz geeinigt.

Vier Jahre lang gab es Streit um die Einführung eines Tarifvertrags bei der Tochter des Düsseldorfer Rheinmetall-Konzerns – die IG Metall Bremen spricht von einem der längsten Tarif-Prozesse in ihrer Geschichte. Noch bis zuletzt sei über einzelne Formulierungen gestritten worden. Damit gilt jetzt rückwirkend zum 1. Januar ein Haustarifvertrag, der sich am Flächentarifvertrag der Metall- & Elektroindustrie orientiert. Dadurch steigt unter anderem das Entgelt im Durchschnitt deutlich um 6 bis 8 Prozent. Außerdem regelt der Vertrag den Kündigungsschutz und die Entgeltsicherung für Beschäftigte ab Mitte 50.

Die Bremer Rheinmetall-Niederlassung war 2002 aus dem Tarifvertrag ausgestiegen. Sie war seitdem eines der wenigen Unternehmen im Konzern ohne Tarifbindung. Grund war damals die wirtschaftliche Lage der Bremer Tochter. In Bremen-Sebaldsbrück stellt das Unternehmen unter anderem Simulatoren für die Gefechtsausbildung her, zu großen Auftraggebern zählt die Bundeswehr.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Mittag, 16. Juli 2020, 12 Uhr