Micky Maus als Gast? So läuft die Corona-Registrierung in Restaurants

Um Corona-Infektionen nachvollziehen zu können, müssen Gäste ihre Kontaktdaten angeben. Doch überprüfen dürfen die Betreiber die Angaben nicht.

Video vom 27. Mai 2020
Auf einem Blatt steht "Gästeregistrierung", daneben liegt ein Stift.
Bild: Radio Bremen

Ob Café, Restaurant oder Kneipe: Jeder Besuch beginnt mit dem gleichen Prozedere, nämlich dem Preisgeben von Kontaktdaten. So sollen im Falle eines Corona-Ausbruchs mögliche Kontaktpersonen ausfindig gemacht werden.

Doch auch, wenn das Angeben von Name und Telefonnummer oder Emailadresse Pflicht ist: Die Gastronomen haben keine Möglichkeit, die Daten zu überprüfen. Denn nach einem Personalausweis dürfen sie nicht fragen.

Behörde setzt auf Selbstverpflichtung

Und auch seitens der Bremer Behörden droht den Namensfälschern kein Bußgeld. "Wir fahren einen deutlich weniger mit Zwang und Bußgeldern behafteten Weg. Wir verpflichten die Menschen also nicht, mit ihren Personalausweisen in die Kneipen oder Gastronomiebetriebe zu kommen", erklärt Lukas Fuhrmann, Sprecher der Bremer Gesundheitsbehörde.

Wie auch bei der Maskenpflicht: Wir machen den Bremer Weg. Ohne Zwang, sondern mit der Selbstverpflichtung der Bevölkerung.

Lukas Fuhrmann
Lukas Fuhrmann, Sprecher Bremer Gesundheitsbehörde


Und so kann es sein, dass auch mal Pippi Langstrumpf oder Max Mustermann im Restaurant zu Gast waren.

Bremer halten sich meist an Regeln

Doch trotz der fehlenden Konsequenzen scheinen die meisten Bremer einsichtig. "Es gibt welche, die schreiben 'Müller' und 'Hans'", berichtet Gastronom Merlin Selimaj. "Aber 90 bis 95 Prozent sind ehrlich und schreiben ihre Nummer auf und sogar die Uhrzeit, wann sie kommen und wieder gehen", so Selimaj.

Ich bin ja interessiert daran, wenn ein Ausbruch ist und ich in Kontakt damit war, die Informationen zu kriegen,

Besucherin eines Bremer Lokals

Schließlich haben auch die Gäste ein Interesse daran, korrekte Daten anzugeben. "Ich finde es wichtig, dass es nachvollziehbar ist, wie die Infektionskette abläuft", sagt auch eine Besucherin. "Ich bin froh, dass wir wieder die Möglichkeit haben, raus zu gehen. Es kommt halt zu einem Preis, und den kann man ganz gut bezahlen."

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Video vom 18. Mai 2020
Hinter eine Bar steht eine Frau und schenkt ein Glas ein. Sie trägt einen Mundnasenschutz.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Anna Pajak

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. Mai 2020, 19:30 Uhr