Meinungsmelder

Viele Meinungsmelder wollen weniger Fleisch essen

Die meisten achten nach eigenen Angaben beim Kauf verstärkt auf die Herkunft des Fleisches. Viele fordern auch, dass Fleisch teurer werden muss.

Verkaufssituation an der Theke eines Fleischereigeschäfts (Symbolbild)
Ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei? Nach Auffassung vieler Radio Bremen Meinungsmelder ist das bei Fleisch auch eine Frage der Herkunft. Bild: DPA | Imagebroker/Jochen Tack

Das Thema Fleisch sorgt unter den Radio Bremen Meinungsmelderinnen und Meinungsmeldern aktuell für mächtig Aufsehen. So haben sich 1.760 Personen an unserer Befragung zum Fleischkonsum beteiligt – eine herausragende Zahl. Die große Mehrheit von ihnen – 78 Prozent – isst nach eigenem Bekunden regelmäßig Fleisch. Fleisch zu essen, liege "in der Natur des Menschen", sagt eine Meinungsmelderin beispielsweise.

Allerdings kaufen und konsumieren die meisten Befragten Fleisch und Wurst aufgrund der jüngsten Ereignisse – unter anderem die Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen – nicht mehr in der gleichen Weise wie zuvor. So geben 65 Prozent an, inzwischen verstärkt auf die Herkunft der Produkte zu achten. 46 Prozent der Befragten essen mittlerweile weniger Fleisch, 45 Prozent geben jetzt mehr Geld für Fleisch aus als vor den Corona-Ausbrüchen in Schlachthöfen.

Wie Meinungsmelder ihren Fleischverzehr verändert haben

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"Fleisch sollte teurer werden"

Apropos Geld: Nicht nur, dass fast die Hälfte der Meinungsmelder nun persönlich mehr Geld für die Wurst ausgibt als vor den Skandal-Meldungen aus den Schlachthöfen. Viele fordern auch, dass sich die Fleischpreise generell ändern müssten. So findet Meinungsmelder Fred Meier: "Fleisch sollte teurer werden, Landwirte produzieren zu viel Fleisch."

Marina Segelken sieht hier vor allem die Verbraucher in der Pflicht: "Wenn wir bereit sind, auch mal etwas mehr Geld auszugeben und uns damit befassen, wo das Fleisch herkommt, dann muss auch die Landwirtschaft umdenken."

"Agrarminister müssen endlich Verbraucher vertreten"

Ganz ähnlich sieht es Inge Dörder, die obendrein überzeugt davon ist, dass die Konsumenten die gesamte Fleischindustrie zur Kehrtwende zwingen könnten – sofern sie denn auf Billig-Fleisch verzichteten. In diesem Punkt ist sich Uwe Warnken allerdings nicht ganz so sicher. Er moniert: "Die Agrarminister müssen endlich die Verbraucher vertreten und nicht die Interessen der Fleischindustrie."

Meinungsmelderin Alexandra von Rex schließlich regt an: "Wir können noch viel von anderen Ländern lernen. In Japan zum Beispiel hat Essen einen sehr hohen Stellenwert, man hat Respekt vor dem Tier oder Gemüse. Wenn man eine Tomate auf dem Teller nicht aufisst, ist sie umsonst gewachsen."

So viele Meinungsmelder wollen Fleischkonsum dauerhaft ändern

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Mit 58 Prozent sieht es die Mehrheit der Befragten als wahrscheinlich an, dass sich ihr persönlicher Fleischkonsum infolge der Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen langfristig verändern wird. Lediglich 34 Prozent halten es mit Hinblick auf den eigenen Fleischkonsum für unwahrscheinlich.

Dazu muss man wissen: Viele Befragte reklamieren für sich, bereits vor den Horrormeldungen aus den Schlachthöfen lediglich Bio-Fleisch und das auch nur in Maßen konsumiert zu haben. Daher sähen sie keinen Grund, ihr Verhalten zu ändern.

So viele Tiere isst ein Mensch in Deutschland in seinem Leben

Video vom 3. August 2020
Grafik Tierkonsum
Bild: Radio Bremen | Ivan Marinsky

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Autor

  • Alexander Schnackenburg

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. August, 19.30 Uhr