Tödlicher Fehler: 37-jährige Ärztin in Verden vor Gericht

  • Assistenzärztin spritzte Patientin unverdünnte Kaliumlösung
  • Zuckerkranke Patientin starb später an Sauerstoffmangel im Gehirn
  • Internistin bat die Angehörigen für ihren Fehler um Entschuldigung
Zwei Mitarbeiter eines Gerichtes stehen nebeneinander, im Hintergrund ist das niedersächsische Wappen zu sehen.

Wegen eines tödlichen Kunstfehlers muss sich eine 37-jährige Assistenzärztin vor dem Landgericht Verden verantworten. Sie soll einer Patientin in der Verdener Aller-Weser-Klinik entgegen der Absprache mit der Oberärztin ein starkes Medikament unverdünnt gespritzt haben.

"Ich bedauere meinen Fehler außerordentlich", sagte die angeklagte Internistin vor Gericht und bat die Angehörigen der Verstorbenen ausdrücklich um Entschuldigung. Sie hatte 2017 versehentlich einer geschwächten, zuckerkranken Patientin eine unverdünnte Kaliumlösung gespritzt – und das an ihrem ersten Arbeitstag auf der Intensivstation der Aller-Weser-Klinik. Eigentlich hätte die Kalium-Lösung stark verdünnt über mehr als zwei Stunden per Infusion in die Adern laufen sollen.

Sie habe gewusst, dass Kalium unverdünnt tödliches Herzflimmern auslöst – aber sie habe extrem unter Stress gestanden und gleichzeitig mehrere Notfälle betreuen müssen. Ärzte konnten die Patientin zwar noch reanimieren. Sie starb aber später an Sauerstoffmangel im Gehirn. Auf die Frage des Staatsanwalts, warum ihr dieser Fehler unterlaufen konnte, antwortete die Angeklagte, sie wisse es nicht. Der Prozess wird nächste Woche fortgesetzt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 13. August 2019, 20 Uhr