Messerangriff in der Straßenbahn: 27-Jähriger gesteht

  • Prozess hat am Dienstag vor dem Bremer Landgericht begonnen
  • Angeklagter gibt Messerangriff auf Jugendlichen zu
  • Ermittler gehen von einem islamfeindlichen Motiv aus
Ein Polizeiwagen steht vor dem Bremer Landgericht.
Das Bremer Landgericht klärt die Umstände eines Messerangriffs auf einen Jugendlichen in einer Bremer Straßenbahn. (Archivbild) Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Fünfeinhalb Monate nach einem mutmaßlich islamfeindlich motivierten Messerangriff auf einen Jugendlichen in einer Bremer Straßenbahn hat der Prozess gegen den Verdächtigen begonnen. Der 27-Jährige gestand die Tat zum Auftakt des Verfahrens am Dienstag, wie ein Sprecher des Bremer Landgerichts sagte. Zu den Motiven äußerte er sich demnach nicht.

Das 16-jährige Opfer war von hinten attackiert und schwer am Hals verletzt worden. Bevor der Beschuldigte zustach, soll er sich abwertend über Muslime und das Fasten im Ramadan geäußert haben. Laut Anklage stand er unter Alkohol- und Drogeneinfluss und sei vermindert schuldfähig. Ihm wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Prozess soll bis zum 18. Dezember dauern.

Prozessauftakt unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Nach Angaben des Gerichtssprechers sagte auch das Opfer zum Prozessauftakt unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Tat aus, die sich Ende Mai ereignet hatte. Nach damaligen Angaben der Polizei war der 16-Jährige mit einem Freund in der Straßenbahn unterwegs. Als der Angeklagte die beiden beleidigte, wollten sie sich umsetzen. Dabei stach der Mann den Jugendlichen in den Hals.

Nach der Tat war dem 27-Jährigen zunächst die Flucht geglückt. Er wurde einige Tage später aber aufgrund eines Zeugenhinweises identifiziert und von Spezialkräften der Polizei in seiner Wohnung in Bremen gefasst. Er kam danach zunächst auf richterliche Anordnung zwangsweise in eine Psychiatrie. Bereits damals gestand er die Attacke.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 12. November 2019, 7 Uhr