Fragen & Antworten

Jedes vierte Kind im Land Bremen ist ein Cybermobbing-Opfer

In keinem anderen Bundesland werden anteilig so viele Schülerinnen und Schüler über soziale Medien gemobbt. Doch es gibt Auswege. Wir erklären, was den Opfern hilft.

Auf einem Handybildschirm stehen drei beleidigende Nachrichten.
Im Land Bremen ist Cybermobbing ein großes Problem.
Wie viele Bremer Schüler sind schon Opfer von Cybermobbing geworden?
Offizielle Zahlen gibt es von Polizei oder Schulen nicht. Laut dem Bündnis gegen Cybermobbing war 2017 aber jedes vierte Kind im Land Bremen Opfer von Cybermobbing. Damit lag Bremen unter allen deutschen Bundesländern auf Platz eins. Man kann also davon ausgehen, dass es in Bremen an fast jeder Schule Cybermobbing-Fälle gibt. Ein Beispiel ist die 17-jährige Jenny aus der Neustadt. Sie berichtete uns, dass sich andere Schüler immer wieder über ihre Sprachnachrichten lustig gemacht hätten. Manchmal sei es so schlimm gewesen, dass sie weinend aus der Klasse gelaufen sei.
Was machen Schulen, um das Cybermobbing einzudämmen?
Fortbildung ist das große Stichwort an den Bremer Schulen. Das Landesinstitut für Schule bildet sogenannte Media-Coaches aus. Sie lassen das Thema auch in den normalen Unterricht einfließen. Und das scheint zu funktionieren – denn an den Schulen, an denen es solche Coaches gibt, sind die Fälle von Cybermobbing weniger geworden. Aber da in Bremen und Bremerhaven viele Lehrer fehlen und Stellen unbesetzt sind, können nicht genügend Media-Coaches für jede Schule ausgebildet werden.
Was können Schüler oder auch Eltern tun, wenn sie mit Cybermobbing konfrontiert werden?
Wenn es in der Schule keine Hilfsangebote gibt, dann können sich Betroffene natürlich an die Polizei wenden. Es gibt aber auch im Internet Beratungsangebote. Außerdem können Betroffene auch persönlich bei Anlaufstellen wie zum Beispiel der Caritas in der Bremer Neustadt in Bremen und Bremerhaven vorbeischauen. Da treffen sich an jedem zweiten Montag Opfer von Cybermobbing, geben sich Tipps und Hilfestellung. Leiterin Sandra Koschel hat für alle Betroffenen den wohl wichtigsten Tipp: Sie rät, sich nicht zu verstecken, sondern Hilfe zu suchen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier Beginnt, 13. August 2019, 8:10 Uhr