Zu wenig Freiwillige: Wangerooge prüft Einführung von Pflichtfeuerwehr

  • Der Freiwilligen Feuerwehr auf der Insel fehlen Freiwillige
  • Laut niedersächsischem Brandschutzgesetz ist Pflichtfeuerwehr möglich
  • Heute entscheidet der Gemeinderat über Einführung
Zwei Feuerwehrmänner stehen vor einem Feuerwehrauto.
Der Freiwilligen Feuerwehr auf der Insel Wangerooge fehlen Freiwillige. (Symbolbild) Bild: DPA | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

Weil die Zahl der Freiwilligen bei der Feuerwehr zu gering ist, entscheidet der Gemeinderat der ostfriesischen Insel Wangerooge heute über die Einführung einer Pflichtfeuerwehr. Die Insel hat Schwierigkeiten, die nötige Mindestbesetzung von 26 Mitgliedern bei der Freiwilligen Feuerwehr zu erreichen.

Das Niedersächsische Brandschutzgesetz erlaubt die Verpflichtung von Bürgern für den Feuerwehrdienst, wenn es nicht genügend Freiwillige gibt. Sollte sich der Gemeinderat zu der entsprechenden Änderung der Gemeindesatzung entscheiden, wäre es das erste Mal in Niedersachsen, dass eine Pflichtfeuerwehr eingerichtet wird.

Situation auf Wangerooge ist besonders

Nach Auskunft des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes ist die Situation auf Wangerooge nicht typisch: In den meisten anderen Kommunen gebe es auch dank einer aktiven Kinder- und Jugendarbeit keine Schwierigkeiten, genügend Freiwillige für die Feuerwehren, sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse. Derzeit arbeiten seinen Angaben zufolge landesweit rund 130.000 aktive Feuerwehrleute in Niedersachsen.

"Nach meinem Eindruck ist das eher ein Problem auf den Inseln, weil dort wegen des teuren Wohnraums sich viele Insulaner eine Wohnung nicht mehr leisten können und aufs Festland ziehen", sagte Banse. Das sei auch das Problem in Schleswig-Holstein, etwa auf Sylt, wo 2005 bundesweit zum ersten Mal seit 1945 eine Pflichtfeuerwehr eingeführt wurde.

Andernorts steigt die Zahl der freiwilligen Feuerwehrkräfte

Auch nach Aussagen des niedersächsischen Innenministeriums ist in den vergangenen Jahren die Zahl der freiwilligen Feuerwehrkräfte in dem Land gestiegen. Allerdings hofft Wangerooges Gemeindebrandmeister Torsten Stumpf immer noch, dass sich nun genügend Freiwillige finden und niemand zwangsverpflichtet werden muss.

Die Gemeinde schrieb 230 der rund 1.350 Inselbewohner an, die theoretisch für den Feuerwehrdienst in Frage kommen könnten – Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 45 Jahren wurden gleichermaßen gefragt. Bislang habe es eine Rückmeldung gegeben. Vielleicht sei den meisten Insulanern noch nicht bewusst, in welcher Situation sich die Freiwillige Feuerwehr auf der Insel befinde.

Schwierige Zeiten für Freiwilligen Feuerwehren

Video vom 20. Oktober 2016
Teaserbild: Wochenserie (4): Freiwillige Feuerwehr
Bild: Radio Bremen

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 17. Dezember 2019, 12 Uhr