Besuche in Heimen erlaubt – nicht alle können Auflagen sofort umsetzen

  • Einrichtungen mit Hygiene-Konzept können schon Besucher zulassen
  • Bis zum 25. Mai sollen alle Häuser wieder öffnen
  • Kritiker sorgen sich um höheres Risiko für Bewohner
Zwei Angehörige besuchen in einem Pflegeheim ihre Mutter, die im Rollstuhl sitzt. Alle sitzen um einen Tisch herum und tragen Atemschutzmasken.
In Bremer Pflege- und Wohneinrichtungen sind Besuche jetzt wieder möglich, aber unter Auflagen. (Symbolbild) Bild: DPA | Jonas Güttler

Das Besuchsverbot in Bremer Alten- und Pflegeheimen wegen der Gefahr von Corona-Infektionen wird ab heute gelockert. Das hat der Senat beschlossen. Nicht alle Heime in Bremen und Bremerhaven können die Öffnung aber sofort umsetzen. Und es gibt auch Kritik am schnellen Vorgehen der Regierung.

Die Auflagen für Besuche sind strikt: Es gelten das Abstandsgebot von zwei Metern sowie die Corona-Hygieneregeln. Nur einzelne Gäste dürfen kommen, eine Gesichtsmaske ist Vorschrift, Essen ist nicht erlaubt. Bis zum 25. Mai sollen die Heime in Bremen und Bremerhaven jetzt Konzepte vorlegen, wie sie die Auflagen erfüllen und Besuche sicher durchführen können. Einrichtungen, die schon Pläne fertig haben, können sofort loslegen.

Öffnung von Heimen erhöht Risiko

Bei der Landesarbeitsgemeinschaft, die für die Heime der bremischen Wohlfahrtsverbände zuständig ist, ist man skeptisch. Mit der Öffnung für Besucher wachse auch das Infektionsrisiko, warnt Vorstandssprecher Arnold Knigge.

Damit das Corona-Virus nicht in die Heime hineingetragen wird, fordern die Betreiber umfassende Tests. Erstmal müssten Infektionen bei Neuankömmlingen in den Heimen ausgeschlossen werden, so Knigge. Dann müssten auch die Pflegenden routinemäßig getestet werden, um Infektionsherde sofort zu erkennen.

Keine massenhaften Tests geplant

Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hält flächendeckende Corona-Tests in Heimen aber nicht für sinnvoll. Bernhard will vielmehr in "besonders risikoreichen Einrichtungen" Kontrollen auf Covid-19 durchführen.

Alle bremischen Heimbewohner und die Beschäftigten regelmäßig alle vier bis sieben Tage zu testen, ist nicht leistbar.

Claudia Bernhard, Gesundheitssenatorin

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Video vom 12. Mai 2020
Eine Aufnahme der Bremer Obernstraße.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 13. Mai 2020, 6 Uhr