Dieser Mann sorgt bald für Ordnung in Bremens Altstadt

  • Mitarbeiter werden ab dem 1. Juni geschult
  • Ihre Reviere lernen die Ordnungsdienstler jetzt schon kennen
  • Ab Oktober täglich in den Stadtteilen unterwegs
Ein Polizist bespricht sich mit einer Frau und einem Mann auf dem Bremer Marktplatz.
Jürgen Schneider mit Kevin Rerrer (angehender Mitarbeiter im Ordnungsdienst im Außendienst) und Katherina Müller (angehende Einsatzleiterin Ordnungsdienst).

Jede Menge andere Städte haben bereits seit vielen Jahren einen Ordnungsdienst — und Bremen bekommt nun auch einen. 22 Mitarbeiter werden ab dem 1. Juni geschult. Einer von ihnen ist Kevin Rerrer. Auch er wird bald dafür sorgen, dass die Stadt sauberer wird. Weniger Zigarettenkippen, weniger Müll und Hundekot auf Bremens Straßen. Das ist das Ziel. Und dafür lernt Rerrer schon einmal sein künftiges Revier kennen.

Unterstützt wird er dabei von Oberkommissar Jürgen Schneider. Schneider ist Kontaktpolizist in der Altstadt — und kennt dort vom Obdachlosen bis zum Zeitungsverkäufer jeden.

An der Ecke Obernstraße und Sögestraße geht der Gang durchs künftige Revier los. Es ist früh am Morgen. Am Boden sammeln sich bereits Dutzende Kippen. "Also was hier schon mal toll ist, dass hier solche Eimer sind, in denen die Kippen ja schon entsorgt werden können. Einige kapieren das immer noch nicht“, sagt Schneider.

Neulich hatte ich das klassische Beispiel. Eine junge Frau will noch die Bahn erreichen und schnippt das Ding dann mal so raus. Und da war die Frage: Was mach ich jetzt? Sanktionieren? Nee, ich hab sie aus der Bahn geholt, Kippe aufsammeln und dann in den Eimer. Und dann durfte sie mit der nächsten Bahn fahren.

Oberkommissar Jürgen Schneider

Dass sich alle an die Regeln halten, dafür wird in Zukunft Rerrer verantwortlich sein. Deshalb hört er Schneider genau zu. Rerrer ist selbst zwei Meter groß — ein Autoritätsproblem dürfte er nicht haben. Wie die Polizei, dürfen auch Rerrer und seine künftigen 21 Kollegen Bußgelder verhängen und verlangen, dass sich Personen ausweisen.

Doch darum gehe es nicht in erster Linie, so Rerrer. Viel mehr will er Ansprechpartner sein und Präsenz zeigen.

Ich wünsche mir, dass eine Akzeptanz des Ordnungsdienstes entsteht, dass wir willkommen sind in Bremen und dass die Bürger uns als Hilfe sehen.

Kevin Rerrer, künftiger Mitarbeiter des Ordnungsdienstes

Schneider und Rerrer ziehen weiter. Sie sehen einen Akkordeonspieler am Eingang zur Böttcherstraße sitzen. Eine weitere Aufgabe des Ordnungsdienstes wird es sein, Straßenmusiker zu kontrollieren. Diese dürfen nämlich 30 Minuten ohne Verstärker spielen, dann müssen sie 100 Meter weiter ziehen. Die Begründung: Menschen, die in der Nähe arbeiten, sollen nicht zu sehr gestört werden.

Oft hätten die Musiker einen ganz kleinen Verstärker, der in eine Tasche passe. Schneider hat auch da einen Tipp: Wenn man hinter die Musiker schaue, könne man erkennen, ob irgendwo ein Kabel hängen würde.

Freundlich, aber bestimmt

Und auch Rerrer weiß schon, wie er mit dieser Situation umgehen würde: Den Musiker das Lied zu Ende spielen lassen und ihn dann fragen, seit wann er bereits dort ist. "Und dann kann man ihn bitten, den Platz jetzt zu wechseln. Aber halt auf eine freundliche Art und Weise", sagt Rerrer.

Freundlich sein — das ist allen künftigen Mitarbeitern des Ordnungsdienstes wichtig. Ab Oktober werden sie täglich bei jedem Wetter in den Stadtteilen unterwegs sein. Aber Wind und Regen seien nicht so schlimm, schließlich gebe es Regenjacken und Regenhosen zum Drüberziehen. Und wenn Rerrer und Co. dann doch mal bis auf die Knochen durchnässt sind, auch Wechselkleidung haben sie genug.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 16. Mai 2018, 13:20 Uhr