Besuch im Pflegeheim: Diese Lockerungen treten heute in Kraft

Es wird einfacher, Angehörige in Bremer Pflegeheimen zu besuchen. Viele Regeln fallen ab sofort weg. Worauf Sie aber weiterhin achten müssen – eine Übersicht.

Video vom 11. August 2020
Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz desinfiziert ihre Hände.
Bild: Radio Bremen

Es ist eine Nachricht, die viele Bewohner von Pflegeeinrichtungen und deren Angehörige erfreuen dürfte: Ab Dienstag werden die Besuchsregeln weiter gelockert. Das hatte das Bremer Sozialressort bereits Ende Juli verkündet. Eine Übersicht.

1 Bewohner haben grundsätzlich Anspruch auf Besuch

Sowohl in Einrichtungen der Altenpflege als auch in der Eingliederungshilfe, also in Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen, haben die Bewohner ein Recht auf Besuche. Allerdings: Dies setzt ein entsprechendes Besuchskonzept der Einrichtung voraus. Sollte es berechtigte Gründe geben, dürfen die Einrichtungen dieses Recht je nach Lage einschränken. Es lohnt sich also, eventuelle Besuchsregeln beim jeweiligen Betreiber nachzufragen, ehe man zu den Liebsten losrennt.

2 Keine Zeitbegrenzung mehr

Bisher durften Besucher maximal zwei Stunden pro Tag in der Einrichtung verbleiben. Ab Dienstag soll die Länge des Besuchs nicht mehr eingeschränkt sein. Wenn das Besuchskonzept des Betreibers dies zulässt, dürfen dann Oma und Enkel so lange plaudern, wie sie wollen.

3 Mehrere Besucher innerhalb einer Woche möglich

Bislang durfte nur jeweils ein fester Besucher pro Woche den Seniorenheim-Bewohner treffen. Jetzt dürfen sich prinzipiell Freunde und Familienmitglieder abwechseln – so oft wie sie wollen.

4 Kein separates Zimmer für den Besuch

Es ist ab Dienstag auch nicht mehr notwendig, dass die Einrichtungen einen abgetrennten Raum für den Besuch bereitstellen. Die Bewohner dürfen dann also theoretisch auch in ihren Zimmern oder Wohnungen Besucher empfangen. Weiterhin gilt: Die Heim-Betreiber müssen ein Besuchszimmer nicht mehr zur Verfügung stellen, dürfen dies aber tun, wenn sie es als erforderlich betrachten.

5 Vorherige Terminabsprachen nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben

Es ist nicht mehr zwingend notwendig, sich im Vorab für einen Besuch anzumelden. Allerdings dürfen die Einrichtungen von der Regel abweichen, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Es ist also anzuraten, sich vor dem ersten Besuch beim Betreiber zu erkundigen, ob Besuche wirklich jederzeit frei stattfinden können. Auf der Webseite der Bremer Heimstiftung ist beispielsweise zu lesen: "Besucher/innen müssen sich in der Einrichtung anmelden. Bitte erkundigen Sie sich im jeweiligen Haus nach den dortigen Gegebenheiten."

6 Besucher und Bewohner müssen symptomfrei sein

Weiterhin gilt: Wer Fieber, Husten oder andere Covid-19-Symptome hat, muss zu Hause bleiben. Heim-Bewohner müssen sich ebenfalls im Hinblick auf Corona in einem unbedenklichen Gesundheitszustand befinden.

7 Daten-Registrierung und Hygiene-Maßnahmen bleiben bestehen

Die Erfassung der persönlichen Daten am Eingang ist immer noch erforderlich. Sie soll dazu dienen, die Kontaktkette im Fall einer Covid-19-Infektion zurückzuverfolgen. Das Personal muss die Besucher empfangen und ihnen das Hygiene-Konzept der Einrichtung erklären. Die üblichen Hygiene-Maßnahmen bleiben bestehen.

So war der Besuch im Altersheim nach langer Quarantäne

Video vom 20. Mai 2020
Armin Gartelmann sitzt bei einem Besuch im Altenheim seiner Mutter mit einem Mund und Nasenschutz gegenüber.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. August 2020, 19:30 Uhr