Morddrohung gegen Oldenburger Polizeichef: "Denk einfach an Lübcke"

  • Oldenburger Polizeipräsiden erhält Droh-Mails
  • Unbekannte drohen laut "Spiegel", Kühme zu erschießen
  • Kühme hatte zuvor die AfD kritisiert
Der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme bei einer Pressekonferenz
Der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme (Archivbild). Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Nach seiner Kritik an der AfD hat der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme eine Morddrohung per E-Mail erhalten. Das Polizeipräsidium bestätigte am Freitag die Drohmail, die Kühme bereits im November erhalten haben soll. In der Nachricht drohte ein Unbekannter damit, ihn zu erschießen, wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet.

Drohung bezieht sich auf Attentat auf Walter Lübcke

"Nicht heute, nicht morgen, denk einfach an Lübcke", hieß es demnach in der Mail unter Bezug auf den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Die Polizei nehme die Drohung sehr ernst, sagte ein Sprecher gegenüber NDR 1 Niedersachsen. Staatsschützer erstellten eine Gefährdungsanalyse für den Polizeipräsidenten. Zudem werde nach dem Täter gesucht. Kühme selbst sagte, er habe keine Angst: "Ich werde meine Haltung nicht ändern. Die Morddrohung wird mich nicht davon abhalten, die Entgleisungen auch von einzelnen AfD-Politikern anzuprangern."

AfD sieht Neutralitätspflicht verletzt

Kühme hatte zuvor öffentlich gesagt, er sei entsetzt und schäme sich, "wenn Bundestagsabgeordnete der AfD muslimische Mitbürgerinnen und Mitbürger als Kopftuchmädchen und Messermänner bezeichnen oder die Nazi-Gräueltaten als Vogelschiss in der deutschen Geschichte verharmlosen". Derart hatten sich demnach die AfD-Spitzenpolitiker Alice Weidel und Alexander Gauland geäußert. Die AfD hatte Kühme deswegen vorgeworfen, seine Neutralitätspflicht als Beamter zu verletzen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. Januar 2020, 15 Uhr.