Mit Rollmöpsen im Haar in Richtung Miss-Titel

Das Deutsche Handwerk sucht seine Posterboys und -girls. Eine Bremerhavenerin ist ganz vorn dabei – und dafür nahm sie auch Ekeliges in Kauf.

Eine Frau mit Rollmöpsen im Haar
Dieses Bild von Manuela Pickruhn hat für Aufsehen gesorgt. Es erschien unter anderem schon in einem Handwerkskalender. Bild: Studio23 | Ellen Mense

Die Fotos haben für Aufsehen gesorgt: Eine junge Frau mit Rollmöpsen – nicht nur in der Hand, sondern vor allem im Haar. Wo sonst Lockenwickler sitzen, hat Manuela Pickruhn die schmackhaften Fische im Haar. So hat sich die Bremerhavener Friseurin um den Titel der "Miss Handwerk" beworben.

Die Idee hatte sie mit einer Freundin und einer Kundin. "Wir haben mal so rumgesponnen und da habe ich gesagt: Ich würde mal gerne tolle Friseurbilder haben, die aber nicht nur Standard sind", sagt Manuela Pickruhn – vor allem sollten sie mit Bremerhaven zu tun haben. "Und dann kam die Idee: Lass uns Fisch als Lockenwickler nehmen!"

Das Shooting war "ekelhaft, richtig ekelhaft"

Kurz darauf ging's in den Fischereihafen, um 7 Uhr morgens und in Jogginghose. Die Rollmöpse haben die Frauen dann schon vorgedreht, abgetrocknet und mit in den Salon genommen. "Ich hab mich fertig gemacht und dann haben wir die Fische in die Haare eingedreht wie Lockenwickler", erzählt die Friseurin.

Auf dem dann entstandenen Foto strahlt sie genussvoll. Doch das gibt ihre Laune beim Fotoshooting wohl nicht wirklich wieder: "Es ist richtig ekelhaft. Richtig ekelhaft", erinnert sie sich. Auch wenn es frischer Fisch war, hat sie acht Duschen und Haarwäschen gebraucht, um den Geruch wieder herauszubekommen. Aber immerhin: "Meine Hunde haben mich an dem Tag sehr geliebt."

Eine Friseurin mit einer Kundin
Manuela Pickruhn in zivil und ohne Fisch an ihrem Arbeitsplatz.

Mit den Fotos hat sich Manuela Pickruhn um den Titel der "Miss Handwerk" beworben. Zum zehnten Mal sucht das Deutsche Handwerksblatt derzeit die interessanteste Handwerkerin und den interessantesten Handwerker. "Rollmops-Model" Pickruhn steht hinter der Idee der Sache: "Dahinter steht für mich tatsächlich, wieder fürs Handwerk zu werben", betont die 44-Jährige: "Dass man wieder ein bisschen mehr über das Handwerk spricht, dass sich junge Menschen vielleicht auch mal wieder für ein Handwerk entscheiden, da wir ja wirklich große Nachwuchsschwierigkeiten haben."

Platz 6 und etwas Lokalprominenz

Den Miss-Titel haben die Bilder Manuela Pickruhn bisher noch nicht eingebracht – das Finale steigt erst am 13. März in München. Sie steht bisher aber immerhin schon auf Platz 6. Und ein bisschen Prominenz daheim gibt es auch schon. "Manchmal, wenn ich einkaufen gehe, wird schon mal mit dem Finger auf mich gezeigt: Guck mal, da ist die Fischfrau", sagt Manuela Pickruhn lachend: "Das macht Spaß, und das ist es wert gewesen."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Mittag, 18. Februar 2019, 13.15 Uhr