Greenpeace warnt vor Mikroplastik an Borkums Stränden

  • Mikroplastik wird laut Greenpeace auf Borkum angespült
  • Ursache soll die Havarie der "MSC Zoe" Anfang Januar sein
  • Greenpeace fordert Reederei zu mehr Transparenz auf
Diverses Strandgut, das nach der Havarie der MSC Zoe angespült wurde
Die angespülten Plastikteilchen entwickeln sich zu einem ernsthaften Umweltproblem. Viele freiwillige Helfer unterstützen die Strandreinigung. Bild: DPA | Berend Baalmann

Nach Angaben von Greenpeace wird täglich Mikroplastik an die Strände der Insel Borkum angespült. Grund dafür ist die Havarie des Containerschiffs "MSC Zoe", die Anfang Januar mehrere Container auf See verloren hat. Bei den angespülten grauen und weißen Partikeln handelt es sich um Granulate, die zur Herstellung von Plastikverpackungen eingesetzt werden. Das große Problem: Sie sind biologisch nicht abbaubar und werden zunehmend in Meerestieren und Seevögeln nachgewiesen.

Unterdessen haben rund 200 Feuerwehrleute im Landkreis Aurich eine Deichlinie bei Krummhörn nach Müll aus dem havarierten Container-Riesen "MSC Zoe" abgesucht. Auf rund 23 Kilometern fanden sie Verpackungsmüll, Styropor und Plastikspielzeug, sowie vereinzelt Kanister mit gefährlichen Stoffen. Der Großteil des Mülls stammt nach Angaben eines Feuerwehrsprechers von dem Frachter.

Auf dem Weg nach Bremerhaven hatte die "MSC Zoe" in der Nacht zum 2. Januar 291 Container verloren, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen. Diese konnten bisher noch nicht geortet werden. Greenpeace forderte die Reederei des Frachters auf, die Inhalte der verloren gegangenen Container vollständig offen zu legen, um die Umweltrisiken besser abschätzen zu können.

Mikroplastik entwickelt sich zu einem massiven Umweltproblem.

Manfred Santen, Chemie-Experte bei Greenpeace
Chemieexperte Manfred Santen
Der Chemieexperte Manfred Santen von Greenpeace warnt vor den nachhaltigen Umweltschäden, die durch Mikroplastik entstehen. Bild: DPA | Johannes Schmitt-Tegge

Die winzigen Teilchen Mikroplastik sind schwierig zu bergen. Greenpeace testet nach weiteren Angaben derzeit mit Staubsaugern und Greifern verschiedene Möglichkeiten, die Strände zu reinigen. Seit der Havarie haben freiwillige Helfer jeden Tag Spielzeugpistolen, Plastikblumen und Verpackungen am Strand eingesammelt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 15. Januar 2019, 6 Uhr