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Mehr Unfälle am Bremer Stern

  • Im Jahr 2018 ereigneten sich 67 Unfälle
  • 2016 waren es noch 50, 2017 wurde der Kreisverkehr umgebaut
  • Behörde erklärt das mit deutlich mehr Verkehrsteilnehmern
Die Bremer Stern-Kreuzung von oben

Nach Informationen von buten un binnen ist die Zahl der Unfälle am Stern angestiegen – und das trotz des Umbaus im Jahr 2017. Wie bisher unveröffentlichte Zahlen zeigen, haben sich im vergangenen Jahr mehr Unfälle ereignet als in den drei vorangegangenen Jahren – nämlich 67. Im Vergleich zum Jahr 2017 (46 Unfälle) ist das ein deutlicher Anstieg, allerdings war dies auch das Jahr des Umbaus.

Entwicklung der Unfallzahlen am Stern

Der aktuelle Stand der Verkehrsunfälle am Stern Bremen
Quelle: buten un binnen-Informationen

Aber auch im Vergleich zu 2016 zeigt sich: Die Zahl der Unfälle stieg – nämlich von 50 auf 67. Während die Zahl der Unfälle zwischen 2014 (68), 2015 (58) und 2016 (50) sank, stieg sie nach dem Umbau der Kreuzung wieder an.

Behörde: Unfallzahlen prozentual gesunken

Der Sprecher der Verkehrsbehörde, Jens Tittmann, will das allerdings nicht als Misserfolg verstanden wissen: "2014 und 2018 hatten wir Jahrhundertsommer und in den Jahren dazwischen war es erheblich kälter. Das spiegelt sich dann auch wieder in den Nutzerzahlen." In den Jahren 2014 und 2018 habe man rund um den Stern allein 500.000 Fahrradfahrten mehr verzeichnet als in den Jahren dazwischen. Die Verkehrsbehörde betreibe in der Gegend Fahrradzählstationen.

Zudem habe es auch mehr Autoverkehr gegeben, so Titttmann. "Das sich das dann auch in den Unfallzahlen wiederspiegelt, sollte nicht verwundern. Prozentual betrachtet sind stattdessen die Unfälle zurückgegangen", sagte Tittmann.

Wir haben Fahrradzählstationen und diese Zählstationen spucken realistische Zahlen aus. Und das waren 2014 und 2018 knapp 2 Millionen Fahrradfahrten hier am Stern und beispielsweise in 2016 nur 1,5 Millionen. 

Jens Tittmann, Sprecher Verkehrsbehörde

Insgesamt ist das Verkehrsressort mit dem Umbau des Sterns sehr zufrieden: "Wir haben mit der Polizei, dem ADFC und anderen Verkehrsteilnehmern gesprochen." Alle Gesprächspartner hätten bescheinigt, dass der Umbau gelungen sei. Außerdem habe die Schwere der Unfälle abgenommen.

Fahrradclub für Analyse und bessere Markierungen

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) zeigte sich überrascht von den Unfallzahlen. "Wir hatten sehr darauf gesetzt, dass dieser neue Sicherheitsstreifen zwischen Auto- und Fahrradspur eine fehlerverzeihende Wirkung hat", sagte Albrecht Genzel vom ADFC zu buten un binnen. "Von daher sind wir überrascht, dass die Zahl zugenommen hat." Jetzt müssten die Gründe für die Unfälle analysiert werden.

Er sieht durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. Durch mehr oder bessere Markierungen könnte die Regelung am Stern noch verständlicher werden. Zum Beispiel gibt es Radwege, die plötzlich enden. Beim ADFC hat es nach seinen Angaben seit dem Umbau aber deutlich weniger Beschwerden gegeben. "An sich fühlen die Leute sich sicherer, weil man Pufferzonen dazwischen hat." Alternativen zum Stern oder gar einen Rückbau fordert der ADFC nicht. "Eine Ampel halte ich für keine gute Lösung. Ich vermute, dass das zu starr wäre. Aber wir haben jetzt noch Spielraum und können nachjustieren."

Mein Vorschlag: Nur wer in der Fahrprüfung von allen Seiten den Stern fehlerfrei passiert, darf den Führerschein bekommen. ;-)

@Waschbär1962 - 22. Mai 2019, 17:13 Uhr.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 22. Mai 2019, 19:30 Uhr