"Aktenzeichen XY...gelöst": ZDF erinnert an den Bremer "Maskenmann"

  • ZDF berichtete in einer Spezialsendung über den Fall
  • Täter stammt aus Horn-Lehe
  • Die Polizei kam dem Mann erst nach Jahrzehnten auf die Spur
Das Phantonmbild auf einem Monitor.
Mit diesem Phantombild haben die Ermittler lange nach dem "Maskenmann" gesucht. Bild: DPA | Julian Stratenschulte

Mit einer schwarzen Sturmhaube maskiert stand er nachts an den Betten kleiner Jungen und missbrauchte sie. Jahrelang sorgte der sogenannte "Maskenmann" in Norddeutschland für Angst und Schrecken. Er schlug in Schullandheimen, Zeltlagern und Privathaushalten zu. Aber bei Missbräuchen allein blieb es nicht.

Mehrfach wurde über die Fälle in der Sendung "Aktenzeichen XY" berichtet. Am Mittwochabend zeigte das ZDF in der Spezialsendung "Aktenzeichen XY… gelöst" Kriminalfälle, die aufgeklärt werden konnten. Dabei wurde auch nochmal der Fall des "Maskenmannes" aus Bremen erzählt.

Wir zeigen, wie der Fall aufgearbeitet wurde, wie die Ermittler vorgegangen sind und haben dazu eine Kriminalpsychologin, Lydia Benecke, im Studio, die die Psyche dieses Menschen ganz klar beschreibt und beleuchtet.

Ein Mann steht an einem Pult und lächelt in die Kamera.
Rudi Cerne, Moderator der Sendung "Aktenzeichen XY"

Eigens "Soko Dennis" gegründet

Blick auf ein weißes Gebäude
Aus diesem Schullandheim in Wulsbüttel verschwand der damals neunjährige Dennis. Bild: DPA | Andreas Wrede

Viele erinnern sich noch an das Foto des kleinen Jungen mit dem gelben Stofftier, der im September 2001 nachts aus dem Schullandheim in Wulsbüttel (Landkreis Cuxhaven) verschwand. Ein Pilzsammler fand zwei Wochen später die Leiche des Neunjährigen an einem Waldweg. Die Polizei gründete die "Soko Dennis". Dennis K. aus Osterholz-Scharmbeck war jedoch nicht das erste Mordopfer des "Maskenmannes".

Bereits im März 1992 verschwand der 13-jährige Stefan J. aus einem Internat in Scheeßel (Landkreis Rotenburg). Fünf Wochen später entdeckten zwei Spaziergängerinnen die Leiche des Jungen. Im Juli 1995 verschleppte der "Maskenmann" den achtjährigen Dennis R. aus einem Zeltlager in Schleswig-Holstein. Zwei Wochen später wurde seine Leiche in Dänemark gefunden.

Ein Opfer gibt der Polizei den entscheidenden Hinweis

Lange tappte die Polizei im Dunkeln. Erst Jahre später gelang ein Ermittlungserfolg: Im Februar 2011 meldete sich nach einer Pressekonferenz ein Zeuge. Er berichtete, 1995 als Zehnjähriger in seinem Kinderzimmer in Bremen von einem Mann mit Maske sexuell missbraucht worden zu sein. Und er erinnerte sich daran, dass sich ein Betreuer einer Kinderfreizeit vorher auffällig nach seinem Zuhause erkundigt habe.

Wenig später nahmen die Ermittler den Jugendbetreuer in Hamburg fest. Er stammt ursprünglich aus dem Bremer Stadtteil Horn-Lehe. Die Polizei stellte später fest, dass er auch dort in Einfamilien- und Reihenhäuser eingestiegen war und Jungen missbraucht hatte.

Er war das, was wir "kernpädophil" nennen. Das heißt, er hatte keine sexuellen oder romantischen Interessen gegenüber älteren Personen, sondern nur gegenüber vorpubertären Jungs.

Eine Frau mit roten Haaren lächelt in die Kamera.
Lydia Benecke, Kriminalpsychologin

Seit mittlerweile acht Jahren sitzt der Täter im Gefängnis. In Verhören hat er neben den drei Morden auch 40 Missbrauchsfälle gestanden. Die Hälfte davon ist jedoch bereits verjährt. 20 Jahre nach dem Verschwinden des ersten Mordopfers verurteilte das Landgericht Stade den 41-Jährigen wegen dreifachen Mordes und mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu lebenslanger Haft mit Sicherungsverwahrung.

Rückblick: Opfer des Maskenmanns sagte gegen ihn aus

Video vom 24. Februar 2012
junger Mann an der Weser, an der Schlachte in Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Sonja Harbers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Mittag, 15. Juli 2020, 13:10 Uhr