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Corona-Ticker (31. Mai): Private Feiern in Bremen wieder erlaubt

Die neuen Regeln treten morgen in Kraft: Bis zu 20 Leute drinnen – draußen bis zu 50 – dürfen sich bei Veranstaltungen unter Auflagen treffen. Die Entwicklung im Liveticker.

Party im Garten (Symbolbild)
Wieder mit Freunden feiern: Das ist ab Pfingstmontag erlaubt. Aber Vorsicht: nur unter Auflagen. (Symbolbild) Bild: Imago | Mint Images

+++ Neue Corona-Lockerungen treten in Kraft +++

Ab dem morgigen Pfingstmontag sind in Bremen und Bremerhaven wieder private Veranstaltungen unter bestimmten Auflagen zugelassen. Das hatte der Senat in der vergangenen Woche beschlossen. Maximal 20 Menschen dürfen sich nun zu Feiern oder Seminaren in geschlossenen Räumen treffen und bis zu 50 unter freiem Himmel auf privaten Grundstücken, wenn dabei die Abstandsregeln eingehalten werden. Verboten bleiben jedoch Veranstaltungen und größere Treffen auf öffentlichem Grund zum Beispiel in Parks oder an Seen.

+++ Aktueller Kenntnisstand: Nicht Gottesdienst für Ausbruch verantwortlich +++

Im Zusammenhang mit dem Ausbruch des Corona-Virus in einer freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven warnt der Krisenstab der Stadt vor Diskriminierung Gläubiger. Nach derzeitigem Kenntnisstand hätten keine Gottesdienste zur Verbreitung beigetragen, sondern familiäre und soziale Kontakte, teilte die Stadt Bremerhaven am Sonntag mit. Positiv bewerte der Krisenstab den Kontakt zur Religionsgemeinschaft. Die Gemeinde habe ein plausibles Hygienekonzept für die stattgefundenen Gottesdienste vorgelegt.

+++ Ruhiger Pfingstsonntag in Bremen +++

Auf einem Deich mit trockenem Rasen sitzen verstreut Menschen, die auf den vorbeifließenden Fluss schauen
Ruhig und entspannt sitzen nur weniger Besucher am Osterdeich, alle halten sich an die Abstandsregeln.

Nachdem die Polizei Bremen am Samstagabend nach eigenen Angaben mehrere Verstöße gegen die Abstandsregel beobachet hat, ist die Lage am Sonntag ruhig. "Es ist äußerst entspannt", sagte ein Sprecher buten un binnen auf Anfrage. Nur wenige Menschen seien unterwegs. Auch am Osterdeich, wo sich bei sonnigem Wetter sonst zahlreiche Menschen aufhalten, sind heute nur wenige Besucher. Alle halten laut Polizei die Abstandsregeln ein, auch von außen gebe es keine Beschwerden.

+++ Corona-Tote: Bremer Forscher fordert kleinere Pflegeheime +++

Fast 60 Prozent der Corona-Toten in Bremen lebten in Pflegeheimen. Ein Drittel sind es bundesweit. Laut dem Bremer Alterns- und Pflegeforscher Stefan Görres müsste man kleine, kommunale Pflegeheime bauen. Dafür sollte man Investoren mit ins Boot holen. Diese könnten beim Pflegenotstand mit den großen Einrichtungen auf Dauer auch nicht wirtschaftlich arbeiten, sagte Görres im Gespräch mit buten un binnen.

+++ Weitere Corona-Fälle nach Gottesdienst in Bremerhaven +++

Die Anzahl der Corona-Fälle im Zusammenhang mit einer freikirchlichen Gemeinde in Bremerhaven sind am Wochenende leicht angestiegen. Viele Testergebnisse werden aber erst Anfang der Woche erwartet. Insgesamt gibt es jetzt 57 Fälle, die der Gemeinde zuzuordnen sind, drei mehr als gestern. 251 Menschen sind in Bremerhaven in Quarantäne. Ein Teil der Gemeindemitglieder lebt im Landkreis  Cuxhaven, dort soll es erst nächste Woche neue Daten geben. Das Bremerhavener Gesundheitsamt sieht derzeit keinen Grund für Entwarnung.

+++ Fast 12.000 Corona-Fälle in Niedersachsen +++

In Niedersachsen sind bis heute – Sonntag, 13 Uhr – 11.999 Fälle von Infektionen mit dem Corona-Virus gemeldet worden. Das teilte das niedersächsische Gesundheitsministerium mit. Demnach sind 596 Menschen an Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Genesen seien 10.334 der bislang gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspricht 86,1 Prozent.

+++ Polizei: Abstände werden häufiger missachtet +++

Die Bremer halten sich laut Polizei grundsätzlich weiterhin an die Corona-Maßnahmen. Allerdings habe man am Samstagabend deutlich mehr Personen beobachtet, die sich nicht am die Abstandsregeln gehalten haben, sagte ein Sprecher am Sonntag. Darauf habe sich die Polizei aufgrund des guten Wetters aber auch eingestellt. Auf Ansprachen reagierten die Bürger aber kooperativ.

+++ Niedersachsen zahlt 825 Millionen Euro Corona-Soforthilfen +++

Niedersachsen hat seit März mehr als 825 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen für Unternehmen und Selbstständige ausgezahlt. Das teilte Landeswirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) am Sonntag zum Ende des Förderprogramms mit.

+++ Protest gegen Corona-Maßnahmen flaut ab +++

Am Samstag haben gut 150 Personen auf der Bremer Bürgerweide gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Viele der Teilnehmenden kritisieren dabei vor allem die Maskenpflicht und den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand. Laut Polizei ist die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den vorangegangenen Demonstrationen zurückgegangen. Auch auf Seiten der Gegendemonstranten.

Video vom 31. Mai 2020
Demonstrant protestiert auf der Bremer Bürgerweide gegen die Corona-Maßnahmen.

+++ Landrat von Cuxhaven sieht Anzeichen für Quarantäne-Verstöße +++

In Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch in einer freien evangelischen Gemeinde in Bremerhaven hat der Landrat von Cuxhaven, Kai-Uwe Bielefeld, am Samstag an die betroffenen Gemeindemitglieder appelliert, sich an die Quarantäne-Vorschriften zu halten. Es gebe Anzeichen dafür, dass das einigen Betroffenen schwer falle, erklärte der Landrat. Die Quarantäne müsse aber eingehalten werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Viele Mitglieder der Gemeinde in Bremerhaven stammen aus dem Landkreis Cuxhaven.

+++ Zahl der Infizierten in Zusammenhang mit einem Gottesdienst in Bremerhaven steigt weiter +++

Nach neusten Angaben des Bremerhavener Magistrats ist die Zahl der Corona-Fälle in Zusammenhang mit der Pfingstgemeinde auf mindestens 54 gestiegen. Das sind zehn mehr als gestern. 25 Infizierte haben ihren Wohnsitz in Bremerhaven. Aus dem Landkreis Cuxhaven, wo ebenfalls viele Betroffene wohnen, wurden heute noch keine Zahlen gemeldet. Insgesamt befinden sich in Bremerhaven 227 Menschen in häuslicher Quarantäne.

+++ 2.622 Anzeigen wegen Corona-Verstößen in Bremen +++

In Niedersachsen und Bremen hat die Polizei seit dem Start der Corona-Epidemie Tausende Verstöße gegen die Beschränkungen registriert. Zum überwiegenden Teil handelte es sich um Ordnungswidrigkeiten, etwa weil die Kontaktauflagen nicht eingehalten wurden, wie die Innenbehörden in Hannover und Bremen mitteilten.

In Bremen ergingen seit Beginn der Pandemie bis zum Donnerstag im Rahmen der Corona-Verordnungen laut Innenbehörde 2.622 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Die Polizei stellte zudem 411 Straftaten fest. Es wurden demnach 1.411 Bußgeldbescheide in einer Gesamthöhe von 187.700 Euro erlassen. Angeführt wird die Liste von Verstößen gegen die Kontaktauflagen wie Menschenansammlungen in der Öffentlichkeit sowie der Teilnahme an Feiern, Veranstaltungen oder sonstigen Zusammenkünften. In Niedersachsen wurden zwischen dem 1. März und dem 24. Mai insgesamt 2850 Verstöße nach dem Infektionsschutzgesetz polizeilich registriert, davon rund 630 Straftaten und etwa 2220 Ordnungswidrigkeiten.

Schutz vor Corona: Wie Kirchen in Bremen Pfingsten feiern

Video vom 30. Mai 2020
Leere, weiße Kirchenbänke. Im Hintergrund Fenster aus Buntglas.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. Mai 2020, 19:30 Uhr