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Corona-Ticker (14. Mai): Mäurer hält Bundesliga-Start für "unsäglich"

Eine 14-tägige Isolation würde zudem auch für Werder-Spieler gelten, falls sie intensiven Kontakt zu einem Infizierten hatten, sagte Bremens Innensenator im "Spiegel“-Interview.

Innensenator  Ulrich Mäurer spricht auf einer Pressekonferenz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

+++ Mäurer hält Bundesligastart für unverantwortlich +++

Der Start der Bundesliga sei ein "unsägliches Signal und eine politisch falsche Entscheidung" sagte der Bremer Innensenator im Interview mit dem "Spiegel". Vor dem Hintergrund, dass immer noch viele Betriebe geschlossen seien und Schüler nur wenige Stunden in der Woche zur Schule gehen dürften, verstehe das "doch kein Mensch mehr". Die Unterbrechung des Spielbetriebs sei sinnvoll gewesen. "Jetzt macht die DFL aber alles zunichte", sagte Mäurer.

Mäurer wiederholte mit Blick auf das erste Werder-Spiel am Montag seine Sorge vor Fan-Aufläufen: "Wenn viele Fans kommen und dann die Abstandsregeln nicht einhalten, hätte das Konsequenzen für das nächste Spiel."

Der Bremer Innensenator stellte klar, dass es in Bremen auch für Werder-Spieler im Falle eines positiven Corona-Tests keine Ausnahmeregelungen bei der Quarantäne geben werde: "Wir haben Ausnahmeregelungen für Polizei und Feuerwehr, weil wir nicht eine ganze Feuerwache nach Hause schicken können, wenn dort ein Corona-Fall auftritt. Ansonsten ist klar: Jeder, der intensiven Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatte, geht für 14 Tage in Quarantäne." Das gelte für alle Bürger, auch wenn sie Bundesligaspieler sind. Mit dem Neustart riskiere die DFL nicht nur die Gesundheit der Fans, sondern auch die Gesundheit der Spieler, so Mäurer weiter. "Beides ist unverantwortlich."

+++ Corona-Update aus Bremerhaven +++

Wie ist der Stand der Dinge in Bremerhaven? Aus dem Radio Bremen-Studio berichtet Catharina Spethmann von den Neuigkeiten in der Corona-Krise.

Video vom 14. Mai 2020
Reporterin Catharina Spethmann aus Bremerhaven.
Bild: Radio Bremen

+++ Speditionen wollen trotz Corona-Krise Personal halten +++

Die Speditionen und Logistik-Unternehmen wollen trotz massiver Verluste in der Corona-Krise ihre Belegschaft behalten. Das hat der Verein Bremer Spediteure bekannt gegeben. Zwar hätten die Unternehmen im Export Umsatzrückgänge von durchschnittlich 35 Prozent, im Import sogar von bis zu 45 Prozent hinnehmen müssen. Mehr als die Hälfte der Firmen habe Kurzarbeit angemeldet. Kündigungen wollen die meisten Unternehmen aber nicht aussprechen, weil sie damit rechnen, dass die Wirtschaft im Sommer wieder an Fahrt aufnehmen wird.

+++ Bremen meldet 26 Neuinfektionen +++

Das Bremer Gesundheitsressort hat 26 neue Corona-Infektionen registriert – 24 in Bremen und zwei in Bremerhaven. Am Mittwoch waren 27 Neuinfektionen gemeldet worden. Bei 1.132 Patienten ist damit im Land Bremen die Erkrankung bestätigt worden. Insgesamt 677 Menschen sind wieder genesen, 28 mehr als am Mittwoch. 419 Menschen sind aktuell am Virus erkrankt.

In Bremen haben sich damit in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 21 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, in Bremerhaven sind es zehn. Ab 50 Fällen sind wieder regionale Maßnahmen zur Eindämmung gefordert. Bremen würde diese Marke reißen, wenn sich an sieben Tagen in Folge täglich 41 Menschen neu infizieren würden – in Bremerhaven liegt die Schwelle bei acht Fällen pro Tag.

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+++ Städtetag fordert Soforthilfen für Kommunen +++

Der Deutsche Städtetag hofft in der Corona-Krise auf weitere Hilfen durch den Bund. Städtetagspräsident Burkhard Jung zeigte sich nach einer Videokonferenz der Kommunen mit Kanzlerin Merkel vorsichtig optimistisch. Die Kanzlerin habe angedeutet, dass es frisches Geld vom Bund gebe, wenn die Länder mitmachten, sagte Jung.

Er sprach insgesamt von schwierigen Zeiten. Hintergrund ist die aktuelle Steuerschätzung. Sie geht davon aus, dass die Kommunen in diesem Jahr 16 Milliarden Euro weniger einnehmen als im November vorausgesagt. Vor allem die Gewerbesteuer ist eingebrochen.

Das Bundesfinanzministerium in Berlin hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Kommunen wegen der Corona-Pandemie erstmals seit der Finanzkrise 2009 sinken. Die Steuerschätzer rechnen demnach damit, dass der Staat in diesem Jahr insgesamt 81,5 Milliarden Euro weniger einnimmt als im vergangenen Jahr.

+++ Bremerhavener Schuldezernent kritisiert schnelle Öffnung von Kitas und Schulen +++

Der Bremerhavener Schuldezernent Michael Frost hat die schnelle Öffnung von Kitas und Schulen kritisiert. Er hätte sich mehr Zeit gewünscht, sagte Frost auf einer Pressekonferenz zu den geplanten Schritten für die nächsten Wochen. Derzeit gebe es sehr viele Öffnungen in kurzer Zeit, nicht nur im Bildungsbereich, sagte Frost. Er befürchtet, dass die Zeit zwischen den einzelnen Öffnungsschritten nicht ausreichen könnte, um die Auswirkungen zu bewerten.

+++ Amateur-Saison der Bremer Fußballer wird abgebrochen +++

Der Bremer Fußball-Verband (BFV) will die Liga-Spielzeiten im Amateurbereich wegen der Coronavirus-Pandemie abbrechen. In einer Videokonferenz hätten sich 89,5 Prozent der anwesenden Vereine für einen Abbruch der Saison 2019/20 ausgesprochen, teilte der Verband am Donnerstag mit. Sieben Prozent hätten für eine Fortsetzung nach den Sommerferien votiert. Der Abbruch soll nicht für die Pokalwettbewerbe der Männer, Frauen und A-Junioren gelten. Der BFV unterbreitete seinen Clubs auch einen Vorschlag zur Wertung der Saison. Demnach soll ein Quotient aus zum Zeitpunkt des Abbruchs erzielten Punkten und der Anzahl der ausgetragenen Spiele gebildet werden und bei gleichem Quotienten das Torverhältnis entscheiden. Es soll zwar Aufsteiger geben, aber keine Absteiger. Eine Ausnahme sind Mannschaften, die bereits vor der Einstellung des Spielbetriebs zurückgezogen oder gestrichen wurden. Am 4. Juni soll ein außerordentlicher Verbandstag stattfinden. Dort sollen die rechtlichen Grundlagen für den Abbruch beschlossen werden.

Bremer Fußball-Ligen vor Saisonabbruch

Video vom 14. Mai 2020
Das Stadion der BfV.
Bild: Radio Bremen

+++ Paracelsus-Klinik operiert wieder +++

In der Paracelsus-Klinik in der Vahr beginnt wieder der Normalbetrieb. Das heißt: Wegen des Corona-Notbetriebs ausgesetzt planbare Operationen werden jetzt nach und nach abgearbeitet.

Wir haben in den vergangenen Tagen damit begonnen, erste ausgewählte Patienten mit dringend notwendigen Eingriffen anzurufen und OP-Termine zu vereinbaren.

Josef Jürgens, Klinikmanager

In erster Linie geht es dabei um künstliche Knie-Gelenke, Knie-Endoskopien und Wirbelsäulen-OPs. Doch wer jetzt operiert wird, darf nur sehr begrenzt Besuch bekommen: Es gilt weiter das strenge Besuchsverbot, stellt die Klinik klar. Auch wird bei den Operationen weiter darauf geachtet, dass zunächst möglichst solche nachgeholt werden, die ohne lange Intensivbehandlung auskommen. So sollen die Intensivbetten für den Fall einer neuerliche Corona-Welle freigehalten werden. Auch andere Krankenhäuser in der Stadt haben in der vergangenen Woche wieder die OP-Betrieb hochgefahren.

+++ Bremens Polizeipräsident gehen die Lockerungen zu schnell +++

Lutz Müller ist als Polizeipräsident Leiter des Bremer Corona-Krisenstabs. Ihm gehen die Corona-Lockerungen des Bremer Senats teilweise zu weit.

Was ich mir wünschen würde ist, dass wir mit den Lockerungen noch etwas behutsamer umgehen, bis wir etwas besser einschätzen können, wie sich die Lage tatsächlich entwickelt. Das geht mir jetzt doch manchmal zu schnell.

Bremer Polizeipräsident Lutz Müller steht in buten un binnen-Studio
Lutz Müller, Bremens Polizeipräsident und Leiter des Corona-Krisenstabs

So läuft ein Treffen des Corona-Krisenstabs in Bremen

Video vom 14. Mai 2020
Der Landeskrisenstab aus Feuerwehr, Senatsressorts und Feuerwehr am tagen.
Bild: Radio Bremen

+++ Kontaktpersonen ermittelt – "Corona-Detektive" leisten gute Arbeit in Bremen +++

Laut dem Bremer Gesundheitsressort würde es gut gelingen, die Kontaktpersonen von Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, zu ermitteln. In anderen Gesundheitsämtern sieht das einer Recherche des NDR und WDR zufolge anders aus. Dort gebe es zu wenig Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen als das die Vorgaben des Bundes erfüllt werden könnte.

In Bremen fehlen zwar laut dem Gesundheitsressortsprecher Lukas Fuhrmann ebenfalls noch ein paar der sogenannten Containment Scouts, doch unter dem Strich laufe es gut. In Bremen arbeiten aktuell 80 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes an der Kontaktperson-Ermittlung. Zusätzlich dazu gebe es bereits jetzt 35 Scouts in Bremen und 25 in Bremerhaven.

+++ Gesundheitssenatorin: Kein eigener Pandemieplan für das Land Bremen +++

Das Land Bremen hat nach Angaben von Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) keinen allgemeinen Pandemieplan. Der nationale Pandemieplan und der Infektionsschutzplan für Bremen reichten, sagte Bernhard in einer Antwort auf eine Anfrage der AfD. Denn auf jede Pandemie müsse unterschiedlich reagiert werden. Diese Pläne und die entsprechenden Gesetze würden die Einschränkung der Grundrechte erlauben. Die AfD hatte außerdem nach der Vorratshaltung im Falle einer Ernährungskrise gefragt. Der Bund habe Reserven die reichten, führte Bernhard weiter aus. Nur bei Schutzanzügen gebe es eine Lücke. Bund und Länder würden jetzt an einer Vorratshaltung arbeiten.

+++ Corona-Krise setzt auch den Kirchenfinanzen zu – BEK steht noch gut da +++

Bistümer und Landeskirchen stellen sich auf schwere finanzielle Einbußen infolge der Corona-Krise ein. Das Bistum Osnabrück verkündete Sparmaßnahmen. Der Grund dafür sind fehlende Kirchensteuereinnahmen für 2020 und 2021 durch den konjunkturellen Einbruch und Kurzarbeit. Denn Kurzarbeitergeld wird nicht besteuert.

Die Kirchensteuer ist die mit Abstand größte Einnahmequelle der Kirchen. Katholiken zahlten im Jahr 2018 knapp 6,5 Milliarden Euro an Kirchensteuern, bei den Protestanten waren es rund 5,8 Milliarden Euro. Sie ist direkt an die Einkommenssteuer gekoppelt.

In vielen der 20 evangelischen Landeskirchen beschäftigt man sich mit Nachtragshaushalten und Sparplänen. Allerdings lässt sich in der derzeitigen Lage schwer vorhersagen, wie groß der Ausfall bei der Kirchensteuer tatsächlich wird. Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) macht sich aktuell noch keine großen finanziellen Sorgen: "Die BEK verfügt über eine solide Finanzausstattung, die uns sicher durch diese Zeit bringt." Projekte seien nicht gefährdet. Die bremische Kirche arbeite seit Jahren daran, ein strukturelles Defizit zu vermeiden, um die Rücklagen zu erhalten.

In aktuellen Schätzungen geht die größte evangelische Landeskirche Hannover von Einnahmeverlusten bis zu 105 Millionen Euro aus. Das wäre doppelt so viel wie in der Finanzkrise 2008/2009. Doch die Angaben basieren auf Schätzungen.

+++ Kritik im Bundestag an weiteren Corona-Gesetzen +++

Die Opposition im Bundestag hat die umfangreichen Corona-Gesetze der Regierung kritisiert, die an diesem Donnerstag zur Abstimmung stehen. Die Linke bemängelte, dass die geplante Corona-Prämie nur für Beschäftigte in der Altenpflege gezahlt werden soll. Die AfD warf der großen Koalition vor, mit ihrer Krisenpolitik Angst, Hysterie und Depression zu erzeugen. FDP und Grüne kritisierten, dass die Pläne dem Gesundheitsministerium zu weitreichende Befugnisse gäben.

Das Parlament stimmt am Donnerstag über zwei Gesetzespakete zur Abmilderung der Auswirkungen der Corona-Epidemie ab. Das sogenannte zweite Bevölkerungsschutzgesetz enthält unter anderem den geplanten Bonus für Beschäftigte in der Altenpflege und sieht eine weitere Ausweitung von Corona-Tests vor. Ein weiteres Gesetz sieht eine befristete Erhöhung des Kurzarbeitergelds vor.

+++ Erster bestätigter Corona-Fall in der JVA Delmenhorst +++

Im niedersächsischen Justizvollzug gibt es einen ersten Corona-Fall. Wie das niedersächsische Justizministerium am Donnerstag mitteilte, hat sich ein sogenannter Freigänger der Justizvollzugsanstalt (JVA) Delmenhorst mit dem Virus infiziert.

Die Abteilung in Delmenhorst gehört zur JVA Vechta. Der betroffene Mann gehe einer Erwerbstätigkeit außerhalb der JVA nach, hieß es weiter. Er sei am 8. Mai von seinem Arbeitgeber informiert worden, dass ein Arbeitskollege an Covid-19 erkrankt sei. Die JVA habe den Gefangenen nach seiner Rückkehr in die Abteilung Delmenhorst vorsorglich isoliert untergebracht.

In der Abteilung Delmenhorst sind dem Ministerium zufolge zurzeit zwölf Gefangene in drei Wohngruppen untergebracht. Achte Bedienstete sind dort tätig. Die Gefangenen und Beschäftigten seien am 13. Mai auf das Virus getestet worden, Ergebnisse stünden aber noch aus. Bis dahin blieben die Gefangenen auf Anordnung des Gesundheitsamts in Quarantäne in ihren Hafträumen, die Bediensteten in häuslicher Quarantäne.

Zudem seien dem Gesundheitsamt alle weiteren Kontaktpersonen des infizierten Gefangenen mitgeteilt worden. Die Grundversorgung der Gefangenen erfolge durch Beamte aus der JVA Vechta, sagte eine Ministeriumssprecherin. Alle Gefangenen und Bediensteten seien wohlauf und zeigten keine einschlägigen Symptome.

+++ 27 Neuinfektionen im Land Bremen gemeldet +++

Im Land Bremen wurden 27 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Wie die Gesundheitsbehörde mitteilt, entfallen sie alle auf die Stadt Bremen. Höher lag die Zahl der Neuinfektionen zuletzt am 7. Mai, als 30 Neuinfektionen gemeldet worden waren.

Insgesamt sind aktuell 1.106 bestätigte Infektionen registriert. Die Zahl der Genesenen stieg um 16 auf 649 im Land – 13 in Bremen und drei in Bremerhaven. Außerdem wurde ein neuer Todesfall aus Bremen gemeldet. Insgesamt 36 Menschen sind somit im Land Bremen an dem Virus gestorben.

In Bremen haben sich damit in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner 22 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert, in Bremerhaven sind es zehn. Ab 50 Fällen sind wieder regionale Maßnahmen zur Eindämmung gefordert. Bremen würde diese Marke reißen, wenn sich an sieben Tagen in Folge täglich 41 Menschen neu infizieren würden – in Bremerhaven liegt die Schwelle bei acht Fällen pro Tag.

+++ Niedersachsen will Tourismus-Branche stärker fördern +++

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) forderte im niedersächsischen Landtag vom Bund, die Soforthilfe wegen der Corona-Krise zu verlängern. Er werde sich dafür einsetzen, dass auch die Landesregierung ihre Hilfen aufstockt. Die sogenannte Wiederbelegungsfrist für Hotelbetriebe will Wirtschaftsminister Althusmann streichen. Ab dem 25. Mai dürfen Hotels wieder öffnen – ursprünglich war geplant, dass Zimmer nur alle sieben Tage neu belegt werden dürfen. Bei kürzeren Buchungen hätten die Unterkünfte dann für die restliche Zeit leer stehen müssen. Althusmann will darauf verzichten, denn ohnehin dürften Hotelbetriebe zunächst nur maximal zur Hälfte belegt sein. Der Tourismus in Niedersachsen läuft nach und nach wieder an, bislang noch mit Einschränkungen.

Genesen vom Corona-Virus: Aber heißt genesen auch gesund?

Video vom 13. Mai 2020
Corona-Genesener Ortwin Fritsche im Porträt.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Mai 2020, 19:30 Uhr