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Corona-Ticker (31. März): Jetzt mehr als 300 Infizierte im Land Bremen

Laut Gesundheitsamt gibt es nun 315 gemeldete Corona-Fälle. Zudem sind inzwischen fünf Menschen an den Folgen des Virus gestorben. Die Entwicklung im Liveticker.

Zwei Ampullen von Corona-Tests, die einen Haken bei "positiv" haben.
In Bremen ist die Zahl der Corona-Infizierten erneut angestiegen. Bild: DPA | Sven Simon

+++ 18 neue Corona-Fälle im Land Bremen +++

Mit insgesamt 315 bestätigten Fälle ist im Land Bremen nun erstmals die 300er-Grenze durchbrochen worden. In der Stadt haben sich 292 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, in Bremerhaven sind 23. Zudem ist die Zahl der Todesfälle auf fünf angestiegen. Insgesamt 77 Personen gelten landesweit inzwischen als genesen.

+++ Erster Corona-Fall in Bremer Flüchtlings-Erstaufnahmestelle +++

Laut der Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) gibt es den ersten bestätigten Corona-Fall in der Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge in der Lindenstraße. Dabei soll es sich um eine am Wochenende angekommene Person handeln, die bislang nur Kontakt zu anderen Neuankömmlingen hatte. Die infizierte Person wurde mit einer FFP2-Schutzmaske ausgestattet und in einem Einzelzimmer isoliert, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Eine Unterbringung außerhalb der Erstaufnahmestelle werde vorbereitet.

Auch die anderen Neuankömmlinge, mit denen die infizierte Person in Kontakt stand, wurden laut Sozialressort brereits bei ihrer Ankunft alle routinemäßig auf das neue Coronavirus getestet und befinden sich für die kommenden 14 Tage in häuslicher Isolation.

Flüchtlingsvereine fordern eine Schließung der Erstaufnahmestelle. Der Bremer Flüchtlingsrat gab am Montag bekannt, die Sozialbehörde und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt zu haben. Das Sozialressort ist laut eigener Angaben bestrebt, die Anzahl an Personen in der Erstaufnahmestelle zu reduzieren. Derzeit leben rund 500 Menschen in der Erstaufnahme, rund 100 sollen in die Jugendherberge in der Bremer Innenstadt umziehen.

+++ Gesundheitsamt bietet Corona-Tests für Migranten ohne Papiere an +++

Ein Mal pro Woche möchte das Gesundheitsamt ab sofort in seiner humanitären Sprechstunde Corona-Tests für Migranten ohne Krankenversicherung anbieten. Auf diese Weise möchte das Gesundheitsamt Ansteckungen vorbeugen. In dieser "Infektsprechstunde" soll dann, sofern erforderlich, ein Corona-Abstrich gewährleistet sein — ohne Überweisung an eine Corona-Ambulanz.

Wie Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts mitteilt, würden positive Befunde zwar dem Ordnungsamt gemeldet und zur Quarantänesicherung genutzt. Allerdings würden die Daten nicht an die Ausländerbehörde weitergeleitet. Außerdem wird die Sprechzeit am Dienstag, 10 bis 12 Uhr, in eine telefonische Sprechstunde umgewandelt.

+++ "Poetry on the Road" 2020 abgesagt +++

Das 21. Internationale Literaturfestival Bremen "Poetry on the Road" 2020 fällt wegen der Corona-Krise aus. Das Festival war ursprünglich für den Zeitraum vom 3. bis zum 8. Juni 2020 geplant. 22 Dichterinnen und Dichter aus 14 Ländern hatten bereits ihr Kommen zugesagt, darunter Ilma Rakusa, Marion Poschmann, Anna Enquist und Nora Gomringer. Derzeit prüfen die Veranstalter – die Hochschule Bremen und Radio Bremen – Alternativen, um die Posie des Festivals auch trotz der Krise erlebbar zu machen.

+++ Tiefkühlkost-Hersteller in Bremerhaven profitieren von Corona-Krise +++

Die Bremerhavener Werke von Iglo und Frosta profitieren von der Corona-Krise. Beide Unternehmen produzieren derzeit deutlich mehr und arbeiten rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Wie lange dieser Trend anhält, konnte Frosta-Chef Felix Ahlers gegenüber buten un binnen noch nicht sagen. Seinen Angaben zufolge könnte es in der nächsten Zeit unter anderem zu Engpässen bei den Rohwaren kommen. Weil viele europäische Länder ihre Grenzen geschlossen haben, können auch die Lebensmitteltransporte per Lkw nicht wie gewohnt stattfinden. Einen kompletten Produktionsstopp wird es deswegen nach Einschätzung der Unternehmen aber nicht geben.

+++ Kurzarbeit verhindert hohen Anstieg der Arbeitslosenzahlen +++

Der Chef der Arbeitsagentur Bremen-Bremerhaven, Joachim Ossmann, glaubt, dass die Arbeitslosigkeit durch die Corona-Krise vorerst "nicht ganz stark in die Höhe gehen wird". Das Kurzarbeitergeld könnte das verhindern, sagte er zu buten un binnen.

Die Kurzarbeit sei in der zweiten Märzhälfte in Bremen und Bremerhaven massiv angestiegen, berichtete Ossmann. 5.600 Betriebe im Agenturbezirk hätten bis jetzt Kurzarbeit beantragt. Genau das aber erfülle den Zweck: Nämlich Arbeitslosigkeit zu verhindern. Wie viele Mitarbeiter die Kurzarbeit konkret betrifft, kann die Agentur aber noch nicht abschätzen.

Den Anfang hätten dabei Hotellerie und Gaststätten gemacht, so Ossmann. Mittlerweile sei die Wirtschaft komplett betroffen: Von Frisören über Sportvereine bis hin zu Automobilherstellern. Freie Jobs gebe es aber: Vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Lebensmittel-Einzelhandel sowie in der Gesundheitsbranche.

Die Arbeitsagenturen in Deutschland hatten heute die Arbeitslosenzahlen für den März vorgelegt. In der Statistik waren die Effekte durch die Corona-Pandemie aber noch ausgeklammert.

+++ Die komplette Senats-Pressekonferenz im Mitschnitt +++

Der Bremer Senat hat über die aktuelle Lage und über neue Entwicklungen in der Coronakrise informiert. Hier können Sie sich die komplette Pressekonferenz nochmal ansehen.

Video vom 31. März 2020
Senatorin Claudia Bogedan mit Gebärdendolmetscherin

+++ Fünftes Corona-Todesopfer in Bremen +++

In Bremen ist ein weiterer Pflegeheimbewohner nach der Infektion mit dem Corona-Virus gestorben. Damit hat sich die Zahl der Toten jetzt auf fünf erhöht. Es gibt bislang 297 bestätigte Infektionen. Insgesamt ist die Bremer Infektionsrate im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrig. Grund zur Entwarnung aber sehen Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) und Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) deshalb nicht. Besonders die Situation in den Pflegeeinrichtungen sei virulent, so Bernhard. In drei Einrichtungen gibt es bestätigte Infektionen – davon 15 allein in einem Heim.

Dort sind drei der insgesamt 12 infizierten Bewohner inzwischen gestorben. In zwei weiteren Heimen gibt es bestätigte Fälle beim Pflegepersonal, in weiteren elf Einrichtungen Verdachtsfälle. In allen Bremer Heimen gilt seit knapp einer Woche ein Besuchsverbot, eine komplette Quarantäne hält Bernhard für schwierig.  

+++ Bovenschulte: Ziel ist "kontrollierte Weiterverbreitung" +++

Laut Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) könne man den gegenwärtigen Zustand nicht monatelang durchhalten. "Solange es keine Impfstoff gibt, oder wenn der Großteil immun ist, weil er die Krankheit bekommen hat, stoppen wir die Pandemie nicht" sagte er. Ziel sei eine "kontrollierte Weiterverbreitung der Pandemie". Die aktuellen Maßnahmen dienten dazu, die Infektionsrate so zu senken, dass sie regulierbar bleibe. "Und dann können wir Schritt für Schritt zum normalen Leben zurückkehren." Ziel sei eine "kontrollierte Weiterverbreitung der Pandemie", sagte Bovenschulte.

+++ Schutzmaskenpflicht derzeit nicht in Sicht +++

Der Bremer Senat sieht derzeit keine Gründe für eine Schutzmaskenpflicht in der Öffentlichkeit. Das Thema werde zwar diskutiert – auch mit dem Robert Koch-Institut – der derzeitige Stand der Diskussion sei aber uneindeutig. Im Pflegebereich könne man über so eine Maskenpflicht nachdenken, sagte Gesundheitssenatorin Bernhard. Für den öffentlichen Bereich sieht sie eine solche Pflicht derzeit nicht.

Die Stadt Jena hatte heute eine solche Schutzmaskenpflicht für Geschäfte und den öffentlichen Nahverkehr angekündigt.

+++ Senatorin will noch keine Schlüsse ziehen +++

Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Die Linke) hat davor gewarnt, voreilige Schlüsse aus aktuellen Statistiken zu ziehen. Auch wenn die Verdopplungsrate in Bremen relativ niedrig sei und die Infektionsquote unter dem Bundesschnitt liege, sei das noch kein Hinweis darauf, wie es weitergehen werde. "Es lässt sich nach wie vor schwer einschätzen", sagte Bernhard. Besonders die kritische Situation in Pflegeheimen würde genau beobachtet. Derzeit gebe es drei Einrichtungen mit bestätigten Corona-Fällen.

+++ Weitere Prüfungen aktuell nicht in der Diskussion +++

Andere Prüfungen sind laut Senatorin Bogedan noch nicht betroffen, da sie später im Schuljahr liegen. Das betrifft unter anderem die Prüfungen für die Mittlere Reife. "Wir gehen davon aus, diese ganz normal durchführen zu können", sagte Bogedan. Es gebe eine Task-Force für Abschlussprüfungen, die die Situation weiter beobachtet. Sollten die Schulen länger geschlossen bleiben, werde man kurzfristig reagieren.

+++ Krippen-Beiträge werden erstattet +++

Die Stadt Bremen erlässt allen Eltern mit kleinen Kindern die Betreuungskosten für den Monat April. Das betrifft Bildungssenatorin Bogedan zufolge sowohl Kinder unter drei Jahren in Krippen von öffentlichen und freien Trägern, bei Tagesmüttern und -vätern sowie bei Elternvereinen. Es gilt zudem auch für Hortkinder über drei Jahre sowie für das Essensgeld für Kindergartenkinder. "Alle Eltern, die noch nicht überwiesen haben, können diese Überweisung stoppen. Alle, die schon überwiesen haben, bekommen ihr Geld zurück", sagte Bogedan. Werde die Kita-Schließung verlängert, dann werde die Situation neu bewertet.

Auch in Bremerhaven könnte eine solche Lösung getroffen werden. Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) habe laut Bogedan angekündigt, "gleiches auch für Bremerhaven zu vollziehen".

+++ Zeitraum für Abiturprüfungen wird ausgedehnt +++

Die Abiturprüfungen im Land Bremen finden statt. Laut Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) gibt es aber einen dritten Termin im Juni. "Alle Schülerinnen und Schüler können auswählen, ob sie die Abiturprüfungen im April wahrnehmen oder im Mai", sagte die Senatorin - auch ohne ärztlichen Attest. Nachschreiben könnten die Prüflinge dann im Sommer. Demnach könne regulär vom 22. April bis 7. Mai sowie vom 12. bis 29. Mai geschrieben werden. Neuer Nachschreibezeitraum ist vom 15. bis 20. Juni.

+++ Senat informiert über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Krise +++

Nach der heutigen Senatssitzung werden Bürgermeister Bovenschulte, Bildungssenatorin Bogedan und Gesundheitssenatorin Bernhard in einer Pressekonferenz um 12:30 Uhr über aktuelle Entwicklungen in der Corona-Krise informieren. buten un binnen zeigt die Pressekonferenz im Livestream.

+++ Handelskammer Bremen informiert über Einkaufsmöglichkeiten in Bremen und Bremerhaven +++

Um lokale Unternehmen in der Corona-Krise zu unterstützen, hat die Handelskammer Bremen Online-Kundenplattformen für Bremen und Bremerhaven gestartet. Sie sollen der Handelskammer zufolge Unternehmen aus Handel, Dienstleistungen und Gastronomie die Möglichkeit bieten, ihre Kunden über Angebote zu telefonischen oder elektronischen Bestellservices und Liefermöglichkeiten zu informieren.

+++ Bremer Schüler fordern Verzicht auf Abiturprüfung +++

Die Abiturientinnen und Abiturienten der Oberschule an der Ronzelenstraße haben einen offenen Brief an den Senat und die Bürgerschaft geschrieben. Darin fordern sie, die Abiturprüfung 2020 nicht stattfinden zu lassen. Die Schüler sehen sich angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Krise benachteiligt. Außerdem stelle das Zusammentreffen vieler Schüler bei den Prüfungen ein gesundheitliches Risiko dar. Stattdessen schlagen sie vor, die Noten aus den Vorabiturklausuren geltend zu machen und sie gegebenfalls durch mündliche Nachprüfungen zu verbessern.

+++ Zahl der bestätigten Infektionen steigt weiter +++

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben der Gesundheitsbehörden der Länder auf 63.101 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle infolge der Covid-19-Erkrankung liegt demnach jetzt bei 593.

+++ Bremer Flüchtlingsrat zeigt Sozialbehörde an +++

Der Bremer Flüchtlingsrat hat eigenen Angaben zufolge die Sozialbehörde und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Sie stünden im Verdacht, in der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge in der Lindenstraße in Vegesack gegen die Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus verstoßen zu haben, begründete die Initiative ihr Vorgehen.

Bei dem Betrieb der Lager in der Lindenstraße und auch in der Alfred-Faust-Straße handelt es sich faktisch um täglich stattfindende 24-Stunden-Großveranstaltungen.

Gundula Oerter, Flüchtlingsrat Bremen

Der Flüchtlingsrat fordert seit einigen Tagen die Auflösung der zentralen Aufnahmestelle. Die Bewohner könnten dann in der Vorstellung des Vereins auf leere Hotels, Übergangswohnheime und Container verteilt werden. Dies ist laut Sozialressort weder rechtlich möglich, noch sinnvoll, da Versorgung und Betreuung darunter leiden würden.

Laut der Behörde haben bereits 30 Personen mit erhöhtem Risiko die Landesaufnahmestelle verlassen. Weitere 100 sollen in den kommenden Tagen in die Jugendherberge in der Innenstadt ziehen.

+++ Zahl der Corona-Toten im Land Bremen steigt auf 4 +++

Im Land Bremen gibt es zwei weitere durch den Coronavirus bedingte Todesfälle. Damit sind inzwischen vier Menschen an den Folgen der Viruserkrankung gestorben. Bei den beiden aktuellen Todesfällen handelt es sich um Menschen mit Vorerkrankungen, die 88 und 90 Jahre alt waren.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde, steigt die Zahl der bestätigten Corona-Infizierten im Land auf insgesamt 297. In der Stadt Bremen sind aktuell 277 Fälle gemeldet, in Bremerhaven sind es 20 registrierte Infizierte. 71 Menschen im Land Bremen sind wieder genesen.

Corona-Update: Werden die Kontaktbeschränkungen verlängert?

Video vom 29. März 2020
Ein Skateground wurde mit Absperrband der Polizei weiträumig abgesperrt.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 31. März 2020, 19:30 Uhr