Diese 4 Ausstellungen sind alles – außer gewöhnlich

Otto in Emden, Popstars in Bremen: Bei diesen vier Kunstausstellungen dürften selbst Kulturmuffel aufhorchen.

Otto Waalkes winkt in die Kameras.
In der Kunsthalle in Emden können Besucher Dokumente, Bilder, Requisiten und Videos des Komikers Otto Waalkes anschauen. Bild: DPA | Christoph Hardt/Geisler-Fotopress

Bei einem Museumsbesuch denken viele vermutlich an historische Gemälde, Statuen oder Kunstsammlungen. Doch schon mit den Stadtmusikanten hat die Kunsthalle Bremen ungewöhnliche Exponate ins Museum geholt. Diese vier Ausstellungen gehen einen ähnlichen Weg.

1 Ottifanten im Museum

Am Samstag startet die Ausstellung "Otto coming home (he kummt na Huus)" in der Kunsthalle Emden. Die Exposition ist eine Hommage an den ostfriesischen Komiker Otto Waalkes. Bis zum 22. September sind in der Kunsthalle Videos, Requisiten, Karikaturen sowie Bilder aus der Kindheit des Schauspielers zu sehen. Die Vielfältigkeit der Ausstellungsstücke spiegelt die vielen Tätigkeitsfelder Waalkes wider. Denn der 70-Jährige ist nicht nur ein berühmter Komiker, sondern auch Musiker, Comiczeichner, Regisseur und Synchronsprecher. Am Samstag wird außerdem die erste Otto-Ampel in Emden enthüllt.

2 Mode, die sich länger tragen lässt

Die Idee hinter der Ausstellung "Use-less" ist einfach, doch die Ergebnisse sind komplexer, als man denkt. Wie entstehen die Klamotten, die wir tagtäglich tragen? Und wie lässt sich ihr Lebenszyklus verlängern? Die Ausstellungsstücke sind zum Teil völlig alltäglich: Jeans, T-Shirts, Strumpfhosen. Gegenstände, die jeder im Schrank haben dürfte. Das Besondere an vielen Exponaten: Sie sind nachhaltig produziert. In der Schau wird gezeigt, wie man Kleidungsstücke herstellt und selbst upcyclen kann. "Slow Fashion" nennt sich die Bewegung, die einen verantwortungsvollen Umgang mit der Kleidung fordert. Schirmherrin der Schau ist die englische Mode-Ikone Vivienne Westwood. Die Idee stammt von der Hochschule Hannover. Die Wanderausstellung ist bis zum 20. Oktober im Hafenmuseum Speicher XI in Bremen zu sehen.

3 Ein Selfie-Blogger aus dem 16. Jahrhundert

Matthäus Schwarz
Matthäus Schwarz posierte für die Miniaturen seines Projekts "klaidungsbuechlin", das er 1520 begonnen hatte. Bild: Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig | C. Cordes

Aufmerksamkeit mit dem eigenen Aussehen und Outfits zu erregen, gehört irgendwie zu unserer Zeit. Man könnte annehmen, dass das Phänomen mit Twitter, Instagram und Facebook begonnen hat. Doch ein Buch aus dem 16. Jahrhundert beweist: Das stimmt gar nicht. Der Augsburger Buchhalter Matthäus Schwarz dokumentiert in seinem Tagebuch mit minutiöser Sorgfalt, welche Kleidungsstücke er zu welchem Anlass anfertigen ließ. Anhand seiner Erzählungen, Miniaturen und weiteren Leihgaben wird in der Ausstellung die Mode für den Mann der Renaissance rekonstruiert. Parallel werden die Ereignisse aus dem Leben des jungen Mannes dargestellt. Die Schau läuft bis zum 4. August im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig.

4 Gott neben Popstars

Wen oder was himmeln wir an? Heiliges und Weltliches kommen sich in der Ausstellung "Ikonen. Was wir Menschen anbeten" der Kunsthalle Bremen ganz nah. Die Ausstellung nimmt die Zuschauer auf eine Zeitreise durch die menschliche Spiritualität der vergangenen Jahrhunderte. Und zwar von mittelalterlichen Sakralbildern, die Jesus und Maria darstellen, über die russischen Ikonen hin zu Kunstgrößen wie Van Gogh und Stars wie Marylin Monroe. Der rote Faden: die verschiedenen Bedeutungen, die das Wort "Ikone" mit den Jahren angenommen hat. Die Ausstellung wird vom 19. Oktober 2019 bis zum 1. März 2020 zu sehen sein.

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  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 22. Juni 2019, 15:20 Uhr