Fragen & Antworten

Konzerte statt Leichen: Kann die Pathologie zum Kulturzentrum werden?

Die Pathologie Bremen zieht um. Aus dem alten Gebäude im Hulsberg-Viertel möchte eine Initiative einen integrativen Treffpunkt machen. Doch das dürfte nicht so leicht werden.

Eine Außenansicht eines hellen Gebäudes.
Warum wird das Gebäude umfunktioniert?
Die Mitarbeiter der Pathologie werden nächstes Jahr in das neue Klinikum Bremen-Mitte ziehen. Auf dem 14 Hektar großen Gelände, auf dem sie aktuell noch arbeiten, entsteht gerade ein Wohnquartier, das Neue Hulsbergviertel. Und das Gebäude, in dem zurzeit Leichen seziert werden, soll zur Schnittstelle zwischen dem alten und dem neuen Hulsbergviertel werden.
Wer hat Interesse an dem Gebäude? 
Eine Initiative hat bislang offiziell ein Konzept vorgestellt. Sie will eine Anlaufstelle für alle Bewohner des Viertels bieten. "Es gibt im alten und im neuen Hulsbergviertel so gut wie keine sozialen Angebote", sagt Thomas Bretschneider vom Martinsclub. Neben dem Verein sind auch der Bremer Rat für Integration, der Verein für Innere Mission, der Verbund arbeitsmarktpolitischer Dienstleister und der Kulturverein Villa Sponte an der Idee beteiligt. Finanziell unterstützt werden sie von der Dr. Hübotter Gruppe. Klaus Hübotter, Chef der Hübotter-Gruppe, hat bereits in der Vergangenheit soziale Projekte gefördert.
Was plant die Initiative genau? 
Kurz gesagt: ein Quartiers- und Kulturzentrum. Dort sollen zum Beispiel Menschen mit und ohne Behinderung zusammen wohnen und in einem integrativen Restaurant arbeiten. Außerdem sollen Beratungen für Migrantinnen und Migranten angeboten und Konzerte und offene Seminare veranstaltet werden.
Wie geht es weiter? 
Nachdem die Mitarbeiter der Pathologie in das neue Klinikum umgezogen sind, beginnt offiziell die Ausschreibung für das Gebäude. Spätestens dann rechnen die Besitzer auch mit weiteren Interessenten.
Wie sind die Chancen für die soziale Initiative? 
Zurzeit sieht es schlecht aus. Das Gebäude gehört dem kommunalen Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno). Und der erwartet für 2019 ein Rekordminus von 17,7 Millionen Euro. Die Geno braucht also Geld, die Initiative hat keins. "Wir müssten das Gebäude für einen symbolischen Preis bekommen. Denn allein für die Renovierung müssten wir vier bis sechs Millionen Euro aufwenden", sagt Thomas Bretschneider. Eine Chance sieht er aber noch: "Wir sind zum Beispiel auf eine Geste der Stadt angewiesen: Sie könnte die neue Pathologie aus dem Plan für das Viertel herausnehmen. Dann könnten wir es beispielsweise über ein Erbpacht-Modell mieten."

Baugemeinschaften wollen am Hulsberg bauen

Ein Haus einer Baugemeinschacht.

Mehr zum Thema:

  • Jan Meier-Wendte

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. September 2019, 19:30 Uhr