Infografik

Hafenarbeiter soll an 98-Kilo-Drogenschmuggel beteiligt gewesen sein

  • Staatsanwaltschaft ermittelt wegen "nicht unerheblicher Mengen" Drogen
  • Magazin "Der Spiegel": Verdächtiger sei AfD-Politiker aus Niedersachsen
  • Im November hatte es bereits Durchsuchungen gegeben
Video vom 13. Dezember 2019
Eine Aufnahme einer Polizeisirene, im Hintergrund sind Container zu sehen.
Bild: Radio Bremen

Die Staatsanwaltschaft Bremerhaven ermittelt in einem Fall von illegaler Einfuhr von Kokain gegen eine Person aus dem Bremerhavener Hafen-Umfeld. Das bestätigte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Oliver Constien, buten un binnen auf Nachfrage. Namen wollte Constien aber nicht bestätigen – und damit auch nicht den Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", nach dem es sich bei dem Verdächtigten um einen niedersächsischen AfD-Politiker handele. Es gehe um den Schmuggel von 98 Kilogramm Kokain, berichtet das Magazin weiter und beruft sich dabei auf den Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Bremerhaven, der dem "Spiegel" vorliege.

Video vom 20. Dezember 2018
Illegales Schmuggeln von großen Mengen Kokain im Hafen von Bremerhaven
Bild: Radio Bremen/OpenStreetMap

Bereits im November hatte es Durchsuchungen bei vier Hafenarbeitern gegeben. Die Staatsanwaltschaft ermittle nun wegen der "unerlaubten Einfuhr nicht unerheblicher Mengen" von Betäubungsmitteln, so Constien, es gehe um die Einfuhr über das Bremerhavener Hafengebiet. Der AfD-Politiker war für buten un binnen nicht zu erreichen, die Partei wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben.

Bremerhaven gilt als Haupt-Drehscheibe für Kokain

Bremerhaven gilt seit vielen Jahren als eine europäische Haupt-Drehscheibe für den illegalen Drogenimport. Hier gab es in den letzten Jahren spektakuläre Drogenfunde, dabei wurden die gefundenen Mengen immer größer. Im September hatte der Zoll Drogen im Wert von 4,5 Millionen Euro gefunden. Auch durch diesen Fund wurde das Jahr 2019 zum Drogen-Rekordjahr. Die Ermittler stellten bis Mitte November mehr als zehn Tonnen Kokain sicher, 2014 waren es "nur" 1,5 Tonnen. Der Großteil der Drogen sei laut Bundeskriminalamt in Bremerhaven gefunden worden.

Ein Mann im Gericht.
Muhiddin B. bei der Urteilsverkündung Ende 2018. Er musste für neun Jahre in Haft. Bild: Radio Bremen

Einer der Drahtzieher des Bremerhavener Kokainhandels, Muhiddin B., war Ende 2018 zu neun Jahren Haftstrafe verurteilt worden. Beim Prozess wurden viele Details darüber bekannt, wie der Drogenhandel im Hafen abläuft. Die Drogen werden offenbar durch Helfer oder bestochene Hafenarbeiter aus den Containern geholt. In anderen Fällen hatten sich Drogenkuriere die Mitarbeiterausweise von Hafenangestellten geliehen, um auf das Hafengelände zu kommen. Die Taschen mit dem Rauschgift wurden dann irgendwo auf dem Hafengelände versteckt. "Dort wurden die Taschen von Unbekannten entfernt und zum Teil über den Zaun geworfen. Oder es wurde versucht, das Kokain über die normalen Übergänge herauszuschmuggeln", sagt René Matschke, Leiter der Hamburger Zollfahndung.

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Autor

  • Boris Hellmers

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Dezember 2019, 19:30 Uhr