Gericht urteilt gegen die Stadt: Freimarkt wohl ohne Königsalm

  • Verwaltungsgericht: Vergabe des größten Festzeltes muss neu entschieden werden
  • Bewerbung von "Königsalm"-Betreiber kam zu spät
  • "Bayernzelt"-Betreiber hatte geklagt, Stadt wird Beschwerde einlegen
Das Bild zeigt eine freie Freimarktsfläche.

Eigentlich schien die Sache klar: Dort, wo auf dem Bremer Freimarkt bisher immer das "Bayernzelt" stand, sollte in diesem Jahr am 19. Oktober zum ersten Mal die "Königsalm" ihre Türen öffnen. Ein Festzelt von immenser Größe: 40 mal 40 Meter, mit Platz für 2.000 Gäste. Rund sieben Millionen Euro soll das mobile Partyzelt gekostet haben. Der Aufbau hat bereits am Montag begonnen. Doch im Hintergrund wurde seit Monaten gestritten. Der Betreiber des "Bayernzeltes" wehrte sich vor Gericht dagegen, dass er an einen neuen Ort umziehen und sein Zelt stark verkleinern sollte.

Platzvergabe soll neu entschieden werden – ohne "Königsalm"

Jan Patrick Wolters vor dem Bayernzelt vom Bremer Freimarkt.
Er hat vor dem Bremer Verwaltungsgericht einen Sieg errungen: Jan Patrick Wolters, der Betreiber des Bayernzeltes (Archivbild). Bild: Jan Patrick Wolters

Nun hat er vom Bremer Verwaltungsgericht teilweise Recht bekommen. Laut Gericht muss die Vergabe des Platzes an die "Königsalm" neu entschieden werden. Allerdings kann die Bewerbung für die "Königsalm" dabei nicht berücksichtigt werden. Denn die Richter stellten einen Fehler bei der Auswahlentscheidung für die "Königsalm" fest. Die Bewerbung war demnach nicht fristgerecht.

Wirtschaftsressort will wohl in die nächste Instanz gehen

Zwar habe der Betreiber bereits vor Ablauf der Bewerbungsfrist im November 2017 Unterlagen eingereicht. Allerdings sei das Festzelt, das die Stadtgemeinde dann für den Freimarkt 2018 zuließ, nun eindeutig anders geworden als das Zelt, das unter dem gleichen Namen in den Vorjahren auf dem Freimarkt stand. Die neue "Königsalm" wurde laut Gericht erst in diesem Jahr fertiggestellt, also nach Ablauf der Bewerbungsfrist.

Doch die Entscheidung des Gerichts ist noch nicht rechtskräftig. Die Stadtgemeinde Bremen wird wohl Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen. Das sagte der Sprecher des Wirtschaftsressorts, Tim Cordßen, gegenüber buten un binnen. "Wir sind noch dabei die Entscheidung zu prüfen. Aller Voraussicht nach werden wir Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht gegen diese Entscheidung einlegen."

"Bayernzelt"-Betreiber will Zelt in selber Größe aufbauen

Geht es nach dem Betreiber des Bayernzeltes, könnte das heutige Urteil bedeuten, dass alles beim Alten bleibt. Zumindest will er erreichen, dass er sein Zelt in derselben Größe aufbauen darf, wie seine Vorgänger es in den vergangenen Jahren getan haben. Der Anwalt des neuen Betreibers des Bayernzeltes sagte dem "Weser-Kurier": "Die Stadt muss nun neu entscheiden, und wir erwarten, dass das zügig gemacht wird und das Bayernzelt in voller Größe zugelassen wird."

Kassiert die nächste Instanz im Eilverfahren aber die heutige Entscheidung, wäre wohl auch die "Königsalm" wieder im Rennen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 4. September 2018, 19:30 Uhr