Fragen & Antworten

Bremerhavener Klimahaus geht unter die Stromanbieter

  • "Klimahausstrom" ist in ganz Deutschland verfügbar
  • Geschäftsführer will "grünen Strom" fördern
  • Ein kleiner Teil der Einnahmen fließt in Bildungsprojekte
Das Klimahaus spiegelt sich im Hafenbecken.
Das Klimahaus vermarktet ab sofort "grünen Strom". Bild: Klimahaus | Ralph Langer

Das Klimahaus in Bremerhaven geht unter die Stromanbieter. Es bringt Ökostrom auf den Markt. "Klimahausstrom" nennt der sich.

Warum geht das Klimahaus unter die Stromanbieter?
Das Klimahaus selbst bezieht seit rund drei Jahren Ökostrom vom Energieversorger "Teutoburger Energie Netzwerk". Die Quelle ist Wasserkraft aus Norwegen. Das Wasserkraftwerk dort ist seit mehr als 100 Jahren in Betrieb. Klimahaus-Geschäftsführer Arne Dunker will den Strom nun mit dem guten Namen des Klimahauses weitervertreiben. Das Ganze soll also eine "Win-Win-Situation" für den Energieversorger und das Klimahaus werden. Es fließen zehn Euro pro Vertrag in die Deutsche Klimastiftung des Klimahauses. Das Geld soll für Bildungsprojekte genutzt werden.
An wen richtet sich das Angebot?
Der Strom wird in ganz Deutschland angeboten. Der Preis ist aufgrund der jeweiligen Durchleitungsgebühren regional unterschiedlich, jedoch nach Angaben der Anbieter stets wettbewerbsfähig gegenüber lokalen Energieversorgern.
Wie kann man denn sicher sein, dass man auch wirklich Ökostrom bekommt?
Das läuft nicht so, dass der Strom aus dem Wasserkraftwerk direkt zu einem nach Hause kommt. Mit seinen Zahlungen unterstützt man die Anlagen dort. Aber je mehr Leute eben auf nachhaltige Energie setzen, umso mehr gewinne der "grüne Strom" an Bedeutung, argumentieren Klimahaus und Energieversorger.
Kann ich den Strom direkt beim Klimahaus buchen?
Ja, man kann sich direkt beim Klimahaus melden, wenn man seinen Stromanbieter wechseln möchte. Das Klimahaus fungiert quasi als Zwischenhändler, für den Vertrieb ist der Energieversorger zuständig.
Ist es nicht schlecht fürs Image, als Kultureinrichtung mit einem Wirtschaftsunternehmen zu kooperieren?
Das Klimahaus hat einen privaten Betreiber. Deshalb gibt es durchaus verschiedene Kooperationen, wie zum Beispiel mit der Frosta-Kochschule und mit Offshore-Unternehmen. Die Stadt finanziert das Klimahaus indirekt. Sie beteiligt sich zum Beispiel an Kosten für das Gebäude oder für Ausstellungen.
Was hält die SWB als regionaler Energieanbieter davon?
Die SWB sagt, man stehe eben im Wettbewerb. Die SWB wirbt selbst für eigene regionale Produkte mit Wasserkraft und Energie aus Müllverbrennung.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Juli 2020, 19:30 Uhr