Warum diese 3 Kirchen in Bremen verschwunden sind

Wo heute Menschen einkaufen gehen, wo täglich Tausende Autos entlang fahren, da wurde früher gebetet. Wo standen diese Kirchen – und warum heute nicht mehr?

Video vom 14. August 2020
In einem Garten steht ein gehauener Stein.
Bild: Radio Bremen

Zahlreiche Kirchen sind in Bremen inzwischen verschwunden. An die eindrucksvollen Bauwerke erinnert heute nur noch wenig. Allein neun Kirchen haben den Krieg nicht überstanden. Ein ganzes Kloster wurde sogar schon im Mittelalter abgerissen. Das sind die bekannten Bremer Gotteshäuser, die im Laufe der Zeit verschwunden sind.

1 Ansgarii-Kirche

Ursprünglich stand die evangelische Ansgarii-Kirche in der Bremer Innenstadt, dort wo sich heute der Ansgarikirchhof befindet. Einst galt sie als Wahrzeichen der Bremer Altstadt, vor allem wegen ihres Turms, der mit seinen 118 Metern der höchste in Bremen war. Heute ist von der alten Kirche nicht mehr viel übrig: Lediglich der Name des weitläufigen Platzes erinnert an sie – und die Bronzesäule mit Bibel, Schiff und Kreuz, die sich am Rande des Platzes befindet.

Das Foto zeigt eine alte Aufnahme der Ansgarii-Kirche.
Die Ansgarii-Kirche galt vor dem Krieg als Wahrzeichen der Bremer Altstadt. Bild: Landesfilmarchiv Bremen | Staatsarchiv Bremen

Die Geschichte der St.-Ansgarii-Gemeinde reicht zurück bis in das Jahr 1229. Besondere Bedeutung erlangte die Kirche zu Zeiten der Reformation: 1522 hielt hier der Augustinermönch Heinrich von Zütphen die erste evangelische Predigt Bremens. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk durch Bombenangriffe komplett zerstört.

Das Foto zeigt eine aktuelle Aufnahme der Orgel in der neuen Ansgarii-Kirche.
Die historische Orgel wurde in die neue Kirche eingebaut. Bild: Radio Bremen

In den 50er Jahren entstand dann die neue Ansgarii-Kirche: modern gebaut und nicht mehr in der Innenstadt, sondern in Schwachhausen. Allerdings mit historischer Orgel aus der alten Kirche. Die hatte die Bombenangriffe überstanden und wurde in die neue Kirche eingebaut.

2 Remberti-Kirche

Beim Anblick des heutigen Rembertirings lässt sich nur schwer vorstellen, dass hier früher eine der eindrucksvollsten Kirchen Bremens stand. Die Remberti-Kirche hatte zwischen Rembertistraße und Fedelhören ihren Platz.

Das Foto zeigt die Sprengung der Remberti-Kirche.
Durch Bomben wurde die Remberti-Kirche schwer beschädigt und deshalb gesprengt. Bild: Landesfilmarchiv Bremen | Landesfilmarchiv Bremen

Auch die Remberti-Kirche überstand den Zweiten Weltkrieg nicht: 1942 wurde sie durch einen Bombenangriff schwer beschädigt und brannte völlig aus. Die Ruine wurde anschließend gesprengt. Erst in den 50er Jahren entstand die neue Remberti-Kirche. Sie wurde in Schwachhausen an der Friedhofsstraße gebaut.

3 Paulskloster

Das Foto zeigt eine Zeichnung des mittelalterlichen Paulsklosters.
So sah das Paulskloster vor seinem Abriss im Mittelalter aus. Bild: Staatsarchiv Bremen | Staatsarchiv Bremen

Nicht nur im Zweiten Weltkrieg sind Bremer Kirchen zerstört worden. Das Paulskloster wurde schon im Mittelalter einfach abgerissen. Im Bremer Viertel thronte es einst auf einer Düne, die heute längst abgetragen ist. Benediktiner-Mönche hatten hier etwa seit dem 11. Jahrhundert gebetet und gearbeitet. Das Ende der ebenso frommen wie reichen Klostergemeinschaft kam mit der Reformation: Der Senat beschloss den Abriss.

Aus der Luft ist das ehemalige Gelände des Paulskloster zu sehen.
Heute stehen auf dem ehemaligen Klostergelände Wohnhäuser. Bild: Radio Bremen

Im Viertel erinnert heute die Straße "Beim Paulskloster" an das kirchliche Bauwerk. Die Häuser hier stehen auf dem alten Klostergelände.

Und auch am Marktplatz lassen sich noch Überreste des Klosters finden: Ein Stein, der den heiligen Petrus zeigt, wurde im Keller des Schütting gefunden und anschließend an der Fassade angebracht.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. August 2020, 19:30 Uhr