Bremer Wirtschaft besorgt wegen schwacher Konjunktur

  • Bremer Wirtschaft stagniert in diesem Jahr
  • Der Grund der Schwächephase liegt in der hohen Exportabhängigkeit
  • Vor einem Jahr verzeichnete Bremen noch ein Wachstum von 3,8 Prozent
Video vom 17. Dezember 2019
Die Industrie-und Handelskammer bei der Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen

Nach Jahren kräftigen Wachstums hat die Bremer Wirtschaft zuletzt stagniert und wird 2019 nur noch mit einem sogenannten "Nullwachstum" (Bruttoinlandsprodukt) beenden. Zu dieser Prognose kommt die Handelskammer Bremen – die abschließende Statistik folgt dann im kommenden Jahr.

Noch 2018 war Bremen mit einem Plus von 3,8 Prozent in den Top 3 der Bundesländer gelandet. Der Grund dieser Schwächephase liegt in der hohen Exportabhängigkeit Bremens. Viele Unternehmen hängen am Außenhandel. Das heißt, die Konflikte zwischen China, den USA und der EU – aber auch die Sorgen um den Brexit – bremsen den internationalen Handel und damit auch die Bremer Wirtschaft.

Arbeitslosigkeit gestiegen

Als Stützen sieht die Kammer weiter die gute Nachfrage im Inland – dadurch gehe es der Bauwirtschaft gut. Aber auch generell bleibe der Dienstleistungs-Sektor ein Aktivposten. Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht die Kammer mittlerweile Bremsspuren der schwächeren Konjunktur. Anders als im Bund hat die Arbeitslosigkeit im Land Bremen zuletzt wieder zugenommen: Im November war die Zahl der Arbeitslosen um Fast 5,5 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,5 Prozentpunkte auf zuletzt 9,8 Prozent.

Die neue rot-grün-rote Landesregierung solle sich daher auf den Erhalt von Wirtschaftskraft und Arbeitsplätzen konzentrieren, forderte die Handelskammer Bremen am Dienstag. Die Abschwächung der Weltwirtschaft treffe das exportorientierte Bremen besonders, sagte Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen.

"Nach Jahren des Aufschwungs haben wir jetzt eine konjunkturelle Schwächephase", betonte sie. Die Landesregierung solle die knapper werdenden Mittel in die Verkehrsinfrastruktur und die Bildung investieren, forderte sie. Nur so bleibe die Wirtschaft stark, und dann lasse sich über die Projekte von Rot-Grün-Rot im Klimaschutz und bei der Verkehrswende reden.

Übersteht das Stahlwerk eine erneute Krise?

Video vom 25. November 2019
Ein Bremer Stahlwerk von innen mit glühender Metallflüssigkeit.
Bild: Radio Bremen

Autor

  • Christian Schwalb

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier-News, 17. Dezember 2019, 13 Uhr