Bremen geht unter die Haut: Das sind die häufigsten bremischen Tattoos

Roland, Werder oder Stadtmusikanten: Welche Bremer Symbole lassen sich die Menschen am liebsten stechen? Wir haben nachgefragt.

Man zeigt Tattoo mit den Stadtmusikanten auf dem Arm.
Unter den Bremer Motiven häufig erwünscht: die Bremer Stadtmusikanten. Bild: Moritz Steinberger

Der Sommer hat angefangen, Ärmel, Hosen und Kleider werden kürzer – und damit kommen auch Tattoos häufiger zum Vorschein. Welche Motive lassen sich die Bremer am häufigsten auf ihrer Haut verewigen? Und welche Bremer Symbole werden besonders angefragt? Wir haben bei 13 Tattoo-Studios nachgefragt. Dies sind die Ergebnisse der nicht-repräsentativen Umfrage.

Bremer Schlüssel als meistgefragtes Motiv

Auch im Jubiläumsjahr sind es nicht die Stadtmusikanten, die am häufigsten gestochen werden, sondern ein anderes, typisches Bremer Symbol: der Bremer Schlüssel. Die vier tierischen Freunde kommen immerhin auf den zweiten Platz, zusammen mit dem Roland. Auch das Wahrzeichen Bremens sei ein oft gefragtes Motiv, berichten zahlreiche Studios.

Den dritten Platz belegt Werder Bremen mit der weiß-grünen Raute. Gefragt ist auch die Fahne der Hansestadt, die Speckflagge. Auch der Bremer Dom sowie der Anker als norddeutsches Symbol hätten sich Kunden schon mal tätowieren lassen, sagt "Poschi" vom Studio Rocket Tattoo in der Bremer Neustadt. Dabei soll der Anker deutlich häufiger vorkommen.

"Die Bremer Stadtmusikanten ist eine so schöne Lügengeschichte"

Doch wieso lässt man sich ein Gebäude oder ein Stadtsymbol auf den Arm tätowieren? Moritz Steinberger ist Bremer Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätte (NGG) und hat sich vor drei Jahren die Stadtmusikanten auf den linken Unterarm stechen lassen. Für ihn haben die vier Tierfiguren eine symbolische Bedeutung. "Es gibt eigentlich drei Gründe", erzählt er.

Der erste: Weil es eine schöne, menschliche Lügengeschichte sei. "Wir haben die Statue der Musikanten auf dem Marktplatz aufgestellt, aber in Bremen sind sie eigentlich nie angekommen", erzählt er mit einem kleinen Lachen. Der zweite Grund: "Weil ich in Bremen geboren bin und mich mit der Stadt identifiziere." Und der dritte: 'Die Stadtmusikanten' sei eigentlich eine Gewerkschaftsgeschichte.

Vier Leute, die keine Macht haben, tun sich zusammen – und plötzlich haben sie die Macht.

Moritz Steinberger
Moritz Steinberger, Bremer Sekretär der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätte

Probleme bei der Arbeit habe ihm das Tattoo nie bereitet. "Eigentlich kriege ich jeden Tag positives Feedback", sagt er. Das hänge auch mit dem Motiv zusammen, vermutet Steinberger. "Das ist beruflich akzeptiert. Es ist schließlich kein Totenkopf mit Messer zwischen den Zähnen."

Es geht in Richtung "kleiner und feiner"

Wenn es um allgemeine Symbole geht, ist bei den Bremern laut Umfrage keine genaue Vorliebe erkennbar. Allerdings gebe es seit etwa zwei Jahren einen Trend hin zu "kleiner und feiner" – das bestätigen mehrere Künstler. Weg also von der Ganzarm-Sirene und in Richtung kleinerer Wellen. "Vor allem bei den Damen lässt sich das feststellen", sagt die Inhaberin eines Bremer Studios. Auch Mandalas seien immer noch in Mode.

Ein Löwen-Tattoo auf dem Unterschenkel eines Mannes.
Löwen sind 2019 in Bremen als Tattoo im Trend. (Symbolbild) Bild: DPA | Julia Rahn/Pressefoto Baumann

Und ein Tätowierer, Max Paul, hat einen großen Anstieg bei den Löwen-Figuren gemerkt. "Das habe ich auch von anderen Künstlern gehört. Seit etwa zwei Jahren sind Löwen ziemlich im Trend." Und zwar sowohl bei Frauen als auch Männern. Weitere beliebte Motive sind Uhren, Kompasse und Symbole der asiatischen Kultur, wie die japanischen Geishas.

Mehr zum Thema:

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 5. Juli 2019, 23:30 Uhr