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Grippewelle kommt auf Bremen zu: So können Sie ihr entkommen

Die Influenza hat Niedersachsen schon erreicht, Bremen hat sie im Visier. Wer sich noch gegen die Krankheit impfen lassen will, muss schnell handeln.

Eine junge Frau liegt krank im Bett, auf dem Nachttisch steht ein Glas Wasser und daneben Schmerztabletten.
Erwischt einen die Grippe, ist Bettruhe angesagt. Patienten sollten unbedingt zum Arzt gehen – am besten mit einer Person zur Unterstützung. Bild: Imago | photothek

Man fühlt sich schlapp, hat keinen Hunger. Stattdessen aber Kopfweh, Halsschmerzen, Husten, Schüttelfrost und vor allem hohes Fieber bis über 40 Grad Celsius. Wen eine Grippe erwischt, der liegt erstmal flach. Die Influenza ist keine Lappalie, sie kann sogar zum Tod führen. Die wichtigsten Fakten im Überblick:

Wann erreicht die aktuelle Grippewelle Bremen und Bremerhaven?
Genau kann das niemand sagen. Momentan grassiert die Krankheit hier nur vereinzelt, doch die Fälle nehmen zu. Seit Beginn der Grippesaison im Oktober 2019 sind beim Gesundheitsamt Bremen insgesamt 52 Fälle von Influenza gemeldet worden. Aber fast ein Drittel davon stammt aus den ersten Wochen dieses Jahres: 15 gemeldete Fälle gibt es laut Behörde dieses Jahr bereits. So nehmen auch die Experten der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz an, "dass die Fallzahlen in den nächsten zwei bis drei Wochen steigen werden". Hinzukommt, dass das Landesamt im umliegenden Niedersachsen bereits von einer Epidemie spricht. Wie stark Bremerinnen und Bremer in dieser Saison betroffen sein werden, kann niemand vorhersagen. "Jede Welle verläuft etwas anders", so Sylla Kahl aus dem Gesundheitsressort. Die letzte schwere Grippewelle erlebte Bremen in der Saison 2017/2018.

Gemeldete Grippefälle im Land Bremen

Saison (Anfang Oktober bis Mitte Mai)Anzahl
2016/2017201
2017/2018574
2018/2019373
Quelle: Gesundheitsamt Bremen
Wie sieht es im Umland aus?
In Niedersachsen gibt es bereits zwei Influenza-Todesfälle in der aktuellen Saison, wie das zuständige Landesgesundheitsamt am Dienstag meldete. Zudem habe die Grippewelle dort die "epidemische Phase" erreicht. Davon spricht das Amt, wenn sich auf mehr als einem Fünftel der Speichelproben, die von Ärzten eingesandt werden, Influenza-Erreger nachweisen lassen. Schlechte Nachrichten für Bremen und Bremerhaven: Die in der Nähe liegenden Kreise Delmenhorst, Stadt Oldenburg und Wesermarsch haben bereits Influenza-Fälle gemeldet. In den Gebieten östlich von Bremen sind keine Fälle bekannt.
Wie kann ich mich schützen?
Am besten ist eine Impfung, sagt das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin, das in Deutschland für die Krankheitsprävention verantwortlich ist. Die Impfung wirkt aber erst nach rund 10 bis 14 Tagen. Sollte die Grippewelle Bremen, wie das Bremer Gesundheitsamt annimmt, erst in zwei bis drei Wochen erreichen, ist dafür also gerade noch ausreichend Zeit. Einen hundertprozentigen Schutz bietet die Impfung zwar nicht, aber sie gilt als am wirksamsten.
Es gibt auch antivirale Arzneimittel, die vor der Grippe schützen können. Ihre Wirksamkeit liegt laut RKI bei 60 bis 90 Prozent. Die Mittel schützen allerdings nur so lange, wie sie auch eingenommen werden.
Außerdem helfen die einfachen Maßnahmen wie "Händewaschen, Flächendesinfektion und ein entsprechendes Verhalten, wie - soweit möglich - Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung", so das RKI.
Wer sollte sich impfen lassen?
Für manche Menschen ist die Grippe lebensbedrohlich. In Deutschland starben in der Saison 2017/2018 rund 25.100 Menschen an den Folgen der Influenza, schätzt das RKI. Besonders gefährdet sind demnach ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen. Das RKI empfiehlt deshalb diesen Menschen die Impfung: alle ab 60 Jahren, chronisch Kranken, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, Schwangere ab dem dritten Monat, Beschäftigten im Gesundheitsbereich und allen, die regelmäßig in Kontakt mit den genannten Gruppen sind.
Was ist in dem Impfstoff enthalten?
"Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im April 2018 beschlossen, dass die Grippeschutzimpfung ab der Saison 2018/19 mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen soll", teilt das RKI mit. Wegen der Entscheidung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für diesen Impfstoff. Die Zusammensetzung ist in dieser Saison etwas anders als in der vorhergehenden. Die Weltgesundheitsorganisation legt den Mix der Stoffe jedes Jahr aufs Neue fest. Ihre Entscheidung fußt auf Daten über die zirkulierenden Virenstämme, die sie von den nationalen Behörden geliefert bekommt.

Autor

  • Bastian Mojen

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 17. Januar 2020, 23:30 Uhr