Sanierung der "Gorch Fock" kommt offenbar kaum voran

  • Einem Medienbericht zufolge laufen die Arbeiten in Bremerhaven schleppend
  • Die Elsflether Werft bleibt demnach deutlich hinter ihren Versprechen zurück
  • Termin für die Schwimmfähigkeit scheint bedroht
Die Gorch Fock auf See.
Ende 2015 wurde die "Gorch Fock" aus dem Schiffsverkehr gezogen.

Die Sanierungsarbeiten an der "Gorch Fock" kommen offenbar nur schleppend voran. Der Arbeitsfortschritt an Bord des Segelschulschiffes, das aktuell in der Bredo Werft in Bremerhaven liegt, sei "sehr gering und liegt deutlich hinter den Erwartungen zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung zurück", berichtete die "Welt am Sonntag" aus einem internen Schreiben der von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) eingesetzten "Task Force Instandsetzungsvorhaben" an Rüstungsstaatssekretär Benedikt Zimmer. Das Schreiben stammt demnach vom 4. April.

Bis zum Sommer soll die "Gorch Fock" wieder schwimmen

Bei der Sanierung der "Gorch Fock" war es zu einer Kostenexplosion von 10 auf bis zu 135 Millionen Euro gekommen, nach Vorwürfen der Korruption und Untreue wurde ein Zahlungsstopp verhängt. Die Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.

Mitte März einigte sich das Verteidigungsministerium mit der Werft auf die Aufhebung des Zahlungsstopps – im Gegenzug wurden strengere Kontrollregeln, mehr Transparenz und eine strikte Kostengrenze festgelegt. In der Vereinbarung ("Verpflichtungserklärung") ist vorgesehen, dass das Schiff zunächst für weitere 11 Millionen Euro bis zum Sommer schwimmfähig werden soll. Bereits Ende 2015 war das Segelschulschiff aus dem Schiffsverkehr gezogen worden.

Die Werft ist vom Zeitplan überzeugt

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf das Schreiben weiter, der geplante Termin für die Schwimmfähigkeit des Schiffes am 21. Juni müsse "zunehmend als kritisch bewertet werden". Der Aufsichtsratschef der Werft, Pieter Wasmuth, sagte der Zeitung: "Der Terminplan ist knapp, aber wir sind im Zeitplan." Die Arbeiten am Schiff seien bereits wieder aufgenommen worden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 7. April 2019, 11 Uhr