Studie: Bremer im bundesweiten Vergleich weniger glücklich

  • Bremen rutscht in Studie der Deutschen Post ab
  • Andere Regionen überholen die Region Niedersachsen-Nordsee
  • Schleswig-Holstein bleibt am glücklichsten
Menschen sitzen an der Schlachte
Im deutschen Glücksatlas zeigen sich die Bremer zufrieden mit ihrer Lebenssituation. Allerdings wird das Bundesland nicht einzeln erfasst, sondern im Verbund mit einem Teil Niedersachsens. Bild: Imago | Michael Bahlo

Im neuen "Glücksatlas" für Deutschland ist die Region Niedersachsen-Nordsee vom dritten auf den siebten Platz abgerutscht. Zu diesem Gebiet gehört auch Bremen. Im Auftrag der Deutschen Post wird in der repräsentativen Studie die Zufriedenheit der Menschen in Deutschland gemessen. Europaweit sind demnach die Dänen am glücklichsten, Deutschland insgesamt landet wie im Vorjahr auf Rang neun.

Die Region Niedersachsen-Nordsee belegte im deutschlandweiten Vergleich jahrelang den dritten Platz. Dass es jetzt nur noch für Platz sieben reicht, liegt vor allem daran, dass in anderen Teilen Deutschlands die allgemeine Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger gestiegen ist. Hier in der Region blieb sie dagegen fast unverändert bei 7,21 Punkten von 10 möglichen.

Fokus nachhaltiges Engagement

Im Fokus der Studie stand dieses Jahr das Thema Nachhaltigkeit. Je mehr Menschen sich für soziale oder ökologische Belange engagieren, desto zufriedener sind sie demnach. Drei von vier Engagierten haben das Gefühl, ihr persönliches Engagement bereichere auch ihr eigenes Leben. Während fast sieben von zehn Befragten angaben, dass sie persönliches Engagement für wichtig halten, setzen sich allerdings nur knapp vier von zehn tatsächlich im sozialen oder ökologischen Bereich ein.

Vielen Teilnehmern der Studie sind ökologische Anliegen zwar wichtig. Trotzdem sind nur wenige bereit, deutlich mehr Geld für umweltschonende Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen. Am meisten Zuspruch finden nachhaltig produzierte Lebensmittel. Für die ist jeder vierte Befragte bereit, mehr zu zahlen.

Unterschiede im Erhebungsgebiet

Die Bremer und die Niedersachsen sind besonders mit ihrer Wohnsituation und mit den Freizeitmöglichkeiten zufrieden, auch beim Thema Arbeit sind die Werte gut. Schleswig-Holstein hält den Titel der glücklichsten Region Deutschlands, Sachsen-Anhalt übernimmt in diesem Jahr den letzten Platz.

In die Untersuchung fließen auch Werte ein wie Demografie und Alter, Gesundheit, Einkommen und Armut oder Beschäftigung und Arbeitslosigkeit. Inwiefern die tatsächlichen Werte in Bremen deshalb von denen im Bereich Niedersachsen-Nordsee abweichen, ist unklar. Die besondere Situation des Zwei-Städte-Staates fließt zwar in die Berechnung ein, wird aber mit den abweichenden Daten aus Niedersachsen verrechnet.

Ein Beispiel: Im Glücksatlas der Post liegt die Armutsgefärdungsquote in der Region Niedersachsen-Nordsee bei knapp 15 Prozent. In Bremen liegt sie nach aktuellen Berechnungen aber bei fast 23 Prozent. Fast jeder vierte Bremer ist also von Armut bedroht. Würde Bremen also als eigenständige Region befragt, läge die Zufriedenheit mit der eigenen Situation bei den Befragten möglicherweise unter dem aktuellen Ergebnis.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 7. November 2017, 13 Uhr