Bremer Organisationen erinnern an Opfer des Völkermordes in Namibia

  • Teilnehmer gedenken ermordeter Ureinwohner
  • Erinnerung an Bremens Rolle im Kolonialismus
  • Bürgermeister Bovenschulte warnt vor Rassismus
Ein zehn Meter hoher Backstein-Elefant im Nelson-Mandela-Park in Bremen
Der Backstein-Elefant im Nelson-Mandela-Park wurde einst als Kolonial-Denkmal errichtet. Vor 30 Jahren wurde er umgewidmet. Bild: Imago | Eckhard Stengel

Mit einer Gedenkstunde im Nelson-Mandela-Park haben mehrere Bremer Organisationen an die Opfer des Völkermordes im heutigen Namibia erinnert. Zwischen 1904 und 1908 hatten deutsche Kolonialtruppen zehntausende Herero, Nama und andere Ureinwohner ermordet.

Teilnehmer einer Gedenkveranstaltung für die Opfer des Völkermordes im heutigen Namibia legen Blumen auf ein Denkmal.
Die Teilnehmer legten Rosen nieder. Bild: Radio Bremen

Heute vor genau 116 Jahren, begann das Morden bei der "Schlacht am Waterberg" in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Ein Mahnmal direkt am Anti-Kolonial-Denkmal hinter dem Hauptbahnhof erinnert daran. Bremen stehe es gut zu Gesicht, die schrecklichen Taten deutscher Truppen nicht zu vergessen, sagte Manfred Hinz vom Bremer Afrika Archiv. Schließlich habe der Kolonialismus in Namibia mit dem Engagement des Bremer Kaufmanns Lüderitz begonnen.

Die Konsequenzen der Kolonialzeit sind noch immer deutlich zu spüren. Wir spüren, dass wir in manchen Bereichen noch immer einfach nicht gewollt sind.

Virginie Kamché vom Afrika Netzwerk Bremen

An der Gedenkstunde nahmen unter anderem auch Vertreter der Landeszentrale für politische Bildung, des Afrika-Netzwerks und des Vereins "Der Elefant" teil. Anlässlich des Gedenkens warnte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) in einer Grußbotschaft, Rassismus gefährde das friedliche Zusammenleben unserer Gesellschaft.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. August 2020, 19:30 Uhr