Bremer gedenken der Opfer der Reichspogromnacht

  • Bürgerschaftspräsident erinnert an Opfer und warnt vor Judenfeindlichkeit
  • "Offen die Kippa zu tragen ist wieder gefährlich geworden in Deutschland. Was für ein Trauerspiel"
  • Gebete, Berichte und Erinnerungen nach 81 Jahren
Der Präsident der Bürgerschaft Frank Imhoff spricht auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht.
Der Präsident der Bürgerschaft Frank Imhoff spricht auf der Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht.

Die Bremische Bürgerschaft hat an die Pogromnacht vor 81 Jahren erinnert. Auch Vertreter des Senats, von Kirchen und Verbänden nahmen an der Gedenkstunde teil. Landersrabbiner Netanel Teitelbaum betete für die Toten. Auch Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff erinnerte an die Opfer. Die Brutalität und Unmenschlichkeit, mit der jüdische Familien in Bremen ausgelöscht wurden, mache ihn sprachlos.

Meine Damen und Herren, und das war nur der Auftakt. Alles wurde noch schlimmer. Viele jüdische Familien aus Bremen wurden komplett ausgelöscht. Mit einer Brutalität, einer Unmenschlichkeit vollstreckt, die mich sprachlos macht.

Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff

Imhoff hielt eine emotionale Rede vor dem Mahnmal und stellte Bezüge zu heute her. Er erinnerte an den antisemitischen Anschlag in Halle vor einem Monat.

Offen die Kippa zu tragen ist wieder gefährlich geworden in Deutschland. Was für ein Trauerspiel.

Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff
Kranz und Blumen vor dem Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht in Bremen.
Blumen erinnern an die Opfer.

Schüler der St.-Johannis-Schule Bremen hielten Fürbitten für die toten Juden und legen Rosen am Mahnmal nieder. Dann ergriff Miriam Weitmann das Mikrofon, sie ist Gast aus Israel. Mit Tränen in den Augen erzählt sie die Geschichte ihrer jüdischen Großmutter, die in Hamburg gelebt hatte und mit Mann und acht Kindern nach Bergen-Belsen verschleppt  worden war.

Was geschah in der Nacht zum 10. November 1938?

In Bremen wurden in jener Nacht fünf Menschen jüdischen Glaubens ermordet. Auf Befehl steckten SA und SS die Synagoge in Brandt, mehr als 30 jüdische Geschäfte wurden zerstört und geplündert, der jüdische Friedhof geschändet. Am folgenden Tag wurden 160 jüdische Männer verhaftet und von der Gestapo ins KZ Sachsenhausen deportiert.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 8. November 2019, 14 Uhr