Ex-Kollege von Patientenmörder Högel wegen Meineids angeklagt

Blick auf das Klinikum Oldenburg im Stadtteil Kreyenbrück.
Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich
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  • Ehemaliger Kollege soll Falschaussagen vor Gericht getätigt haben
  • Der 50-Jährige hatte 2019 als Zeuge ausgesagt
  • Landgericht Oldenburg muss über Eröffnung des Verfahrens entscheiden

Die Staatsanwaltschaft in Oldenburg hat einen früheren Kollegen des verurteilten Patientenmörders Högel angeklagt. Sie wirft dem 50-Jährigen Meineid vor. Der Angeklagte war selbst Pfleger am Klinikum Oldenburg. Anfang 2019 hatte er im Mordprozess gegen Högel unter Eid als Zeuge ausgesagt – bewusst wahrheitswidrig, wie ihm die Staatsanwaltschaft jetzt vorwirft. Es geht vor allem um Aussagen über Auffälligkeiten Högels im Dienst.

Das Landgericht Oldenburg muss nun über eine Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden. Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft gegen zehn Zeugen wegen Meineids und Falschaussage ermittelt. Die Zeugen hatten angegeben, vom kriminellen Handeln Högels nichts mitbekommen zu haben. Neun Verfahren wurden inzwischen eingestellt.

Högel wurde zu lebenslanger Haft verurteilt

Högel war vor zwei Jahren wegen 85-fachen Mordes an Patienten in Oldenburg und Delmenhorst zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte nach Ansicht des Gerichts seine Patienten mit Medikamenten vergiftet, die zum Herzstillstand führten, um sie anschließend reanimieren zu können. Er wollte so als Lebensretter dastehen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 3. Juni 2021, 13 Uhr