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Freimarkt: 13 Fakten zur fünften Bremer Jahreszeit

Ab Freitag heißt es wieder "Ischa Freimaak". Aber warum eigentlich? Und was gehört zwingend dazu, was ist neu und was hilft bei der Planung? 13 Fakten zum Freimarkt.

Infografik: Der Freimarkt 2019 in Zahlen. FÄHNCHEN Flaggen verzieren Straßenbahnen und Busse STADT- MUSIKANTEN Zum Freimarkt regeln sie an Ampeln den Verkehr AALE WÜRFELN Ein Spiel (nicht nur) für Fischköppe FREIMARKT- SAMMLUNG Kreuzgemeinde Bremen sammelt für „Brot für die Welt“ FESTZELTE Die neue Königsalm hat zwei Stockwerke SCHMALZ- KUCHEN Gebäck gehört seit mehr als 170 Jahren zum Freimarkt „ISCHA FREIMAAK“ Die fünfte Jahreszeit in Bremen SCHLACHT- HOFGELÄNDE Erst seit 1934 steht der Freimarkt auf der Bürgerweide SCHORN- STEINFEGER Sie tragen den Freimarkt zu Grabe? FAHRGESCHÄFTE Auch auf dem 984.Freimarkt gibt es wieder Neuheiten KINDER- KARUSSELLS 17 Fahrgeschäfte sind speziell für die kleinen Gäste FREIMARKT- UMZUG Ist am 26. Oktober auch als Livestream zu sehen GUT ZU WISSEN Anreise und Öffnungszeiten

1 "Ischa Freimaak"! Was heißt das eigentlich?

Der Bremer Roland bekommt ein Lebkuchenherz mit der Aufschirft "Ischa Freimaak".
"Ischa Freimaak" ist das bremische Bekenntnis zur fünften Jahreszeit.

Zum Bremer Freimarkt gehört der Bremer Schlachtruf "Ischa Freimaak" – im breiten Bremer Dialekt, zu dem es gehört, hier und da zu nuscheln und Silben zu verschlucken. Dabei betont er bei "Ischa" die erste Silbe, wohingegen bei "Freimaak" die zweite Silbe lang gezogen wird. Für Freimarkts-Neulinge hier eine wichtige Verhaltensregel: Wo immer jemand (gerne dreimal in Folge) "Ischa" ruft, wird erwartet, dass man jeweils mit einem kräftigen "Freimaak" antwortet. Und jetzt alle zusammen: "Ischa...". "Ischa...". "Ischa...".

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2 Stadtmusikanten regeln den Verkehr

Wie schon in den letzten Jahren werden auch 2019 wieder Esel, Hund, Katze und Hahn in Bremen zu Ampeltieren: An den Lichtsignalanlagen an der Kreuzung direkt am Festgelände, wo sich Admiralstrasse und Theodor-Heuss-Allee treffen, weisen sie den Weg, sobald die Fußgänger-Ampel auf Grün schaltet. Das macht das Bremer Amt für Straßen und Verkehr (ASV) laut Sprecher Martin Stellmann, weil es "den Leuten auch mal eine Freude machen" will. Was nicht ganz regelkonform sei, denn streng genommen dürften nur menschliche Darstellungen für Ampeln genutzt werden, da Ampelanlagen barrierefrei und auch beispielsweise für Sehbehinderte und Farbenblinde eindeutig erkennbar sein müssen.

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3 Busse und Bahnen zeigen Flagge

Zum Freimarkt schmückt die BSAG ihre Fahrzeuge entsprechend: Dann werden Bremer Speckflaggen an Straßenbahnen und Bussen angebracht. Das ist ein klares Indiz dafür, dass die fünfte Jahreszeit in Bremen begonnen hat. So auch in diesem Jahr. Und auch in diesem Jahr wird die BSAG auf einigen Linien freitags und am Wochenende den Fahrplan aufstocken, um den Besucherandrang bewältigen zu können.

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4 Klassiker des Kuriositäten-Kabinetts: "Aale würfeln"

Losbuden gibt es auch auf dem Münchner Oktoberfest und auf dem Cannstadter Wasen. Aber typisch Norddeutsch ist das "Aale würfeln". Das hat bei den Betreibern der Bude schon eine über 40-jährige Tradition. Und so funktioniert es: Drei Würfel werden auf einem Holzfeld dreimal gewürfelt. Ergeben die Würfelaugen die Summen drei, vier, fünf oder auch 16, 17, 18, hat der Spieler gewonnen. Und zwar Räucherfisch. Ein Spiel nicht nur für Fischköppe. Und eines, dem die Bremen Vier Morgenshow sogar ein eigenes Lied gewidmet hat.

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5 Von bayerisch bis nordisch: Die Festzelte

Blick auf die Festhalle Königsalm.
2018 war die Königsalm noch ein Politikum. 2019 feiert sie Premiere in Bremen. Bild: Renoldi | Oliver Windus

Schon im August wurde auf der Bürgerweide mit dem Aufbau der Königsalm begonnen: Das Chalets in Alpen-Optik bietet erstmals auf zwei Geschossen Fläche für rund 1.800 Besucher. Hier ist der Anstich, mit dem am Freitag um 18 Uhr der Rummel offiziell eröffnet wird – gefolgt vom Höhenfeuerwerk gegen 21:45 Uhr. Im Bayernfestzelt werden wieder die schönsten Festwagen und Fußgruppen nach dem Freimarktsumzug prämiert. Mitten auf dem Festgelände – zwischen Loopingbahn und Octopussy – steht das Riverboat im Stil eines alten Steamliners und im Hansezelt machen unter anderem "Klaus & Klaus" Station. Dort feiert traditionell auch wieder Werder Bremen in der ersten Freimarktswoche. Und kein Freimarkt ohne Party in Halle 7, wo unter anderem Mickie Krause die Nacht zum Tag macht.

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6 Piloten, Cowboys und Piraten: Die Kinderkarussells

17 Fahrgeschäfte sind in diesem Jahr ganz speziell für die kleinen Freimarktsgäste am Start. Und natürlich fehlen auch nicht Klassiker wie die Wilde Maus – für Groß und Klein. Eine besondere Überraschung wartet am ersten Freimarkts-Montag auf die Besucher: Dann schauen Spiderman und seine Superhelden-Freunde vorbei, um sich mit ihren Fans ablichten zu lassen (16 bis 19 Uhr). Prinzessinentag ist dann am 29. Oktober (15 bis 19 Uhr).

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7 Höhepunkt zur Halbzeit: der Freimarktsumzug

Ein Blaues Wesen – bekannt als Krümmelmonster – winkt in eine Menschenmenge. Links neben dem Monster steht ein Schil dmit der Aufschrift "Krümmelmonsters Keksfabrik".
Seit 1967 gibt es die Tradition des Umzugs – mit bunten Festwagen und Laufgruppen.

Was wäre der Freimarkt ohne seinen bunten Freimarktsumzug? Der findet seit 1968 statt. In diesem Jahr findet er am Samstag, den 26. Oktober, statt. Insgesamt wurden 130 Startnummern vergeben: Die gut drei Kilometer lange Parade mit etwa 4.000 Umzugsteilnehmern zieht an rund 200.000 Zuschauern vorbei, die sich von der guten Stimmung gerne anstecken lassen und nebenbei noch süße Beute machen können. Los geht es ab 10 Uhr in der Neustadt. Um 11 Uhr soll der Zug dann auf dem Marktplatz eintreffen. Ab 14:30 Uhr wird auf der Bürgerweide verkündet, wer den schönsten Festwagen hatte und welche Fußgruppe die Jury am meisten begeistert hat. Übrigens: Den Festumzug gibt es bei uns live im Netz auf www.butenunbinnen.de und auch auf unserem Facebook-Kanal.

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8 Karussell-Tradition seit 1809

Auf dem 984. Bremer Freimarkt gibt es in diesem Jahr unter anderem vier Schienenbahnen und 21 Fahr- und Laufgeschäfte. Neu sind zum Beispiel das Gondel-Karussell "Hurricane", die "Geisterfabrik" mit einem echten Flugsimulator, die Familienachterbahn "Kuddel, der Hai", der Kettenflieger "Aeronaut" und mit dem "Rock & Roller Coaster" auch Deutschlands größte mobile Achterbahn mit Einzelwagen. Aber auch die Klassiker sind am Start, wie der Happy Sailor, das Kult-Familienfahrgeschäft mit 20 Segelbooten, die sich um 180 Grad drehen. Ebenso eine Wildwasserbahn, der Break Dancer oder das Kettenkarussell.

Das erste Mal wurde ein Karussell 1809 auf dem Freimarkt aufgebaut — und das Publikum war begeistert von den hölzernen Pferden, die sich drehten. Antrieb für die Pferde war damals noch menschliche Muskelkraft. 1881 kam die erste Schiffsschaukel nach Bremen. Ein Fahrgeschäft hat es in abgewandelter Form seit 1890 immer wieder auf den Freimarkt geschafft: Denn schon damals gab es ein Karussell, das dem heutigen "Musik-Express" ähnelt. Es hieß "Berg- und Talfahrt" und war vor allem bei Jugendlichen angesagt. Generell war der Rummel bei jungen Leuten sehr beliebt: Bis 1875 fiel nämlich der Nachmittagsunterricht in der kompletten Freimarktszeit aus.

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9 Für die gute Sache – und das seit mehr als 50 Jahren

Zu übersehen sind die Menschen in den orangenen Jacken eigentlich kaum. Aber was genau wollen die eigentlich? Geld sammeln — für den guten Zweck. Hinter der Aktion steckt die evangelisch-freikirchliche Kreuzgemeinde Bremen. Auch in diesem Jahr sammeln die Gemeindemitglieder und Helfer Spenden für "Brot für die Welt". Und das schon zum 53. Mal. Im vergangenen Jahr kamen 12.770 Euro für die gute Sache zusammen.

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10 Freimarkt auf der Bürgerweide — aber noch nicht lange

Einige Großeltern werden ihren Enkel davon vielleicht noch erzählen können: Die Bürgerweide war nicht immer der Standort des Freimarkts. Dort ist das Volksfest erst seit 1934 zu Hause. In seiner langen Geschichte fand es zuvor schon fast überall in der Bremen Innenstadt statt. Zum Anfang noch vor der Liebfrauenkirche, dann wuchs der Freimarkt weiter auf den Domshof, die Domsheide, auf den Marktplatz und bis zum Bahnhofsplatz. Zwischen 1890 und 1933 war sogar die Neustadt das Zentrum des Freimarkts. Von dort aus zog der Markt dann vor 84 Jahren auf die Bürgerweide. Der "Kleiner Freimarkt" ist bis heute auf dem Bremer Marktplatz und der historischer Markt rund um die Unser Lieben Frauen Kirche.

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11 Der Irrtum um die Schornsteinfeger

Die Aufgabe von sieben Schornsteinfegern ist es, dem Bremer Roland auf dem Kleinen Freimarkt ein großes Lebkuchenherz aus Kunststoff umzuhängen — damit ist der Bremer Freimarkt eröffnet. Diese Tradition gibt es seit mehr als 45 Jahren. Die Idee: Die Schornsteinfeger sollen den Schaustellern Glück bringen. Bei der Aktion hilft die freiwillige Feuerwehr aus der Neustadt mit, da sie die passende Leiter besitzt. Auf dem Herz steht immer "Ischa Freimaak". Fast immer: In einem Jahr stand "Ich liebe dich" auf der neuen Halskette des Rolands. Es folgten Proteste der Freimarktfans und der Wechsel zurück zum klassischen Spruch. Dass die Schornsteinfeger den Freimarkt auch letzten Abend feierlich beerdigen, ist ein Mythos: "Die Schornsteinfeger haben nichts mit der Bestattung des Freimarkts zu tun", sagt Innungs-Schornsteinfeger Marco Gabrielli. Eine Erklärung hat er aber trotzdem: "Der Mythos besteht vielleicht, weil die Trauergemeinde auch schwarze Kleidung und einen Zylinder trägt. Dadurch sehen die Beteiligten natürlich Schornsteinfegern ähnlich."

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12 Schmalzkuchen — ohne Schmalz

Neben Zuckerwatte und Aal darf noch eine Sache nicht fehlen auf dem Freimarkt: Schmalzkuchen. 1847 gab es ihn das erste Mal. Heute wird das Gebäck aus Hefeteig jedoch meist in Pflanzenfett und nicht mehr in Schmalz gebraten. Der Name ist aber geblieben.

1906 wurde die erste Rostbratwurst auf dem Freimarkt verkauft. Der Bremer Schlachtermeister Wilhelm Keuneke legte damals die Würste auf den Grill, und seine Familie betreibt bis heute Stände auf dem Freimarkt. Übrigens: Das Familienunternehmen hat trotz der Namenähnlichkeit nichts mit dem Bremer Wursthersteller Könecke zu tun.

Historischer Rückblick mit Schausteller-Familie Böker

Zwei Männer mit Hut auf einem Doppel-Hochrad beim Freimarktsumszug 1970

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13 Gut zu wissen: Öffnungszeiten, Anfahrt und mehr

17 Tage Rummel stehen Bremen ins Haus – täglich von 13 bis 23 Uhr. Auch am neuen gesetzlichen Feiertag, den 31. Oktober. Und freitags und samstags sogar bis Mitternacht. Der Kleine Freimarkt und der historische Markt öffnen montags bis samstags um 10 Uhr, sonntags um 11 Uhr. Für die Anreise empfehlen die Veranstalter, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, denn an der Bürgerweide und in der Innenstadt sind Parkplätze Mangelware. Und das bis voraussichtlich 12. November, da voraussichtlich der Abbau der Fahrgeschäfte und Buden bis dahin laut Polizei andauert.

Die Polizeiwache auf dem Bremer Freimarkt befindet sich zwischen der ÖVB Arena und den Messehallen. Sie ist während der Freimarktszeit freitags und samstags von 13 Uhr bis 00:30 Uhr und von Sonntag bis Donnerstag bis 23:30 Uhr geöffnet und über die Telefonnummer 0421-3620 zu erreichen. Die Polizei Bremen warnt ausdrücklich vor Taschendieben und weist auch darauf hin, dass Hunde, Waffen, Fahrräder und Glasflaschen auf dem Festgelände nicht erlaubt sind. Wer sich nicht daran hält, riskiert ein Bußgeld von bis zu 2.500 Euro. "Hobby-Fliegern" rät sie: "Bitte lassen Sie Ihre Drohnen, Modellflugzeuge und Co. zu Hause. Das "Fliegen-Lassen" im Bereich des Veranstaltungsgeländes wird streng geahndet."

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, 15. Oktober 2019, 14:15 Uhr