Streifzug: Historische Bilder vom Bremer Freimarkt

In den Archiven finden sich viele Fotos vom Bremer Freimarkt aus dem letzten Jahrhundert. Schon immer hat der Freimarkt fasziniert – auch die Fotografen. Wir haben mehr als 50 der schönsten Bilder herausgesucht.

Die Wurzeln des ältesten deutschen Volksfestes reichen bis ins Mittelalter zurück: Genau am 16. Oktober des Jahres 1035 verlieh Kaiser Konrad II dem bremischen Erzbischof Bezelin die "Jahrmarkt-Gerechtigkeit". Damit durfte die Stadt zweimal jährlich Markt abhalten: Ohne jede Beschränkung konnten die Krämer und Wandersleute nun ihre Waren verkaufen. An diese neu gewonnene Unabhängigkeit erinnert noch heute der Name "Freimarkt".

Das gewohnte Bild aus Buden, Zelten und Fahrgeschäften ist jedoch eine relativ junge Erscheinung: Fast 800 Jahre lang war der Freimarkt ein reiner Warenmarkt. Bis dahin bestand er ausschließlich aus Gauklern und Händlern, die ihre Waren feilboten. Erst 1809 erschien der erste Schausteller mit einem Karussell, das von Hand angetrieben wurde. Später wurden Pferde und Dampf als Antrieb genutzt, bevor elektrischer Strom zum Einsatz kam.

Besonders bei Schülern sehr beliebt

Besonders bei der Jugend war der Rummel beliebt, denn während der gesamten Freimarktszeit fiel der Nachmittagsunterricht in allen Schulen komplett aus. Dieser Brauch wurde zwar 1875 abgeschafft, aber lange blieb es in Bremen wenigstens noch bei der Übereinkunft, während des Jahrmarkts keine Hausarbeiten aufzugeben. Damals zogen die Schüler für ihren Freimarktsbummel noch zur Liebfrauenkirche. Erst später wurde der Vergnügungsbereich zum Marktplatz hin erweitert. Auf der Bürgerweide gastieren die Schausteller erst seit 1934, nachdem der Freimarkt im Ersten Weltkrieg in die Neustadt ausgelagert worden war.

Als 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde das Volksfest nur noch einmal zugelassen – als Budenstadt auf dem Domshof. Erst nach dem Krieg luden die Marktbezieher wieder zum "friedensmäßigen" Freimarkt ein. Auch wenn vieles noch provisorisch war, feierten die Bremer mit einer Ausgelassenheit, die die Schrecken der vergangenen Jahre vergessen lassen sollte.

Eines der meistbesuchten Volksfeste Deutschlands

Mittlerweile zählt der Freimarkt zu den beliebtesten und modernsten Volksfesten in Deutschland. Über vier Millionen Besucher zählt die Stadt jedes Jahr. Die Schausteller bieten ein Jahrmarktsvergnügen der Superlative: Die neuesten Überschlagkarussells versprechen Nervenkitzel pur. Und immer aufregendere Attraktionen begeistern die Menschen bei ihrem Freimarktsbummel.

Historischer Rückblick mit Schausteller-Familie Böker

Zwei Männer mit Hut auf einem Doppel-Hochrad beim Freimarktsumszug 1970

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. Oktober 2017, 19:30 Uhr

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