Bremer Historikerin erhält Bundesverdienstkreuz

Eva Schöck-Quinteros wird damit für ihr Engagement in der politischen Bildung ausgezeichnet. Besondere Bekanntheit erlangte die Professorin der Uni Bremen durch das Projekt "Aus den Akten auf die Bühne".

Historikerin Dr. Eva Schöck Quinteros (Archivbild)
Dr. Eva Schöck-Quinteros ist Historikerin an der Universität Bremen.

Unter dem Motto "Demokratie ganz nah – 16 Ideen für ein gelebtes Grundgesetz" zum 70. Jahrestag des Grundgesetzes wird Mittwoch im Schloss Bellevue in Berlin mit Eva Schöck-Quinteros auch eine Bremerin geehrt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht ihr und 15 weiteren Persönlichkeiten das Bundesverdienstkreuz am Bande. Damit wird ihre Vermittlung der Werte des Grundgesetzes und ihre Engagement in der politischen Bildung gewürdigt.

Leidenschaftliche Historikerin

Die Historikerin lehrt seit 1989 an der Bremer Universität Geschichtswissenschaften und lebt in Lilienthal. Geboren wurde sie in der Nähe von Ludwigsburg. Sie studierte in Tübingen und Berlin Geschichte, Politische Wissenschaften und Soziologie. 1976 promovierte sie in Bremen über die Geschichte der Arbeiterbewegung – und blieb. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte.

Eva Schöck-Quinteros ist eine Kämpferin, ein kritischer Geist – und Feministin. Historische Frauenforschung, Biographien jüdischer Akademikerinnen, aber auch von KZ-Aufseherinnen im Nationalsozialismus oder von Freidenkerinnen sind Themen ihrer Arbeit. Für die Freie Hansestadt Bremen wurde sie vor allem wegen ihres Projekts "Aus den Akten auf die Bühne" bekannt. Ein bundesweit einmaliges Projekt, das seit 2007 Quellenforschung und Theaterarbeit miteinander verbindet.

Letztlich ist es ja nicht nur das Bundesverdienstkreuz für mich als Person, sondern für das Projekt "Aus den Akten auf die Bühne". Das finde ich als Anerkennung sehr angenehm, für alle Beteiligten.

Eva Schöck-Quinteros, Historikerin

Europaweit bekanntes Projekt

In ihrem letzten Stück geht es um die Geschichte der "MS Louis", die 1939 mit knapp 1.000 jüdischen Flüchtlingen an Bord in Richtung Kuba aufbrach, um wieder umzukehren. Niemand wollte die Flüchtenden damals aufnehmen. "Keine Zuflucht. Nirgends." heißt die Produktion von "Aus den Akten auf die Bühne". Insgesamt 16 szenische Lesungen haben Eva Schöck-Quinteros, die Studierenden der Universität Bremen und die Bremer Shakespeare Company seit 2007 zusammen erarbeitet.

Sie müssen Texte schreiben, recherchieren, transkribieren und Texte schreiben, die allgemein verständlich und wissenschaftlich fundiert sein sollen. Da ist auch ein bisschen Leidenschaft gefordert.

Eva Schöck-Quinteros, Historikerin

Wenn sie von ihren neuesten Plänen erzählt, fangen ihre Augen an zu funkeln. Denn "Aus den Akten auf die Bühne" dient auch anderen Städten europaweit als Vorbild für historische Quellenforschung und wurde bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet. Das Bundesverdienstkreuz ist nun einer davon.

Autoren

  • Mirjam Steger
  • Jakob Patzke

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag 21. Mai 2019, 16:45 Uhr