Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Klinikum Oldenburg

  • Es geht um mögliche Behandlungsfehler
  • Ungewöhnlich viele Patienten sollen nach einer komplizierten Bauchspeicheldrüsen-Operation gestorben sein
  • Klinik-Vorstand hält Sterblichkeitsrate für vertretbar
Mehrere Chirurgen im Operationssaal während einer Operation.
(Symbolbild) Bild: Radio Bremen

Der Vorstand der Klinik hatte bei der Staatsanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt erstattet, wegen übler Nachrede. Offenbar hat er die Ermittlungen gegen das Klinikum damit selbst ausgelöst. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dem NDR, dass sie wegen möglicher Behandlungsfehler ermittelt. Die Frage, ob das Klinikum durchsucht wurde, wird nicht beantwortet.

Grundlage ist eine 100 Seiten dicke, anonyme Analyse, gespickt mit Interna aus dem Krankenhaus. Sie liegt dem NDR vor. Darin werden schwere Vorwürfe erhoben: Es geht um die erhöhte Sterblichkeitsrate nach Bauchspeicheldrüsen-Operationen, aber auch um einen OP-Bericht, der nachträglich gefälscht worden sein soll, um so einen Behandlungsfehler zu vertuschen. Kritisiert wird Mobbing,, Missmanagement und ein Millionendefizit.

Der Vorstand der Klinik, Dirk Tenzer, hatte das Memorandum bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg eingereicht und Anzeige gegen Unbekannt erstattet, weil er sich darin verunglimpft fühlt. Aber offenbar haben die Ermittler Anhaltspunkte für Straftaten gefunden, die weitaus schwerer wiegen als die angezeigte Verleumdung. In einer Stellungnahme bestätigt Klinik-Vorstand Tenzer, dass das Klinikum die Ermittlungen selber ausgelöst hat. Er geht davon aus, dass sie eingestellt werden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 29. Juni 2018, 20 Uhr

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