Meinungsmelder

So protestbereit sind die Radio Bremen Meinungsmelder

Wie groß ist Ihre Protestbereitschaft? Das wollten wir zum Auftakt des Projekts "Radio Bremen Meinungsmelder" von Ihnen wissen. Hier sind die Ergebnisse.

Die Projektleiterin der buten un binnen- Rubrik Meinungsmelder, Dorothee Meinzer, im Studio von buten un binnen

Radio Bremen will es wissen: Wie denken die Menschen im kleinsten Bundesland über die Themen, die tagtäglich in den Schlagzeilen stehen? Ob Proteste, Verkehr oder Inklusion: Ihre Meinung ist gefragt. Vergangene Woche haben sich Leser, Zuhörer und Zuschauer zum Thema Proteste geäußert. Teilgenommen haben 449 Menschen aus Bremen, Bremerhaven und dem Umland zwischen 17 und 83 Jahren. Dabei waren die Männer in Überzahl.

Die Umfrage zeigt: Nur die wenigsten Teilnehmer haben in ihrem Leben noch nie an einem Protest teilgenommen, egal in welcher Form. Die große Mehrheit (vor allem die Frauen mit 82 Prozent) hat bestimmte Produkte boykottiert und ist bei Demonstrationen mitgelaufen. Und mehr als jeder zweite hat bereits eine Petition unterschrieben.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Doch bei welchen Themen ist die Protestbereitschaft der Meinungsmelder am größten? Top-Fragen sind Umweltschutz (74 Prozent), Frieden (69 Prozent), Bildung (64 Prozent) und Arbeitsbedingungen (62 Prozent). Deutlich weniger Interesse wecken Gleichberechtigung (außer bei Frauen mit 67 Prozent), Wohn- und Bauprojekte und Tierschutz (allerdings bei Frauen 54 Prozent). Für die drei letztgenannten Themen würde weniger als die Hälfte der Teilnehmer protestieren gehen. Bei den Jüngeren stehen erwartungsgemäß Themen wie Bildung im Vordergrund, bei den Älteren ist eher Wohnen und Bauen ausschlaggebend.

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Datawrapper anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Doch die meisten protestieren nicht nur zu Themen, die sie persönlich betreffen. 94 Prozent der Frauen und 86 Prozent der Männer mobilisieren sich aus Überzeugung. Und sie glauben an die Effektivität ihrer Proteste, vor allem, wenn es darum geht, sich in einer politischen Gruppe zu engagieren, Produkte zu boykottieren oder bei einer Demonstration mitzulaufen. Jeder zweite Teilnehmer gab an, mindestens an einer Demonstration in seinem Leben teilgenommen zu haben.

Gewalt von den meisten abgelehnt

Ein No-Go ist jedoch bei den meisten Gewalt als Protestform: 82 Prozent der Teilnehmer lehnt sie kategorisch ab.

Ich lehne Gewalt gegen Personen ab, die zu Schädigungen führt sowie Gewalt gegen Sachen, die zur Zerstörung von oder Schäden an Gegenständen führt. Dagegen kann ich mir vorstellen, z.B. Sitzblockaden zu unterstützen.

Meinungsmelderin

Einige sehen sie jedoch als gerechtfertigt an, wenn es um Widerstand gegen Neonazis, Diktatoren oder ungerechtfertigte Polizeieinsätze geht.

Gewalt muss angewandt werden bei Protest gegen Diktatoren oder Unterdrücker. Ohne Gewalt gibt es keine Revolution.

Meinungsmelderin

Vor allem Frauen (92 Prozent) glauben, dass sich durch Proteste etwas ändern kann. Leicht skeptischer sind die Männer mit 82 Prozent. Doch die Meinungsmelder zeigen sich gleichzeitig realistisch. Mehrere merken an, dass teilweise Proteste scheitern – sei es, weil die Politik sich nicht darum kümmert, das Thema in den Medien wenig präsent ist oder sich zu wenige Menschen daran beteiligen. Das soll für sie aber kein Grund sein, um an Protesten als Widerstandsform zu zweifeln.

Wer sind die Meinungsmelder?

Zu sehen ist die buten un binnen Internetseite mit dem Logo des Radio Bremen- Meinungsmelders.

Mehr zum Thema:

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 5. April 2019, 19:30 Uhr