Diskussion um geplante Wasserski-Anlage auf dem Spadener See

Östlich von Bremerhaven liegt der Spadener See, ein Naherholungsgebiet. Die Betreiber wollen hier eine Wasserski-Anlage bauen – aber viele Anwohner sind dagegen.

Video vom 14. Februar 2018
ein überfluteter Badesteg am Spadener See
Bild: Radio Bremen

Rüdiger Bernauer ist der mittlerweile dritte Eigentümer des Spadener Sees. Er will an dem Stillgewässer jetzt eine Freizeitanlage bauen lassen, um das Areal zu beleben. In seinem Auftrag will der Investor "Blue Bay Wasserski und Freizeitanlagen" aus Heede an der Ems auf dem Areal östlich der A27 unter anderem eine Wasserskianlage mit zwei Rundkursen bauen.

Auch neue Beachvolleyball-Plätze, eine Adventure-Golf-Anlage, eine Liegewiese, Spielplätze und ein neues Café in den anliegenden Seeterrassen sollen eingerichtet werden. Die Pläne erfreuen anliegende Campingplatz-Pächter – denn solch ein Freizeitangebot lockt viele Besucher an. Blue Bay-Geschäftsführer Jan Brünjes rechnet im Jahr mit bis zu 22.000 Besuchern.

Anwohner befürchten Rummelplatz statt Naherholung

Blick auf die Seeterrassen am Spadener See
Die Seeterrassen sind bereits in den 1970er Jahren gebaut worden und rotten mittlerweile vor sich hin. Bild: Radio Bremen

Investor und Privatbesitzer haben die Pläne rund um das geplante Freizeitparadies im Dezember vergangenen Jahres öffentlich gemacht. Die Anwohner eines nahegelegenen Spadener Einfamilienhausgebietes befürchten seitdem einen Rummelplatz, der die Ruhe in ihrem Wohngebiet gefährdert. Auch Umweltschützer sind gegen die Umsetzung der Freizeitpark-Pläne – sie gingen eindeutig zu Lasten der Natur.

Die Bürgerinitiative "Naherholungsgebiet Spadener See" hat 300 Unterschriften gegen die Pläne von Blue Bay gesammelt. Die Gegner möchten den See als Naherholungsgebiet erhalten, mit neuen Rad- und Spazierwegen und einem öffentlichen Badestrand.

Szenario eins: Das Projekt ist extrem erfolgreich, es wird also ein Erlebnispark. Das wird dazu führen, dass wir ein enormes Verkehrsaufkommen haben werden, mit den entsprechenden Folgen für die Bevölkerung und natürlich auch die Natur. Und Szenario Zwei: Das Projekt ist nicht erfolgreich. Dann verbleibt, das dritte Mal in Folge, eine Investitionsruine.

Malte Benisch, Bürgerinitiative "Naherholungsgebiet Spadener See"

Der Ortsbürgermeister von Spaden, Wolfgang Kothe (SPD), spricht sich für die Pläne des Investors aus. Er sieht in der Wasserskianlage eine Riesenchance für die Ortschaft. Die Angst der Bürgerinitiative vor einer erneuten Investitionsruine sei unbegründet.

Wir haben einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan und da ist drin: Sollte der Investor scheitern, hat er eine Rückbauverpflichtung und er muss diese Summe, die ein Rückbau kosten würde, hinterlegen oder beglaubigen lassen.

Wolfgang Kothe (SPD), Ortsbürgermeister Spaden

Der Ortsrat Spaden hat sich bislang mit lediglich einer Gegenstimme für die Wasserskianlage ausgesprochen.

Man ist sich einig, dass etwas passieren muss

Darüber, dass etwas am Spadener See passieren muss, sind sich sowohl Befürworter als auch Gegner der Bebauungspläne einig. Schließlich vegetiere das Naturgebiet nicht erst vor sich hin seit der Privatbesitzer das Erholungsgebiet übernommen habe. Blue Bay-Geschäftsführer Jan Brünjes freut sich über den Austausch beider Seiten.

Ich glaube, es ist ganz gut, was jetzt gerade passiert: Dass die Bürger und Initiativen sich einbringen, dass wir uns austauschen und dann vielleicht auch Verbesserungen im Projekt vorfinden. Das ist der richtige Weg. Sachen abzustimmen und dann auf die lange Bank zu schieben, bringt ein Projekt nicht weiter – das ist eher hinderlich denke ich.

Blue-Bay-Geschäftsführer Jan Brünjes

Optimistisch verkündet der neue Investor auf seiner Website, dass es schon in diesem Sommer am Spadener See mit dem Wasserski losgehen solle. Doch über die Zukunft des Sees muss zunächst der Schiffdorffer Bauausschuss in zwei Wochen beraten.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 14. Februar 2018, 19:30 Uhr

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