Achtung, Nostalgie: Kennen Sie diese 5 Dinge noch?

Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Gegenstände, die wir im Alltag nutzen. Diese fünf Dinge sind heute in Bremen kaum mehr zu finden. Kennen Sie sie noch?

Bravo-Magazin liegt auf dem Tisch.
Jugendmagazine sind heute nicht mehr so verbreitet wie vor 50 Jahren.

Die Technologie verändert sich rasant. Ob Videorekorder, Kassetten oder Disketten: Viele Produkte, vor einigen Jahren noch unverzichtbar, gehören heute der Vergangenheit an. Doch auch im Alltag ändern sich die Gewohnheiten. Und mit ihnen viele Objekte und Praktiken, die mittlerweile fast Nostalgie hervorrufen. Für alle, die nach 2000 geboren wurden, hat buten un binnen einige "Relikte der Vergangenheit" gesammelt.

1 Die gute Stube

Marianne Kropp zusammen mit Catherine Wenk in ihrer guten Stube

Das dürften viele junge Bremer nicht mehr kennen: Die gute Stube hat es ab den 70er Jahren in neu gebauten Wohnhäusern kaum mehr gegeben. Ein Zimmer, das nur wenige Male im Jahr geheizt und für besondere Anlässe genutzt wurde. Etwa an Weihnachten, Ostern oder zur Konfirmation. Zur guten Stube gehörten Sitzmöglichkeiten für Gäste –  Stühle, Sofas oder Sessel – sowie Tische und Vitrinen. Dazu Zierstücke, Gläser, Besteck. Alles, was in der Familie von Generation zur Generation weitergegeben wurde. Was wertvoll war. Heute hat sich die Tradition nur in wenigen Häusern bewährt, aus der guten Stube ist oft ein modernes Wohnzimmer geworden. Dazu hat auch die Wohnraumknappheit der vergangenen Jahre beigetragen.   

2 Die Telefonzelle

Zu sehen ist eine Telefonzelle in Bremen.

Gerade noch 17.000 öffentliche Telefonzellen soll es in Deutschland noch geben. Zur Blütezeit in den 90er Jahren waren es etwa 160.000. In Bremen kann man an etwa 250 bis 300 Orten mit Münzen oder Karten telefonieren. Doch nur an 15 Prozent der Telefonzellen steht den Gesprächsbedürfigten ein Häuschen zur Verfügung. Oft bestehen moderne Telefonzellen aus einfachen Säulen. Zudem sind die Anrufe nicht selten teurer als übers Handy. Braucht man dann Telefonzellen immer noch?    

3 Bravo und die Jugendzeitschriften

Fünf Magazine liegen auf dem Tisch.
Jugendzeitschriften gibt es heute noch. Allerdings haben viele mit rückläufigen Auflagen zu kämpfen.

Fotostorys, Popstars-Poster, Aufklärungskolumnen und psychologische Tests gehörten in den 80er und 90er Jahren zum Leben der meisten Teenager. Dafür verantwortlich waren die Jugendzeitschriften. Bravo, Sugar, Popcorn, Young Miss: Die Liste war nicht kurz. Natürlich drehte sich vieles um Gefühle – und Liebe. Nahezu legendär ist die Bravo-Rubrik von Dr. Sommer, der jede noch so peinliche Frage zum Intimleben seiner Leser beantwortete. Und natürlich waren auch junge Schauspieler und Musikbands häufig Thema der Magazingeschichten. Zeitschriften wie Bravo erscheinen heute immer noch, doch ihre Auflagen sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Einige wurden sogar ganz eingestellt. Jugendliche informieren sich heute eher über die neuen Medien: das Internet und die sozialen Netzwerke.

4 Alte Geräte: Kassettenrekorder, Diaprojektor und Co.

Einer Reporterin wird eine alte Rechenmaschine vorgeführt

Die Freunde einladen, sich im Wohnzimmer vor der aufgezogenen Leinwand versammeln und auf das "Click" des Projektors warten – in den 80er Jahren war das für viele noch ein üblicher Samstagabend. Vor allem nach dem Urlaub, als man all die fotografischen Erinnerungen an die so schönen Orte mit den Freunden teilen wollte. Heute geht das Neid-Erwecken viel schneller. Es reicht, die Bilder mit dem Smartphone und dem richtigen Filter aufzunehmen und sie auf Instagram oder Facebook hochzuladen. Auch Kassetten und VHS sind von Internet und Streaming-Diensten ersetzt worden. Schallplatten erleben hingegen seit Jahren eine kleine Renaissance – auch wenn meistens nur als Nischenprodukt. Aus dem Haushalt sind ebenfalls in den vergangenen Jahrzehnten einige Geräte verschwunden. Etwa die Kaltmangel: Sie wurde früher zum Glätten der Wäsche benutzt.

5 Die Manieren?

Zwei Frauen sitzen an einem gedeckten Tisch, in der Mitte steht eine brennende Kerze.

Den Platz anbieten, wenn ältere Menschen die Straßenbahn betreten, ihnen die Tür aufhalten oder nicht am Esstisch Chatnachrichten lesen: Immer weniger beachten offenbar solche sozialen Regeln. Ist der moderne Mensch unhöflicher geworden? Oder gehören formelle Umgangsformen der Vergangenheit an? An diesen Fragen scheiden sich die Geister. Manche Experten geben dem Internet die Schuld: Immer mehr Menschen benutzten nicht nur in sozialen Netzwerken, sondern auch im reellen Leben einen rauen Ton im sozialen Umgang. Andere wiederum finden, die jüngeren Generationen würden viel zu einfach pauschalisiert. Sicher ist: Manche Umgangsformen gelten definitiv als überholt. Beim romantischen Restaurantbesuch sollte sich also keiner mehr Gedanken darüber machen, wer als erster durch die Tür darf.

Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 11. Januar 2019, 19:30 Uhr